Gesund & Schlank

"Nur vom Hinschauen zunehmen, gibt es nicht"

Maria Kapeller, 23. Dezember 2009 15:48
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    Wie kann man nun am besten sein individuelles, "richtiges" Körpergewicht herausfinden?

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    Diätologin Barbara Angela Schmid plädiert  für individuelle Lösungen statt allgemeiner Diätprogramme

Schlank bedeutet nicht zwingend gesund - Diätologin Schmid über den Weg zum "richtigen" Körpergewicht

Diätkarriere und Jojo-Effekt - der erfolglose Kampf gegen Kilos ist vielen Menschen vertraut. Auf der Suche nach dem "richtigen" Körpergewicht pflastern häufig zahlreiche Abnehmprogramme den Weg. Dabei ist es mit dem "richtigen" Körpergewicht ähnlich wie mit der "richtigen" Einstellung oder dem "richtigen" Lebensmittel: "Ein ultimatives Richtig und Falsch in dem Sinn gibt es nicht", erklärt die Wiener Diätologin Barbara Angela Schmid. Um ein Körpergewicht ernährungsmedizinisch diagnostisch gut zu interpretieren, zieht sie deshalb nicht nur das Gewicht heran, sondern berücksichtigt auch andere Parameter.

BMI und Fettverteilung

Den zum Teil umstrittenen Body-Mass-Index (BMI), der das Gewicht mit der Körpergröße in Relation setzt, hält Schmid zwar für einen guten Richtwert, vermisst hier jedoch die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede wie Alter und Muskelmasse. "So wurde schon mancher Bodybuilder durch seine extrem entwickelte Muskelmasse durch die BMI-Berechnung als übergewichtig angesehen", erklärt die Diätologin.

Neben dem Gesamtkörpergewicht und dem BMI spielt auch die Fettverteilung eine große Rolle: Manche Menschen setzen ihr Fettgewebe eher an Gesäß und Oberschenkel an. Dem äußeren Erscheinungsbild folgend, wird dieses Fettverteilungsmuster auch als Birnenform bezeichnet. Bei anderen bildet sich das Fett um den Bauch herum, hier ist von der Apfelform oder von androidem Fettgewebe die Rede. "Die androide Fettverteilung geht mit einem höheren Gesundheitsrisiko einher, weil dieses Fettgewebe über wichtigen Organen, wie der Bauchspeicheldrüse oder Leber verteilt ist", erklärt Schmid. Die Fettverteilung wird durch die "Waist-Hip Ratio" bestimmt, wobei die Taille in Relation mit der Hüfte gesetzt wird.

Weniger ist nicht mehr

Wie kann man nun am besten sein individuelles, "richtiges" Körpergewicht herausfinden? "Die Frage ist immer: Welcher Grund, welcher Leidensdruck steht dahinter, mir über mein Gewicht Gedanken zu machen?", so die Diätologin. Das "richtige" Körpergewicht bedeutet aus ihrer Sicht jedenfalls nicht, möglichst wenig Kilos auf die Waage zu bringen. Vielmehr ist es "jenes Gewicht, das die Vitalfunktionen, die körperlichen Fähigkeiten eines Menschen am besten unterstützt." Eine gesunde, fundiert ausgebaute Muskelmasse zählt Schmid hier dazu. Bei Untergewichtigen fehlt diese häufig. 

Gesunde Muskelmasse

In jedem Fall plädiert Schmid für individuelle Lösungen statt allgemeiner Diätprogramme. Grundsätzlich gilt deshalb: Je gezielter die Abklärung der Ausgangssituation, umso besser die gesetzten Maßnahmen. Ein Beispiel: Frauen haben oft ein passables Gesamtkörpergewicht, aber die Muskelmasse ist in Relation zum Fettgewebe tendentiell zu gering. In so einem Fall gilt es nicht das Gesamtkörpergewicht zu verändern, sondern die Muskelmasse zu verbessern. Was bedeutet: Nicht weniger Kalorien sind gefragt, sondern eine andere Nährstoffzusammensetzung.

Denn wer durch Fast Food kalorisch so viel zuführt wie der Körper verbrennt, der nimmt zwar nicht zu, gerät aber laut Schmid in einen Mangelzustand an Nährstoffen und schadet damit langfristig seiner Gesundheit. Was den Muskelaufbau betrifft, ist es mit Ernährung allein noch nicht getan. Bewegung gehört zwingend dazu.

Das häufige Empfinden, dass schlanke Menschen grundsätzlich gesund sind und Dicke ungesund, ist damit bereits widerlegt. Schmid rät ihren Klienten, sich neben Körpergewicht und BMI auch immer an der Muskel- und Fettmasse zu orientieren. Die Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) dient dabei als probate Methode die Prozentanteile von Mager- und Fettmasse am Gesamtgewicht zu quantifizieren.

Seines eigenen Gewichtes Schmied

Ausreden wie: "Manche Menschen verdauen eben besser und manche schlechter", lässt Schmid nicht gelten. "Nur vom Hinschauen zunehmen, gibt es nicht", weiß sie und bemüht sich weiter darum aus Menschen mündige Käufer zu machen. Vor Schokolade weglaufen muss deshalb niemand, aber die Auseinandersetzung mit dem eigenen Essverhalten ist in vielen Fällen dringend gefragt. (Maria Kapeller, derStandard.at, 23.12.2009)

Zur Person

Barbara Angela Schmid ist seit 2001 als selbstständige Diätologin mit ernährungspsychologischem Schwerpunkt in Wien tätig. Sie verfügt über ein Diplom für Diätist und Ernährungspsychologie der Akademie Bordeaux in Frankreich. Zuvor war sie unter anderem als Fitness- und Sporttrainerin sowie als Diätistin tätig. 2003 ließ sie sich in Indien in Ayurvedischer Ernährungslehre ausbilden.

Information:

www-iss-dich-frei.at

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springflower
05.01.2010 14:53
HÄufig ist Übegewicht ein Zeichen dafür,

dass das Ökosystem Mensch aus dem Gleichgewicht geraten ist. Nur wer so begabt ist, das Ungleichgewicht immer wieder auszutarieren, kann ein gesundes Idealgewicht halten. Ich gebe zu, dass ich nicht dazu gehöre. Mir ist es im Laufe der Jahre immer weniger gelungen, mich nach öden 9 Stunden Büro, dann noch 1 - 2 Stunden Haushalt + Kind auch noch zu Laufen oder Traben bei Finsternis und Kälte zu motivieren. Aber Gratulation an alle Erfolgsmenschen, die das schaffen!

reismeister
03.01.2010 17:49
Obesity and mortality

"We review the literature concerning obesity and mortality, with reference to body fat distribution and weight gain, and consider potential effects of sex, age, and race on this relation. We conclude that when appropriate adjustments are made for effects of smoking and underlying disease, optimal weights are below average in both men and women; this appears to be true throughout the adult life span."

http://www.ajcn.org/cgi/repri... 66/4/1044S

Jadzia Dax1
29.12.2009 19:55

Prinzipiell wäre es mal sinnvoll nicht von Gewicht sondern vom Fettanteil zu reden. Und dann gibt es genügend Daten die besagen, dass LEICHT Übergewichtige die höchste Überlebensrate haben. Dies erscheint auch logisch, da die Fettschicht ja eine wichtige Reserve ist, z.B. bei einer schweren Krankheit. Ich habe z.B. eine BMI von über 25 und meine Ärztin hat gemeint, sie hätte gerne meinen Fettanteil. Sie haut schon eine kleine Krankheit total zam, weil sie so gut wie keine Fettreserven hat (und es auch nicht schafft, diese aufzubauen)

contains sugar
29.12.2009 21:26

zwischen 25 und 30 ist am besten, weil man da am längsten lebt.
untergewichtige sterben mit großem abstand am frühesten. (wohl aus den von dir genannten gründen)

Maggot Brain
04.01.2010 12:02

ich kenne keine einzige übergewichtige 100-jährige Person. Die sind alle schlank!

Chocoholic
04.01.2010 13:46
Ja, sonderbar, nicht?

Im Alter verlieren die meisten Uebergewichtigen ihr Gewicht wieder. Deswegen ist ab einem gewissen Alter Gewichtsverlust eine toedliche Sache.... Sie kennen offensichtlich die Geschichte von 100jaehrigen nicht wirklich... Viele haben Fotos von der Zeit, als sie 50-60jaehrig und uebergewichtig waren.... was schreib ich da, 10-15 Kilo ueber dem angeblich gesunden Normgewicht lagen....

contains sugar
05.01.2010 18:30

gewichtsverlust im hohen alter geht sehr häufig mit "tod" einher. die etwas molligeren leben weit länger.

Ingrid Goeschl1
29.12.2009 12:36
Eines darf man bei der ganzen Diskussion natürlich nicht übersehen -

der Schlankheitsdruck ist ein Riesengeschäft!

Angefangen von Büchern, Illustrierten etc. über Schlankheitsinsitute, Ärzte, Pharmaindustrie etc. bis hin zu Diätlebensmitteln und was nicht noch alles werden alljährlich Milliarden daran verdient, Menschen einzureden, sie seien hässlich.

Vielleicht gäbe es ohne den Diätwahn viel weniger Übergewichtige, es wurde in Studien festgestellt, dass vorher Normalgewichtige später zunahmen, wenn man sie längere Zeit unter strenge Diät setzte.

contains sugar
29.12.2009 21:25

der jojo-effekt - nach jeder diät kommt das gewicht wieder zurück und geht zusätzlich noch ein bisschen weiter nach oben, damit der körper gewappnet ist für eine neue "hungerskatastrophe".
macht man viele diäten, glaubt der körper, es gäbe viel hunger - und setzt an, so bald er kann. klar. er will ja vorsorgen, der gscheite körper. der weiß ja nix von vollkommen verrückten modetorheiten.

piroschka d.
25.01.2010 14:56

deshalb ist jede diaet die nicht mit dauerhafter ernaehrungsumstellung verbunden ist (und damit meine ich keineswegs dauerhafte diaet!) zum scheitern verurteilt.

Wie lang wird die menschheit brauchen um das zu begreifen??

contains sugar
25.01.2010 17:42

kurzfristige diäten sind sowieso reiner humbug. ich halte aber auch von dauerdiät (=ernährungsumstellung) nichts.
dafür halte ich viel von selber kochen und den geschmack schulen. das bringt echte lebensqualität und freude. :)

Tomse10
28.12.2009 09:55

Also ich achte auf meine Ernährung, jedoch wird auch oft genüg gesündigt :D
Des weiteren betreibe ich ziemlich viel Sport und komme somit auf einen BMI Wert von 22,1... Damit fühl ich mich sehr wohl und meine, gesund zu sein :)

t-bonesteak
29.12.2009 00:27
vergiss' den bmi

der sagt nicht wirklich was aus.

contains sugar
28.12.2009 10:48

was willst du uns damit nun sagen?

Tomse10
28.12.2009 11:44

Dass man mit halbwegs gesunder Ernährung und genügend Bewegung das oben besagte "richtige" Gewicht erhält ;)
Aber Sie haben Recht - etwas unnötig mein Post. Diese Langeweile :D

contains sugar
28.12.2009 12:22

leider ist das nicht so einfach. wenn du gesund bist und nicht die veranlagung hast, dick oder auch dürr zu werden, stimmt das sicher.
viele dicke und dürre haben aber stoffwechselprobleme oder ein gestörtes hungerbedürfnis. da nützt es dann nichts, denen zu sagen, sie sollen nicht so viel essen, wenn der hunger einfach nicht gestillt ist.
ich glaub, wir sollten einfach alle ein wenig toleranter werden und leute nicht nur nach ihrem aussehen (hautfarbe, körperumfang, etc.) beurteilen lernen. dann wäre vieles besser.

guggi102
28.12.2009 17:20

Sehr viele Eßprobleme kommen meiner Meinung nach auch vom falschen Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern. Da werden auf Biegen und Brechen Rhythmen antrainiert, Fütterungszeiten hinausgezögert, und dann Riesenmengen auf einmal hineingepappt, ohne auch nur irgendwie auf die natürlichen Hunger- oder Sättigungssignale zu achten.
Und dann gehts weiter mit "der Teller wird leer gegessen", " was Du angefaßt hast, mußt Du aufessen", "solange das Mittagessen nicht weg ist, gibts auch nichts anderes", "zumindest gekostet muß werden", - nicht mehr so massiv wie noch vor 50 Jahren, aber es ist schon noch der Erziehungsmainstream.

piroschka d.
25.01.2010 15:00

1. frage ich mich wer hier rotstrichelt?? eine 50gerjahre Oma die die Enkel noch heute zum aufessen zwingt??

2. ja, find ich auch furchtbar wie mit kindern ernaehrungstechnisch umgesprungen wird. das isst du aber jetzt; wenn du jetzt keinen hunger hast, dann gibts halt spaeter auch nix undsoweiter.
FURCHTBAR.

ich hoffe die erziehung heute ist nicht mehr so.

A Voice
29.12.2009 15:22
STimmt sicher

hier lernt das Kind schon mal, dem eigenen Hungergefühl zu misstrauen, bzw dagegen zu essen.

Susanne_B
28.12.2009 13:15

Wenn man feststellt, dass Übergewicht ungesund ist, und meist von falscher und zu viel Ernährung kommt, beurteilt man Menschen nach ihrem Äußeren? Aha!

Das Problem, das Sie schildern, mag vorhanden sein, hat aber andere Ursachen: man isst permanent und verliert so ein normales Hungergefühl. Wenn man aber anfängt, sich ordentlich zu ernähren, kommt dieses Hungergefühl bzw. Sättigungsgefühl wieder. Man kann übrigens auch eine Gemüsesuppe essen, wenn man Hunger hat. Es muss nicht die Leberkäsesemmel sein oder die KArtoffelchips.

Petzi Petz
29.12.2009 09:06

Die Dame(n) erzählen uns dann immer was von Diskriminierung....

Aber was mir noch nie jemand erklären konnte: warum nimmt die Anzahl der Übergewichtigen in den letzten Jahrzehnten so massiv zu wenns doch alles genetisch vorprogrammiert ist und man ja sozusagen gar nix dafür kann?!

Aber auch für Ihre ehrliche Fragen bekommt man von den Damen nur rote Stricherl und Postings von Besserwisserei etc. Erklärungen bekommt man keine.

contains sugar
29.12.2009 21:28
woher die steigende zahl der dicken kommt?

ganz einfach: die WHO hat die definition für übergewicht geändert. früher war alles bis 30 normal, jetzt nur mehr bis 25.
verrückt, wenn man sich die todesraten ansieht, denn diejenigen zwischen 25 und 30 leben am längsten. eigentlich sollte das das normalgewicht sein, 20-25 sollte leichtes untergewicht sein und unter 20 schweres untergewicht.

Susanne_B
30.12.2009 10:00

In meiner Schulzeit gab es, wenn überhaupt, mal ein molliges Kind in der Klasse. wenn Sie sich heute zB in Schwimmbädern, Kindergärten oder Schulen umsehen, kommt Ihnen teilweise das Grausen.

contains sugar
30.12.2009 14:21

wenn dir davor wirklich graust, tust du mir wirklich leid.

Susanne_B
04.01.2010 08:33

Ja, es graust mir davor, wenn ich sehe, wie kleine Kinder durch massives Übergewicht zB Schäden am Skelett davontragen. Wie Kniegelenke belastet und geschädigt werden, weil Eltern nciht in der Lage sind, ihre Kinder vernünftig zu ernähren. Erwachsene sollen machen, was sie wollen - wenn die sich von Chips ernähren und fett werden möchten, müssen sie es selbst ausbaden. Für Kinder aber trägt man Verantwortung und die muss man als Mutter/Vater auch wahrnehmen.

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