Warten auf die Gleisschleife

04. November 2009, 18:32

Durch den neuen Hauptbahnhof fahren auch viele Güterzüge

Wien - Durch die schöne neue Hauptbahnhofshalle am Wiedner Gürtel, die bis 2011 fertig sein soll, werden auch jede Menge Güterzüge rumpeln. Bisher in einem Extratunnel am Südbahnhof vorbeigeführt, müssen aufgrund der Zusammenlegung von Süd- und Ostbahn sämtliche Güterzüge künftig den neuen Hauptbahnhof passieren. "Die Lärmbelastung für die am Bahnsteig wartenden Passagiere ist unzumutbar", sagt der grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch.

Abhilfe könnte nur die Güterzugschleife Laaerberg schaffen: Mit dieser neu zu errichtenden Gleisanlage soll der vom Zentralverschiebebahnhof Kledering kommende Güterverkehr über die Donauländebahn durch Oberlaa am neuen Hauptbahnhof vorbeigelotst werden. Im Masterplan Verkehr der Stadt Wien wird die Schleife bereits 2003 als notwendige Maßnahme angeführt. Rund 180 Millionen Euro wären laut dem Papier dafür notwendig. "Das ist nicht nichts, aber auch nicht die Welt", sagt Maresch.

Sowohl der Magistratsabteilung 18 (Stadtplanung) als auch der ÖBB sei völlig klar, dass die Schleife kommen müsse. "Ich verstehe nicht, warum das nicht schon längst passiert ist." Es könne nicht alles gleichzeitig gebaut werden, sagt ÖBB-Sprecherin Alexandra Kastner. "Wir müssen immer abwägen, welche Bauarbeiten zu welcher Zeit durchgeführt werden können." Die Gleis-Schleife am Laaerberg könne außerdem nicht sämtlichen Güterverkehr aus dem neuen Hauptbahnhof verbannen: "Sie ist nur als Entlastung gedacht."

Es werde aber natürlich darauf geachtet, dass die Fahrgäste so wenig wie möglich vom durchbrausenden Güterverkehr mitbekommen. "Diese fahren nicht mitten hindurch, sondern am äußersten Rand." Von den 1000 Zügen, die täglich den Hauptbahnhof passieren sollen, sollen rund 100 ausschließlich Güter transportieren.

Für die Errichtung des neuen Hauptbahnhofs werden ab 13. Dezember Süd- und Ostbahnhof gesperrt. Die Funktion des Südbahnhofs übernimmt vorübergehend großteils der Bahnhof Wien-Meidling, Für den Ostbahnhof wird ein Provisorium errichtet. Der neue Stadtteil rund um den 933 Millionen teuren Bahnhof soll bis 2015 fertig sein. (Martina Stemmer/DER STANDARD, Printausgabe, 5. November 2009)

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15 Postings
black jack
22.02.2010 09:23

Von den 1000 Zügen, die täglich den Hauptbahnhof passieren sollen, sollen rund 100 ausschließlich Güter transportieren.

Die gemischten Züge gehören doch längst der Vergangenheit an? Oder zählt ein Packwaggon als Güterwagen? Gibt es eigentlich noch Packwaggons in IC-Zügen?

K R
11.11.2009 01:30
man nehme zwei randgleise und separiere sie mit zwei betonmauern links/rechts


und siehe, der schlimmste lärm ist weg ... und kostet mit sicherheit keine 180mios

blackhawk
18.02.2010 16:53
Geht nicht...

...da müsste man ja planen können.
Wien ist anders - steht ja überall!

gawi  
10.11.2009 09:36

Und in anderen Bahnhöfen ist den Wartenden der Güterzuglärm zuzumuten?
Liebe Grüne, das ist doch lächerlich und zeigt nur, dass ihr kaum Bahn fährt. Ich bin Pendler und habe unter Leidensgenossen noch nie mitbekommen, dass sich wer über Lärm der durchfahrenden Züge beschwert, eher wg. Durchsagen, die immer dann kommen, wenn ein Zug durchfährt. Da gibt's ganz andere Themen: Pünktlichkeit, Überfüllung und nochmals PÜNKTLICHKEIT! Kein Mensch interessiert sich für irgendwelche Bahnhofsprachtbauten, solange die nicht komplett versifft und behindertengerecht sind, paßt das schon. Wir brauchen keine VIP-Loungen etc. ich will vom Bahnhof pünktlich wegfahren und dort so wenig Zeit wie möglich verbringen!

x12r13
08.11.2009 08:58
typisch..

Kein Geld, keine Fahrgäste, Hundertschaft an überpriviligierten Personal - aber Bahnhöfe wegreissen und durch teure Neubauten ersetzen. Wenns wenigstens das eigene Geld wäre. HAHA, wofür gibts den Steuerzahlerdeppen!
Die Nachteile der Bahn gegenüber den MIV werden damit nicht besser:
*) Langsamer, da ein Netzbetrieb nie so optimiert werden kann wie der Punkt-zu-Punkt Verkehr
*) Für Transporte ungeeignet - sogar fürs Fahrrad muss man extra löhnen
*) Bequemlichkeitsverlust durch deutlich längere Gehwege, besonders bei "schlechtem Wetter"
*) Erheblich höhere Kosten: Wenn man sich die leeren Züge anschaut (Auslastung nur während ca 5h Kernzeiten) weiss man wieso man bei der Kostendeckung vom Fahrschein nur auf 30% kommt.

Marianne M
04.11.2009 21:09
Der Bahnhof...

wird uns noch ordentlich Nerven kosten. Hoffentlich ist Maresch nicht der einzige, der ÖBB und Stadt Wien auf die Finger schaut, sonst gibt's ein nämlich ein Skylink Teil 2.

Waldgaenger
04.11.2009 18:56
Frage

weiß jemand wann die neue Bahnstrecke von Wien nach St. Pölten fertig wird, die Fahrt auf der alten Trasse ist so öde dass ich immer das Auto nehme.

Schnabeltierfresser
06.11.2009 00:25
Zusammen mit dem Hbf.

Michael Jack Dundee 
19.02.2010 16:06

So früh schon?

BraS
05.11.2009 09:51

na, die Fahrt durch endlose Tunnel und zwischen Sichtschutzwwänden wird sicher viiiieeeel weniger öd.

Das fünfte Element
05.11.2009 12:18
wenn sie als pendler die strecke täglich fahren lesen sie ohnehin ein buch dabei

da ist es wurscht was draußen am fenster vorbei zieht

der_kleine_pariser 
02.06.2010 22:59

Du gehst davon aus, dass der obige poster lesen kann.

;)

sohn i
05.11.2009 10:35
Öd schon ...

... aber zumindest flotter.

Die dritte Seite der Medaille
04.11.2009 22:02

und die Autostrecke ist weniger öd?

living reef
15.11.2009 09:37
nein, da gibts zur abwechslung immer wieder baustellen

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