Standard-Leserpreis an iranischen Film "About Elly"
Wien - Mit der neuen Komödie der Coen-Brüder, A Serious Man, und der Verleihung der Filmpreise feierte die Viennale Mittwochabend im Wiener Gartenbaukino ihren Abschluss. Sieger der Standard-Leserjury wurde der iranische Spielfilm Darbareye Elly / About Elly von Asghar Farhadi, der die "Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen offenlegt und zugleich einen seltenen Blick auf die bürgerliche Mittelschicht Irans gewährt" , so die Jurybegründung. Prodigal Sons von Kimberly Reed wurde lobend erwähnt.
"Ich habe so etwas - jedenfalls in dieser ästhetischen Form - noch nie gesehen!" : So leitete die Jury des Wiener Filmpreises, der erstmals in den Kategorien Spielfilm und Dokumentarfilm verliehen wurde (je 14.000 Euro), ihre Auszeichnung von Jessica Hausners Lourdes ein. Bester Dokumentarfilm wurde Cooking History von Peter Kerekes. Den Fipresci-Preis der Filmkritik erhielt der chinesische Film Xiao Li Zi / Survival Song von Yu Guangyi.
Noch "vorsichtig hochgerechnet" verzeichnet die Viennale in diesem Jahr 94.800 Besucher und damit um 2700 Besucher mehr als im Vorjahr. Die Auslastung ist damit von 76,8 auf 79,6 Prozent gestiegen. Festivaldirektor Hans Hurch sprach von "einer schönen Bestätigung und Ermutigung für das, was wir im Laufe des Jahres gemacht haben."
Von insgesamt 345 Vorstellungen sind 124 ausverkauft gewesen. Besonders das Tilda-Swinton-Tribute und die US-Komödien-Retrospektive im Filmmuseum, die knapp 5900 Besucher und damit um 35 Prozent mehr als im Vorjahr anlockte, waren erfolgreich.
Für 2010 kündigte Hurch, dessen Vertrag bis 2013 verlängert wurde, eine kuratorische Zusammenarbeit mit dem französisch-schweizerischen Regisseur Jean-Luc Godard an, der derzeit an einem neuen Film mit dem Titel Socialism arbeitet. Besserung versprach man bei den technischen Problemen im Vorverkauf. (kam / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.11.2009)