Kritik an Lebensmittel­werbung für Kinder

  • Die Werbung für Kindersnacks boomt im Kinderfernsehen
    foto: apa/epa/cj gunther

    Die Werbung für Kindersnacks boomt im Kinderfernsehen

Eine EU-Richtlinie will die Bewerbung von fetten, zuckerreichen und zu salzigen Produkten im Kinder-Fernsehen beschränken

Wien - "Die Werbung für oft zu fette und süße Kindersnacks boomt, vor allem im Kinderfernsehen", kritisiert Heinz Schöffl, Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) in einer Aussendung. Eine EU-Richtlinie zur audiovisuellen Kommunikation will die Bewerbung von fetten, zuckerreichen und zu salzigen Produkten im Kinder-Fernsehen mit freiwilligen Maßnahmen beschränken. Der AK ist das zuwenig, sie verlangt ein Verbot der Werbung für zu fette, salzige oder süße Produkte für Kinder.

Gezielte Werbung für Kinder

In Österreich ist bereits jedes fünfte Kind von 6 bis 14 Jahren über dem Normalgewicht. Nicht nur zu wenig Bewegung, sondern auch zu viel fette oder zuckerhältige Lebensmittel sind die Gründe dafür. Ein AK-Test von 41 Kinderlebensmitteln zeigte kürzlich, dass zwei von drei der untersuchten Produkte nicht empfehlenswert sind. Sie sind häufig fett und süß. Bei der Beurteilung wurden die Kriterien der AK-Ernährungsampel herangezogen. "Auch die Werbung lässt zu wünschen übrig", sagt Schöffl. "Bei fast allen Produkten fanden sich Sujets, vor allem Comics, die besonders Kinder ansprechen."

Tees und "süßes" Gemüse

Unnötige Kalorien können häufig vermieden werden und zwar nicht nur beim Essen, sondern auch bei den Getränken. Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder ungezuckerte Früchte- oder Kräutertees sind besser als gesüßte und gefärbte Erfrischungsgetränke. Als Durstlöscher sind Softdrinks und Limonaden ungeeignet, da sie schnell wieder durstig machen und den Appetit auf Süßes noch steigern. Dazu kommt, dass der Zuckergehalt vieler Saftgetränken auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. "Süßes" Gemüse oder Obst wie Karotten oder Bananen können eine gesunde Alternative zu Naschereien sein. Beim Salat sollten Eltern vorerst auf bitteren Rucola oder Radicchio  verzichten und Kindern Rohkostsalat, beispielsweise mit Weißkohl, anbieten. (red, derStandard.at)

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2 Postings

Da geht es im Artikel um Lebensmittel und Snacks, und das Bild zeigt bunte Zuckerl.
Wie manipulativ ist DAS denn? :-(

Kindersnacks und Babykost sind zwei verschiedene paar Schuhe

Aus dem Artikel geht nicht hervor, dass zwischen "Kindersnacks" und Babynahrung unterschieden werden muss. "Kindersnacks" wie die Kindermilch-Schnitte oder Fruchtzwerge sind nicht gesund. Babynahrung hingegen unterliegt der sogenannten Diätverordnung. Hier wird genau vorgeschrieben, wie die Nahrungsmittel (z.B. Zucker, Eisengehalt usw.) beschaffen sein müssen, um baby- bzw. kindergerecht zu sein.

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