"Zukunftsweisend": Öffentlich-rechtlichen Auftrag ausschreiben

04. November 2009 20:13

Die EU zwingt Österreich zu kontrollieren, ob der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt

Die EU zwingt Österreich zu kontrollieren, ob der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt. Übernehmen soll den Job eine neue Medienbehörde. Rechtswissenschafterin Claudia Fuchs, Assistentin am Institut für Öffentliches Recht an der Wiener Wirtschaftsuni, findet in einem Vortrag ein anderes Modell unter EU-Bedingungen "zukunftsweisend": die Ausschreibung des Auftrags "staatlich finanzierter Rundfunkdienstleistungen", die der ORF wie auch Private erfüllen könnten.

BBC-Exchef für TV-Steuer

Eine Expertengruppe um den ehemaligen BBC-Chef Greg Dyke plädiert für eine allgemeine Steuer statt Rundfunkgebühren. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 5.11.2009)

WatchOut_Now
06.11.2009 00:29

Der ORF finanziert sich fifty/fifty aus Werbung und Gebühren, und die "offizielle" Sichtweise ist: Der Öffentlich-Rechtliche bringt halt "AUCH" Werbung, weil das ja sooo überlebenswichtig ist. Ich finde folgendes Argument überzeugender: Der ORF ist ein kommerzieller Anbieter, der nebstbei auch Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Auftrag erhält. Dieses Geld für die Erfüllung jener Leistung sollte nicht automatisch an diesen Veranstalter fließen. Ein Poster weiter unten sorgt sich um die Infrastruktur: Kein Anlass! Auch andere Anbieter können dies erschaffen, bzw. im Zuge der Ausschreibung mit erhalten. Kurz gesagt: Ausschreibung JA BITTE!

Fritz de Pomme
05.11.2009 11:36
Juristen-Politik

Es mag ja von akademischem Interesse sein, wenn eine aufstrebende, 30-jährige Uni-Assistentin ( http://www.wu.ac.at/ioer/team... am/cvfuchs ) über Medienpolitik nachdenkt. Ob das den politischen Entscheidungsträgern bei der Entscheidungsfindung weiterhilft, wird man och sehen. Eventuell wäre in dem Zusammenhang noch der wirtschaftswissenschschaftliche Ansatz des Herrn VÖZ-Präsidenten zu berücksichtigen.

Peter Tastenwähler
05.11.2009 12:40
wirtschaftswissenschaftlicher Ansatz des VÖZ-Präsidenten

Sehr lustig. Was soll man noch berücksichtigen - die medienpolitischen Anliegen von Christian Konrad?

Captain Nem0
05.11.2009 11:21
Infrastruktur

Ist diesen Leuten klar, dass das"zukunftsweisende" Modell einer Ausschreibung das Ende der öffentlich-rechtlichen Infrastruktur bedeutet? Die kann auf die Dauer mit so einem Modell nämlich nicht erhalten werden. Vielmehr würds dann nur mehr private Rundfunkunternehmen geben, die halt auch ein paar Sendungen im Sinne eines "Auftrags" machen.

her wig
05.11.2009 13:23

Ist ja jetzt auch schon so, nur dass ein Rundfunkunternehmen ein Monopol hat auf diese lukrativen Aufträge, und ausserdem sind die Aufträge undefiniert und diese Rundfunkanstalt tut was sie will, gerade genug um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen dass das alles nur Beschäftigungsmaßnahme ist...

her wig
05.11.2009 08:49

Ausschreibung ist gut. Und dann den ORF privatisieren und die GIS auflösen. Die staatlichen Sendeaufträge sind aus Steuermitteln zu finanzieren, eh klar.

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