Dem Winter gehen die Skifahrer aus

04. November 2009 18:48
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    Foto: tvb karwendel

    Wer als Kind nicht Skifahren lernt, ist für den Wintersporttourismus verloren, glaubt die Branche und fordert die verpflichtende Wiedereinführung von Schulskikursen.

Bei Österreichs Touristikern schrillen die Alarmglocken

Bei Österreichs Touristikern schrillen die Alarmglocken: Milliardeninvestitionen der Seilbahnwirtschaft könnten verloren sein, wenn es nicht gelingt, bei Kindern die Lust am Skifahren zu wecken. 

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Wien - Die frühen Schneefälle in diesem Jahr haben ein Problem zugedeckt, das für den Wintertourismus in den Alpen noch extrem gefährlich werden könnte: Die Zahl der Skifahrer geht zurück, Nachwuchs kommt nur spärlich nach.

"In Kombination mit dem demografischen Wandel besteht die Gefahr, dass dem Wintersporttourismus, der ein wesentlicher Teil unseres Wintertourismus ist, à la longue die Geschäftsbasis wegbricht", sagte der Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts, Egon Smeral, dem Standard.

Aufgrund der Alterung sei davon auszugehen, dass die Zahl der aktiven Skifahrer weiter abnehme. "Mit siebzig fahre ich keine steilen Pisten mehr bzw. schnalle gar keine Ski mehr an", sagte Smeral. Mit durchschnittlichen Ausgaben von gut 190 Euro je Tag und Person ist der Winterurlauber um einiges spendabler als der typische Sommergast (168 Euro).

Neue Gästeschichten 

Sofern es nicht gelinge, neue Gästeschichten für den Skisport zu begeistern, könnten Milliardeninvestitionen der Seilbahnbranche auf künstlichem Schnee gebaut sein. Österreichs Seilbahnwirtschaft hat in den vergangenen zehn Jahren knapp fünf Mrd. Euro in Aufstiegs- und Beschneiungsanlagen investiert. Allein heuer waren es 550 Mio. Euro - "trotz Wirtschaftskrise", wie man im zuständigen Fachverband betont.

Die hohen Investitionen in Komfort und Schneesicherheit auf den Pisten hat allerdings den Nebeneffekt, dass die Liftkarten Jahr für Jahr teurer werden. Dachte man vor kurzem noch, dass bei Skipasspreisen von 40 Euro je Tag eine natürliche Schmerzgrenze erreicht sei, ist diese längst übersprungen.

"Abgesehen vom hohen Aufwand, der getrieben werden muss, um im Winter dabei zu sein, ist die Konkurrenz zum Skisport enorm groß", sagte Sabine Koppe vom Trendbüro Hamburg: "Statt eine Woche Skifahren kann ich zwei bis drei Wochen Badeurlaub in Thailand machen." Nichtsdestotrotz glaubt die Trendforscherin, dass Jugendliche in Deutschland, den Niederlanden oder anderswo zum Skifahren gebracht werden können. "Man muss sie mit ihren ureigensten Kommunikationsmitteln ansprechen", sagte Koppe. Dazu gehörten Twitter und Facebook. Auch über finanzielle Anreize sollte nachgedacht werden. Koppe: "Man könnte sagen, wer einen Kurs in einer Skihalle in Deutschland bucht, bekommt Prozente beim Urlaub in Österreich. Möglich ist vieles, man muss es nur wollen und tun."

Billigairlines, die im Winter vermehrt Gäste zu Sonnenzielen fliegen, seien auch eine große Chance für Winterdestinationen. "Wenn das Angebot stimmt, der Gast nach Ankunft bequem und ohne langes Drumherum in sein Urlaubsdomizil gebracht wird und das Gepäck auch noch mitkommt, wird er das gern wiederholen", sagte Koppe.

Verpflichtende Schulskikurse

Sorgen um den heimischen Nachwuchs bei den Skifahrern macht man sich auch in der Wirtschaftskammer. Johann Schenner, oberster Touristiker der Kammer und mit Hotels in Bad Goisern (OÖ) und St. Anton / Arlberg (T) am Puls des Geschehens, verlangt die Wiedereinführung der verpflichtenden Schulskikurse, wie es sie bis 1995 gegeben hat. Nahmen in Österreich in den besten Zeiten noch 250.000 Schüler an Skikursen teil, waren es zuletzt nur mehr 150.000 pro Jahr.

"Schulskikurse sind wichtig. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass eine Verpflichtung kommt", sagte der Geschäftsführer des dem Unterrichtsministerium zuarbeitenden Arbeitskreises Schneesport, Johannes Bauer. Vor allem in den Städten sei die Begeisterung für Schulskikurse enden wollend, was mit dem Migrationshintergrund vieler Schüler zu tun habe. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.11.2009)

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Strukturelle Integrität
27.12.2009 18:50
zur diskussion

offensichtlich sehen die poster in diesem forum nur einen teil des schisports. Präparierte Pisten in überfüllten Talgemeinden zu überteuerten Preisen. Zugegeben, nicht jedermanns Traum. Aber Österreichs Staatsgebiet liegt zu 66% in den Alpen, im Winter ist die ökologisch verträglichste Form der Fortbewegung der Tourenschilauf. Jeder, der schon einmal einen Gebirgszug im Winter mit eigener Kraft überwunden und sich auf diese Weise frei gemacht hat, wird mir Recht geben, dass alleine hierfür die Kunst des Schwunges in jeder österreichischen Schule unterrichtet werden sollte. Es regt sich ja auch niemand auf, dass man in den Schulen Schwimmen geht, auch das eine recht unnötige Beschäftigung.

Schurkistani
21.12.2009 12:24

ich bin kein Kind. mich hat die abzocke davon abgebracht, regelmäßig Schiurlaube zu machen. Dazu habe ich keine Lust im frierenden Nebel die überfüllten Pisten runterzurutschen.

helmut wiesel
21.12.2009 09:50
Mit durchschnittlichen Ausgaben von gut 190 Euro je Tag und Person ist der Winterurlauber um einiges spendabler

nona. es geht halt meistens gar nicht billiger.

Poldi Fesch
27.12.2009 18:26
war aber vor

30 Jahren auch schon so, 1 Wo Schiurlaub = 4 Wo Griechenland. Erholungswert gleich, Schnackselfrquenz geringer, da beim Schiurlaub meist nur 1 Hase/Tag geht. Das ist im Sommer leichter

Max Kahlenberg
21.12.2009 00:42
"Verpflichtende Schulskikurse"

Ein schlichtes Konzept, wenn hierzulande solche "Wirtschaftsleuchten" wie Veit-Sorger zugange sind, die die einheimischen Arbeitnehmer immer mehr verhöhnen und auspressen. Und diese sollen dann, auf einmal, ihre Kids in völlig überteuerte (weil nicht leistbare) Schiurlaube schicken müssen ?
Die Absicht ist erkennbar. Zynischer gehts wohl nicht mehr !!!

mojoman
20.12.2009 22:43
ist doch ganz einfach.

die, die schifahren wollen, sollen das tun, und die rechnung dafür bezahlen. die anderen sollen baden gehen, ist doch auch ok! man muss es doch nicht immer allen recht machen ...

gauner
08.11.2009 17:45
Ich bin leidenschaftlicher Snowboarder....

....aber bei den Preisen überleg ich es mir nochmal. Saalbach 2 Tagespass 80.- pro Erwachsenen. Von Kitzbühel, Hinterstoder oder Obertaunern gar nicht zu reden.
Tagesausflüge in kleinstschigebieten wie Lunz am See sind noch drin. Wenn ich daran denke wieviel so ein ausflug mit kindern kostet, versteh ich es!

stolzaufholz
18.11.2009 14:25
Obertauern

Stimme zu, die Ski Amadé Gebiete sind verrückt. Obertauern ist da aber zum Glück nicht dabei und daher (ein bisserl) günstiger.

1/2 Tage
Saalbach 41,70/80,40
Obertauern 37,00/73,50

Um den Unterschied kann man sich schon mit einer ordentlichen Jausen ausstatten

helmut wiesel
21.12.2009 09:57
Obertauern ist da aber zum Glück nicht dabei

finde ich nicht. wenn du 4 Tage in der Region Altenmarkt bist kannst, du dir mit der Amade Mehrtageskarte nicht flexibel (Schönwetter) aussuchen wann du Obertauern machst.

jacohe
06.11.2009 08:24
Luxus Schifahren

Wir, eine Familie mit zwei heranwachsenden Kinder. Ein Kind braucht jedes Jahr ein Teil der Ausrüstung neu. Dann werden jedes Jahr um einen hohen Prozentsatz die Liftkarten etc teurer. Könnten wir nicht bei Verwandten im Schigebiet wohnen, ein Schiurlaub wäre unmöglich!

Ischgl
05.11.2009 19:02
Schifahren ist von gestern

Ich habe im Elternbeirat gegen die obligatorische Schiwoche gestimmt. Obwohl am Anfang die meisten dafür waren, hat am Ende die Vernunft gesiegt. Die Hauptargumente der Eltern waren: Preis! - Leistungsverhältnis; Verletzungsrisiko, mangelnde Qualität in den Unterkünften; ökologische Gründe und die Meinung, daß man heute nicht mehr Schifahren können muß. Jetzt wird es eine Bildungsreise nach London und Westengland. Sprache und Kultur sind wichtiger und zukunftsorientierter als das heutige Schifahren. Bis das allerdings unsere Tourismusindustrie schnallt, gibt es keinen Schnee mehr.....

ya_ya
 
21.12.2009 10:33
Das Preis-Leistungsverhältnis ist sensationell!

Bitte beachten Sie vorallem die positive Wirkung des alpinen Skisports auf den Gesundheitszustand. Das Verletzungsrisiko ist weit geringer bei Fußball. Höher natürlich als bei einer Bildungsreise nach London. - Die Reise nach London ist im Übrigen auch später zu gleichen Konditionen erhältlich.

Nur im Rahmen eines Schulskikurses hat man die Möglichkeit zu weit vergünstigten Schulskikursskipässen oder Ausrüstungen im Verleih zu kommen. (35 EUR die Woche für eine Komplettausrüstung)

Die mangelnde Qualität der Unterkünfte ist ebenso ein weitverbreitetes, jedoch unzulässiges Argument.
Spezielle Jugendunterkünfte in Toplagen mit Sporthallen, Komfortzimmern uvm. zeichnen modernen Jugendtourismus aus.

Die Zeiten haben sich hier verändert!

helmut wiesel
21.12.2009 10:09

wie passt eigentlich ihr nick zu ihrer Meinung, dass man nicht Schifahren können muss ;) ischgl und nicht schifahren ist ja eigentlich ein widerspruch.

@bildungsreise mit der schulklasse nach england:
also eine sprachreise ist das meiner meinung nach nicht. werden wohl untereinander nicht so viel (native)englisch sprechen die schüler

clearlake
20.12.2009 18:47
also ich bin froh schulskikurse erlebt zu haben...

auch mit verletzungsrisiko..... - so ist das leben...

Poldi Fesch
18.11.2009 23:07
ein bisserl dicklich

der Papa u. die Kleinen ?

robert rittersmann
27.12.2009 18:14

und selbst? ein bisserl dümmlich?
Ja, offensichtlich, aber Sie müssen das nicht jedem auf die Nase binden, oder?

Poldi Fesch
27.12.2009 18:33
immer schoen

bei sich selber anfangen

schreiber2
05.11.2009 16:00

warum sollen die schulen die wintersportorte mit ihren überzogenen ausbauten unterstützen. nächstens verlangen die golfplatzbetreiber golfwochen. Und wenn schon, dann sportwochen, die den kindern eine große vielfalt an möglichkeiten bieten!

Dr. Seltsam
 
05.11.2009 14:33

Man muss sich entscheiden:
Will man Massentourismus, dann muss die Preisgestaltung realistischer werden.
Will man hohe Preise, dann ist es klar, dass man weniger Gäste hat.

systema radl
05.11.2009 13:09
für sowas sinnloses wie schifahren

auch noch geld zu kassieren, das ist mir schleierhaft..... wennst irgendwo im nirgendwo einen hang hast bist in österreich schon saniert.....

Poldi Fesch
18.11.2009 23:08
weil, sinnvoll

ist ?? Kiten ?

urmili
05.11.2009 11:09

schulskikurs war immer eine super woche

al valió
19.12.2009 07:36

ja, aber nicht wegen dem skifahren ;)

t-bonesteak
05.11.2009 11:08
bei den preisen kein wunder

eine familie mit 2 kindern kann sich um das geld, das eine woche skiurlaub kostet, 2 wochen im nobelclub inklusive jeder erdenklichen extras in die sonne legen

helmut wiesel
21.12.2009 10:13

na sehen sie. für mich ist nobelclub und 2 wochen sonne liegen kein anreiz.
weil mir zb auch das t-bonesteak nach einem schitag ungleich besser schmeckt als nach einen liegestuhltag ;)

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