Interview mit Autoexperten

"Aspern nicht gefährdet"

04. November 2009 18:30
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    Foto: standard/tu wien

    Experte Sihn: "Als die Geschichte mit der EU-Kommission auf den Tisch kam, war das für Magna die perfekte Situation, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ohne das Gesicht zu verlieren."

Der Autoexperte Wilfried Sihn erwartet nach dem geplatzten Deal zwischen GM und Magna Werksschließungen bei Opel. Für Aspern sieht er keine Gefahr

Der Autoexperte Wilfried Sihn erwartet nach dem geplatzten Deal zwischen GM und Magna Werksschließungen bei Opel. Für den Standort Wien-Aspern sieht er keine Gefahr, sagte er zu Günther Oswald.

***

STANDARD: General Motors (GM) will Opel doch nicht verkaufen. Welche Auswirkungen hat die Absage?

Sihn: Man wird sich sicher überlegen, ob man die Produktionsstruktur aufrechterhält. Die zukünftigen Märkte von Opel liegen sicher nicht in Deutschland. Ich rechne damit, dass eines von vier Werken in Deutschland, am ehesten Kaiserslautern, geschlossen wird. Auch das Werk in Belgien wird sicher zur Diskussion stehen. Ich gehe aber auch davon aus, dass Opel-Aspern nicht gefährdet ist. Aspern ist von der Produktionsstruktur und der Technologie hervorragend aufgestellt. Die werden ihren Weg gehen, egal unter welcher Führung.

STANDARD: Was hat letztlich zum Platzen des Deals geführt?

Sihn: Nachdem Angela Merkel von der EU-Kommission gezwungen wurde, zu sagen, dass die deutsche Staatshilfe jedem Investor zur Verfügung stehen würde, hat sich für GM einfach eine neue Situation ergeben. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich gesagt haben: Wir wissen eh selbst, wie es geht.

STANDARD: Hat Opel nun überhaupt eine Überlebenschance?

Sihn: Sicherlich. Die Frage ist, wie gut man Opel für die Zukunft fit macht. Man hat in den letzten fünf Jahren die Qualität in den Griff gekriegt. Aber eingebettet in GM waren sie nicht erfolgreich. Die besseren Chancen hätte Opel aber sicher mit Magna gehabt.

STANDARD: Was bedeutet die GM-Entscheidung nun für Magna?

Sihn: Als die Geschichte mit der EU-Kommission auf den Tisch kam, war das für Magna die perfekte Situation, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ohne das Gesicht zu verlieren.

STANDARD: Also kann Magna eigentlich froh sein?

Sihn: Für Magna war es eine gute Entscheidung. Das Unternehmen steht zwar gut da, hat aber - wie alle Zulieferer - große Umsatzrückgänge, was zu Strukturveränderungen führen muss. Die haben genug Hausarbeiten zu erledigen. DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.11.2009)

Zur Person

Wilfried Sihn (54) ist Professor für Betriebstechnik und Systemplanung an der TU Wien.

Kommentar posten
15 Postings
tramezzino
05.11.2009 18:10
wenn opel dicht macht

dann ist auch aspern mausetot.

Herr und Frau Österreicher
 
05.11.2009 14:52
was ist ein Auto-Experte?

- einer der viel Auto fährt?
- einer der Autos repariert?
- einer der viel über Autos liest?
- einer der Autos baut?
.....

uncle sam3
05.11.2009 13:57
"Aspern nicht gefährdet"

"Die AUA ist saniert".

komm freunde - bisserl lernfähig sollt man schon sein...

Gefühlte Deflation
05.11.2009 13:22

Aspern ist solange nicht in Gefahr, als es Opel nicht ist. Also keine rosigen Aussichten.

Rea List
05.11.2009 08:45
warum klingen expertenmeinungen oft wie eine drohung

Radi Ator
05.11.2009 07:20
Für Aspern sieht er keine Gefahr

wie lieb. das haben unsere politiker (auf österreich bezogen) im letzten jahr bei der bevorstehenden wirtschaftskrise auch gesagt.
gm hat es gemacht wie bayern münchen. einkaufen (bzw. in diesem fall) behalten um den mitbewerb (magna + know how transfer in den osten) zu schwächen bzw. zumindest nicht zu stärken. dafür nimmt man offensichtlich lieber einen kaum noch zu vermeidenden konkurs in kauf.

derfalke
04.11.2009 21:26
Aspern ist hochgradig gefährdet.

Schon in wenigen Wochen wird sich das herausstellen. Leider.

itavalda
04.11.2009 23:09

Wenn es der Herr Professor aber sagt ! Schließlich kann man vom gläsernen Turm der geschützten Wissenschaft direkt in die Konzernzentralen sehen.
Wenn nicht gerade streikende Studenten dazwischen stehen.

Major Nelson
 
04.11.2009 22:47
Das ist erstaunlich.

Egal zu welchem Thema du postest, du hast ausschließlich hochgradig unrecht.

Aspern war natürlich nie gefährdet. Egal wem Opel gehört. Das Werk Aspern gehört GM Powertrain, nicht zu Opel, und ist das profitabelste Motoren- und Getriebewerk des ganzen Konzerns sowie das mit der höchsten Qualität. GM wäre total schwachsinnig, das zuzusperren.

Heinz Hackinger
05.11.2009 07:46
Aber eines ist schon merkwürdig,

dass man extra die Meinung von Autoexperten Wilfried Sihn einholt, wenn Aspern sowieso nie gefährdet war und auch zukünftig nie sein wird.

Just N. Opinion
 
05.11.2009 12:04
was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?

der standard fuehrt ein interview mit einem autoexperten der tu wien. ja und? ist ja nicht so, dass herr sihn darueber zu entscheiden haette, ob das werk aspern zusperrt oder nicht.
es fragt auch nicht general motors herrn sihn, was sie denn seiner meinung nach mit aspern tun sollen.

dahofawors
04.11.2009 20:31
ich hab schon lang eine idee

falls auto-motorenwerk bzw. getriebewerk zusperren sollte, kann man dort fertigteilhäuser erzeugen.
sozusagen container für die ganze welt, mit allem klimbim.
container zum wohnen, in unterschiedlichen zusammenstellungen für vers. große wohnungen.

tramezzino
05.11.2009 18:11

oder unkaputtbare christbäume, aber der markt dafür wäre ja auch relativ schnell gesättigt...

Der sich den Wolf tanzt
04.11.2009 22:58
I man i tram
04.11.2009 22:38
mach's

LOL

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