"Verlierer sind die Jugendlichen"

5. November 2009, 12:29

Institut für Jugendforschung beklagt Schließung mit Jahresende wegen fehlender Fördergelder vom Bund

Wien - Das Österreichische Institut für Jugendforschung (ÖIJ) wird sein 50. Gründungsjubiläum nicht erleben. Mit Jahresende sperrt die Forschungseinrichtung zu, weil für 2010 eine Finanzierungszusage des Bundes über 100.000 Euro fehlt, klagte ÖIJ-Vorsitzender Patrick Rosner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Im Institut sieht man damit das Ende der grundlegenden Jugendforschung in Österreich gekommen.

"Wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass es derzeit keinen politischen Willen zur Stärkung der Jugendforschung gibt", sagte der ÖIJ-Vorsitzende. Bis 2003 sei das Institut vom Jugendressort gefördert worden, in den vergangenen fünf Jahren gab es Geld aus dem Programm "dynamische Qualitätssicherung" des Wissenschaftsministeriums. Dieses ist ausgelaufen, ein Nachfolgeprogramm werde es erst 2011 geben.

Geld aus anderen Quellen sei nicht aufzutreiben gewesen. "Glauben Sie mir, wir haben nichts unversucht gelassen, um zu diesen Förderzusagen zu kommen", beteuerte Rosner. Dabei sei man zuletzt ohnehin nur noch zu 25 Prozent von der öffentlichen Hand finanziert gewesen.

"Schockwelle" durch die Forschungslandschaft

Unterstützung erhielt er von Prof. Gudrun Biffl von der Donau Universität Krems. Die Nachricht von der Schließung sei als "Schockwelle" durch die Forschungslandschaft gegangen: "Die Verlierer sind die Jugendlichen selbst." Interdisziplinäre und aufbauende Grundlagenforschung sei notwendig, so Biffl, was auch die Wiener Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits unterstützte. Ein "klares Armutszeichen der Politik" ortete Philipp Nagel, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung.

Im Wissenschaftsministerium zeigte man sich von der Kritik befremdet. Dass das Förderprogramm auslaufe, sei lange bekannt gewesen. Dem ÖIJ sei mehrfach signalisiert worden, dass es sich um eine Basisförderung bewerben könne. Bis dato sei dies aber nicht geschehen.

Basisförderung

Im auch für Jugend und Familie zuständigen Wirtschaftsministerium erklärte ein Sprecher, dass seit 2003 Forschungsprojekte nur mehr auf Ausschreibung vergeben worden seien. Eine Basisförderung aus dem Jugendressort gebe es nur für jene Bundesjugendorganisationen, die im Gesetz festgelegt seien. Im Übrigen entstehe auch ohne das ÖIJ "kein Mangel an Expertise". Das Institut sein "kein Monopolist" in der Jugendforschung, das gelte auch für die Grundlagenforschung. (APA)

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Alfred Zopf
00
7.11.2009, 16:10
Eigenartige Position der Jugendforschung !

Vor ca. 2 Jahren meldete Heinzelmaier zum Thema Jugendgewalt, es gibt keine, umgekehrt es gibt viel zuviele überangepasste Jugendliche, laut Studie bei den Wiener Gymnasien. Er hätte besser an den Hauptschulen Wiens forschen sollen, um das Ühänomen Jugendgewalt besser verstehen zu können.
Gerade beim Thema GEWALT hat aus meiner Sicht aus der Arbeit in der Jugendwohlfahrt die Jugendforschung vollkommen versagt, es gibt hier keine FORSCHUNG, die seriöse Aussagen machen könnten. Gerade das Institut für Jugendforschung hätte hier Arlarm schlagen müssen, damit es zu diesem gesellschaftsrelevanten Thema Forschungen gibt.
Ich vermute aus ANGST dass die Jugendforschung abgedreht wird, hat die Jugendforschung hier geschwiegen. Leider!

Blauer Dunst - eigentlich eine Blähung!
00
7.11.2009, 20:00
Die haben ja den H-Zeh hinter sich und da traut man sich schon einges zu!

Diese Pippn wie wir jetzt gehört haben, haben den ganzen Respekt vor Politikern und Oraganisationen, sowie vor Menschen genommen!
BZÖ detto!

europa fassen
00
6.11.2009, 22:55
Grad' lese ich

Dass 100.000 Euro Beratungshonorar eines ehemaligen ÖBB-Holding-Vizepräsidenten irgendwie noch legitimiert werden müssen.
http://derstandard.at/125674424... nd-gesucht

Davon hätte das ganze Institut weiterarbeiten können.

Walter Bimini
00
6.11.2009, 20:57
50 jahre ist ein gefährliches alter

die quelle hat es auch im 50ten erwischt. sollen doch froh sein, daß sie so lange gemütlich im elfenbeinturm irgendwelche krausen theorien entwerfen durften ohne sich um die irdischen belange kümmern zu müssen. einmal geht alles zu ende.

europa fassen
02
6.11.2009, 15:35
Grund ist mM. dass man gar nicht wissen will, wie es den Jungen geht

Da wächst eine Generation heran, die den Wind des Neoliberalismus am meisten abbekommt.

- Unbezahlte Praktika statt fixe Jobs.
- Unsichere Zukunft, statt planbarer Lebenswege.
- Keine tragfähigen Sozialnetze mehr.
- Vergiftete Umwelt
- Versiegte Bodenschätze
- Schulden, Schulden, Schulden

In Japan haben nur mehr 0.26% der 30 bis 35-jährigen Kinder !!!!!
Mit Recht. Weil es aufgrund der Lebensverhältnisse verantwortungslos wäre, Kinder zu bekommen. So ausgeblutet ist diese Generation dort schon. Und bei uns wird es mit zehn Jahren Verspätung genauso sein.

Nur: Keiner der heute Mächtigen will das so genau wissen. Wo kommen wir den hin, wenn das vieleicht auch noch wissenschaftlich bewiesen wäre?

Hafner
00
6.11.2009, 12:34
Das bedeutet, ..

.... man darf überhaupt nichts mehr befristet fördern, weil jeder sein Anliegen sofort auf ewige Zeiten institutionalisiert haben will.

hagane
01
6.11.2009, 11:19

Ich bin so dermaßen beeindruckt von den Postern hier!
Erkennen aus diesem Text doch tatsächlich was das Institut leistet und geleistet hat, wie die Forschungen aussehen und welche Wirkung sie auf verschiedenste Bereiche haben um sich dann ein Urteil zu bilden.

Ich les das leider nicht heraus, darum halte ich einfach meine Goschn mit "den schas braucht kana", ganz einfach, weil ich nicht weiss was das Institut bis jetzt gemacht hat und welche Synergien auf andere Bereiche zutreffen und ich doch tatsächlich davon ausgehen muss, dass es unter Umständen doch wichtig sein könnte...

auf Leben und Brot
01
6.11.2009, 12:46
weil ich nicht weiss.......

http://www.oeij.at/

im Gerunde gehts auch darum, das der Verein halt net "rechts od. katholisch" od beides angehaucht ist.

würden die sich Österreichische Institut für Goldhauberlforschung od. dgl. nennen, wäre es nie soweit gekommen

erinnert mich an den Jugendgerichtshofzerstörer

I. O.
03
6.11.2009, 07:47
Hauptsache

das die rechtsorientierte "Heimatvereine" und Burschenschaften gefördert werden... :-(

Dante Alighieri
27
5.11.2009, 21:23

Die Postings zeigen recht schön dass Wissenschaft und Forschung in Österreich keine Chance haben. Wenn man möglichst laut rechtsextremen Müll grunzt dann johlt der Pöbel, aber wenns um Denken geht heißts natürlich "brauch ma eh net".

Sandkastenkanzler
00
6.11.2009, 09:55
Oh, wie recht Sie haben!

Entweder "Brauch' ma ned" oder "Homma eh scho imma gwusst". Es ist zum Kotzen.

Walter Bimini
00
7.11.2009, 10:51
die kommenden jahre werden schwer für sie werden

zu viel speiben ist auf jeden fall ungesund.

Mike Webman
62
5.11.2009, 19:52
Wer braucht's wirklich ?

Im Zeitalter der Krise werden die Ressourcen eben gebündelt. Und mancher Selbstzweck lässt sich ohne Qualitätsverlust streichen. Die Jugendlichen wird's am allerwenigsten kratzen !

auf Leben und Brot
00
6.11.2009, 12:51
Wer braucht's wirklich ?

Wer braucht sie wirklich ?

Walter Bimini
00
6.11.2009, 20:48
das ändert nichts daran, daß dieser verein niemanden außer den betroffenen beamten fehlen wird.

Tino67
 
05
6.11.2009, 07:56
Wenn die Schließungen

alle gleich treffen würden, könnte ich das vielleicht noch akzeptieren.

Aber zB das extrem konservative "Institut für Familienforschung" des Prof. Mazal, das in erster Linie der Propagierung von Frauen an den Herd dient, wird weiter gefördert!

Es gibt kein neutrales Einsparen im Sinne der Steuerzahler, da stecken immer handfeste Interessen dahinter!

Otto Ottinger
 
11
5.11.2009, 15:17
da könnte man ja genausogut sagen die gewinner der genderforschung wären die frauen ...

absurd!

rechtschreipfehler
44
5.11.2009, 14:37

verlierer sind die pseudoforscher auf ihren dicken hintern.

didi111
42
5.11.2009, 13:59
WAS forschen sie dort?


Jugend raucht, Jugend bräuchte mehr Geld, Jugend fühlt sich nicht richtig verstanden,..

Vielleicht wissen wir das schon alles..

Irgendwie sind diese Schwestern und Brüder für die Würscht..

snap>shot
00
6.11.2009, 16:58
WARUM - WER

nicht WAS sondern WARUM die jugend so ist wie sie ist,
und daraus kann dann abgeleitet werden, dass sie nicht allein schuld ist ...
... und WER ist schuld?
na, überraschung - die gesellschaftlichen bedingungen, für die wiederum die politik zuständig ist ...
und WER kann was dagegen machen?
2. überraschung - die regierung, die medien, die wirtschaft, und auch du ...

aber bis irgendwer so weit denkt (noch nichtmal handelt), muss WER (öij) mal das WARUM erforschen ...

Walter Bimini
00
6.11.2009, 20:53
sinnlose forschungen gibt es haufenweise

als ob sich bei diesen dingen so viel ändern würde. im laufe der zeit wiederholt sich vieles immer wieder.

per verser
01
5.11.2009, 13:56

ui, ein weiterer pfusch vom hahn.

Die andere Meinung
 
01
5.11.2009, 13:51
"Wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass es derzeit keinen politischen Willen zur Stärkung der Jugendforschung gibt",

bei uns gibz nur partei-förderungen und pensionisten-zuckerl.

franz der freie
 
54
5.11.2009, 13:48
der verlierer ist ausschliesslich das "institut"

und die hochsubventionierten arbeitsplätze dort, wenn nicht verbeamtet. die jugend hat von solchen instituten nichts, die frönen nur dem selbstzweck. was die jugend braucht, sind eltern auf die man sich verlassen kann und die eine eindeutige richtung vorgeben. sowie jobs, jobs, jobs..

brescini
15
5.11.2009, 15:16
sehr eingeschränkte Denkweise!

da sich Jugendliche oftmals eben nicht auf ihre Eltern verlassen können oder Eltern allein oft auch nicht ausreichen, gibts schließlich die Jugendarbeit! woher glauben sie nehmen Jugendarbeiter ihre Informationen?? Insitutionen dieser Art sind schließlich Vorraussetzung für professionelle Arbeit!
Außerdem sollte man Jugendlichen ebenfalls nahebringen, dass es (bei allem Respekt) auch noch "andere Richtungen" gibt als jene, die von den Eltern eindeutig vorgegeben werden. und durch Jobs allein macht man Jugendliche auch nicht zufrieden...

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