Opposition kehrt am Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft trotz Drohungen auf die Straßen zurück
Teheran - Das iranische Regime hatte an Sicherheitskräften aufgeboten, was es nur konnte: Auf 40.000 wird von Beobachtern die Zahl der Bewaffneten geschätzt, die sich am 30. Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft in Teheran auf den Straßen aufhielten. Aber die Demonstranten - die den Tag der traditionellen antiamerikanischen Proteste für ihre eigenen Zwecke benützten - waren gut organisiert. Völlig unvermittelt tauchten sie in Gruppen von ein paar hundert Leuten auf, etwa auf der Mitte einer Kreuzung, und zogen ihre grünen Bänder - grün ist die Farbe des Protests gegen das Regime - hervor, berichtet ein Augenzeuge aus Teheran dem STANDARD.
Er berichtet auch von Akten der Solidarität von Unbeteiligten den Demonstranten und Demonstrantinnen gegenüber: So hätten Bewohner ihre Häuser geöffnet, um den Oppositionellen die Flucht vor den Sicherheitskräften zu ermöglichen. Auch die Autofahrer hätten willig mitgetan, den Anhängern der "Grünen Bewegung" auf den Straßen Platz für ihre Kundgebungen zu geben. Die Sicherheitskräfte gingen mit Schlagstöcken und Tränengas auf die Demonstranten los, um sie auseinanderzutreiben, waren aber eher erpicht, große Zusammenstöße zu vermeiden. Es gab aber auch Berichte über Schüsse auf dem Haft-e-Tir-Platz. Sicher ist, dass es Verletzte gegeben hat. Laut Schätzungen wurden mindestens 2000 Menschen verhaftet.
Seit Dienstag wird in Teheran ab Punkt zehn Uhr abends auch wieder "Allahu Akbar" von den Dächern gerufen. Das war zuletzt eingeschlafen - wie überhaupt Beobachter von der Wucht der Demonstrationen am Mittwoch eher überrascht waren. Proteste soll es auch in anderen Städten des Iran, etwa in Shiraz, gegeben haben.
Die Opposition hatte trotz der Warnungen zu den Protesten aufgerufen, der Präsidentschaftskandidat und frühere Parlamentspräsident Mehdi Karrubi nahm selbst daran teil. Gegen die Oppositionsproteste fielen die vom Regime organisierten antiamerikanischen Demonstrationen ab. Selbst das staatliche iranische Fernsehen tat sich schwer, die Rufe "Tod dem Diktator", die anstelle des gewünschten "Tod Amerika" zu hören waren, aus seinen Berichten herauszufiltern.
Auf den Regimeveranstaltungen zum 30. Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft - wobei 1979 52 Amerikaner 444 Tage lang festgehalten wurden - wurden die Oppositionellen von den Sprechern scharf angegriffen. Sie würden nur den Feinden des Iran dienen. US-Präsident Obama appellierte in Washington an die Führung in Teheran, dem iranischen Volk eine bessere Zukunft zu bieten. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 5.11.2009)
die Rufe "Tod dem Diktator", die anstelle des gewünschten "Tod Amerika" zu hören waren
wenn in einem regimegeführten land die leute es wagen, tod dem diktator zu schreien (und dabei den staatspräsidenten meinen), dann muss sich schon wirklich viel frust und zorn angestaut haben....
hut ab vor den demonstranten (wie es ausgehen kann: siehe tienanmen, prag68, etc.)
bleibt nur, dem iran zu wünschen, dass es wie in berlin 1989 ausgeht
kann ich bestätigen, letztes Jahr in Iran hat jeder Taxifahrer gleich beim 2.-3. Satz angefangen über dieses Regime/diese Machtstruktur herzuziehen.
kann mich an einen Fahrer erinnern der aus ganzem Herzen den Satz sagte "Dieses Land ist krank, wir brauchen ein Medikament gegen diese Krankheit"
Es geht schon lange nicht mehr um den Präsidenten, es geht um diese religiös-geführten-Wirrköpfe, die das Land und seine Geschichte seit 30 Jahren gefangen halten und foltern.
Die Geschichte wird sich auch von diesen Blutegeln befreien.
... bei der getöteten Neda wurde das Kreuz "weggeframt" - außerdem ist das hinterlegte Lied nicht auf Farsi gesungen.
Dein Vorschlag ist somit ein westpropagierendes Bellizistenvideo. Einfach zum Kotzen - man muss kein Freund des iranischen Regimes sein, um die westlich vertrottelte Propaganda abzulehnen.
Und das sagts grad du falsche S*u! Du freust dich ja über jeden Ermordeten in Afghanistan und im Irak, jeder Selbstmordattentäter lässt dein Herz freudig pochen, jeder tote Amerikaner ist ein Freundentag für dich und jetzt tust du auf einmal auf scheinheilig, du mieser Schreibtischtäter!
und wer garantiert ihnen das aus dem Internet alles stimmt ?
Jeder Hobby Filmemacher kann ihnen aus ein paar Videosequenzen einen mitreisenden Propagandafilm machen (siehe 9/11 Verschwörung)
Also ich gehe zu 90% so vor das ich soviele Infos von Beiden Seiten wie nur möglich einhole und dann bilde ich mir meine Meinung bzw. gebe ich sie z.B. hier im Forum weiter.
Ich würde nie eine Meinung z.B. zum Thema Fußball in ein Form reinschreiben weil ich einfach keine ahnung davon habe.
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