Suche nach Leben im All abseits von irdischen Vorbildern

8. November 2009, 17:46

Plattform von ForscherInnen will mögliche Formen von exotischem Leben abseits von Kohlenstoff und Wasser als Lösungsmittel ausloten

Wien - Waren WissenschafterInnen auf der Suche nach Leben außerhalb unseres Planeten zu sehr auf irdische Vorbilder fixiert? Nach dieser Frage hat sich nun eine Plattform von seriösen ForscherInnen etabliert, welche mögliche Formen von exotischem Leben abseits von Kohlenstoff und Wasser als Lösungsmittel ausloten wollen. Die universitäre Plattform "Alternative Solvents as a Basis for Life supporting Zones in (Exo-) Planetary Systems" - kurz Exolife - wurde von Maria Firneis vom Institut für Astronomie in Kooperation mit Regina Hitzenberger von der Fakultät für Physik (beide Universität Wien) ins Leben gerufen.

Im Prinzip ist jegliches bekanntes Leben auf der Erde nach dem gleichen Muster gestrickt. So dienen durchwegs Kohlenstoff-Atome als Grundgerüste der Lebensmoleküle. Als Lösungsmittel, in dem etwa Stoffwechselvorgänge ablaufen dient - ebenso universell - Wasser. "Doch das muss nicht immer und überall so sein", erklärte Johannes Leitner, Mitarbeiter von Firneis. 

Alternatives Grundgerüst für Lebensmoleküle

Als alternatives Grundgerüst für Lebensmoleküle wird - nicht zuletzt in der Science Fiction-Literatur - immer wieder Silizium genannt. Aber gerade das hält Leitner für eher unwahrscheinlich. "Solche Verbindungen wären sehr starr und beispielsweise mit einer Evolution schwer zu vereinbaren", so der Astronom. Was nun ausgelotet werden soll ist daher weniger der Ersatz der Kohlenstoffes, sondern von Kohlenstoff-Partnern. Die Kombination aus Kohlenstoff und Sauerstoff - wie bei irdischen Lebensformen - hat beispielsweise den Nachteil, dass sie nicht sehr hitzestabil ist. Bei einer Kombination aus Kohlenstoff und Stickstoff würde die Sache schon wieder anders aussehen.

Ersatz von Wasser durch alternative Lösungsmittel ist ein weiteres heißes Thema der Plattform. Als solche kommen etwa Ammoniak, Formamid oder auch Schwefelsäure in Frage. Schwefelsäurewolken werden beispielsweise auf der Venus nachgewiesen. Wäre in solchen Substanzen irgendeine Form von Leben möglich - und sei es noch so fremd - würde sich die Zahl der möglichen bewohnten Orte im Universum deutlich erhöhen. Auch die relativ engen, sogenannten habitablen Zonen innerhalb von Planetensystemen könnten zu "Life supporting Zones" erweitert werden.

Eine eigenes Problem ist allerdings, wie man derart exotisches Leben auf fremden Planeten und Monden nachweisen könnte. Bisher gelingt es nicht einmal, sicher zu sagen, ob ein ferner Himmelskörper mit Leben in uns bekannten Bahnen gesegnet ist. Generell ist es den WissenschafterInnen um Firneis ein Anliegen "den astronomischen Geozentrismus" aufzubrechen und die Suche nach Spuren von Leben im All um neue Parameter erweitern. (APA, red) 

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natürlich gibts auserirdische -.-

Annahme...

...wenn wir ins All blicken, sehen wir die Vergangenheit. Wenn dann ein Besucher vom All käme, würde er doch von unserer Zeitrechnung aus, von der Zukunft kommen. Da alles "Jetzt" ist (auch Vergangenheit + Zukunft) ist alles unendlich...d.h.: Leben existiert da draußen aber es muss nicht sein, dass wir es je erfassen werden, da es in ganz anderen Dimension existiert...aber gespannt bin ich trotzdem...;-)

Achtung, Denkfehler:

Wenn wir ins All blicken, dann sehen wir nur deshalb in die Vergangenheit, weil sich das Licht mit Lichtgeschwindkeit (C) zu fortbewegt hat und die Entfernungen zwischen Lichquelle und uns extrem groß sind. Sollte es irgendwem da draussen je gelingen die "Lichtmauer" (analog zu Schallmauer) zu durchbrechen und mit 100.000facher C zu uns zu reisen, so kommt er natürlich aus der Zukunft, da er dann in der Zeit rückwärts reisen würde (was in Einsteins Universum aber unmöglich ist). Andererseits, wenn er sich mit knapp C fortbewegt, dann ist er zB zur Zeit, als bei uns die ersten Fische an Land gingen weggeflogen u kommt jetzt bei uns an. Wenn er nahe genug an der Lichtgeschwindigkeit ist, so dauert der Flug für ihn nur ein paar Stunden.

Früher

oder später wird man Leben außerhalb unserer Erde finden. Ob das nun auf Kohlenstoff oder etwas anderem basiert wird sich zeigen. Ich denke, das alles was möglich ist, auch irgendwo von der Natur realisiert wurde. Die Frage ist, wie und wann finden wir es. Und was stellt es dann mit uns an?

Ob überhaupt und wann wir auf ausserirdisches Leben stoßen

ist einerseits eine Frage der prinzipiellen Existenz desselben und andererseits auch eine Frage der Entwicklung unserer Technik. Zeit und Raum sind die Faktoren, die es zu überwinden gilt.

Ausnahmslos immer wird davon ausgegangen, dass außerirdisches Leben höher als unseres entwickelt ist.
Die Chancen hierfür stehen aber genau bei 50:50.

Dieses Phänomen können wohl nur Psychologen erklären.

;)

warum "genau 50:50" und nicht 12:78?

Welche 50%

hättens denn gern? :)

Wir wissen nicht, ob's 50:50 ist.

Bisher war es aber so, dass es unmöglich zu entdecken wäre, wenn es nicht höher entwickelt ist und mehr oder weniger auf sich aufmerksam macht. Das könnte sich nun eventuell langsam ändern, zumindest, was unser Sonnensystem betrifft.

Andere Bedingungen, andere Replikatoren,

andere Evolutionsentwicklung. Das Grundprinzip der möglicht hohen und stabilen Replikation der eigenen Information ist der kleinste gemeinsame Nenner, alles andere hängt von den Bedingungen ab.

Das selbe Problem von der anderen Seite her gesehen:

http://www.youtube.com/watch?v=l... 9E&index=5

bei den vorgeschlagenen lösungsmitteln bin ich etwas skeptisch...

ammoniak: flüssig zwischen -33 und -77 grad bei 1 bar druck... etwas klein das fenster für meinen geschmack auch wenn es ansonsten nicht so schlecht ausschaut mit den phys eigenschaften...

formamid: hat wiederum mit 2-210 grad einen sehr weiten flüssigen bereich ist aber über 90 grad nicht mehr stabil und zersetzt sich ab 200 vollkommen...
in diesem temp-bereich ist es aber extrem hygroskopisch was bei einem vorhandensein von wasser zu einer aufnahme desselben und damit eine 'verdünnung' der lebensgrundlage zur folge hätte...

das gleiche gilt für schwefelsäure...

und wenn solche hochmolekularen verbindungen, die ua aus O und H bestehen, vorhanden sind, dann ist wasser sicherlich auch vorhanden!
da muss man doch was anderes suchen imo...

Ich vermute mal eher das sich die Außerirdischen wundern wie wir so gut mit O2 und H2O zurechtkommen. Erklären sich aber vermutlich unsere Primitivität. Auf Kohlenstoff basierende Lebewesen...wie Rückständig^^

Geh, lest Mal Stanislaw Lem

in seim Nom steckt jo s'Lem scho drin.
Der hod wenigstens originelle Ideen kopt. Wesen, die Zeit als Lebensraum manipulieren und so. Oiso? Bissi mehr denken und net nur ethnozentrischs "Weil wir hoid net mea wissn, gips ned mehr" brabbln...

Theo, wir fahrn nach W[u]udsch

Nun ja, eigentlich spricht sich sein Name, genau genommen "Lem" (d.h. mit diesem polnischen Dabbeljuh-L), ja nicht wie "Lehm", sondern wie "W[u]emm" aus.

Dafür mag ich aber ihre Ihre Orthographie der, so müsste man es korrekterweise wohl bezeichnen, dialektgeprägten Hochsprache. Ad Londo Mollari: papperlapapp - ick liebe diese ulk'je Sprache! Nur der Apostroph erweist sich wieder einmal als tückisch. Seitdem man den Sachsen, statt beim bewährten Russischuntericht zu bleiben, nach 1989 vom sächsischen Genitiv erzählt hat, rollt eine Welle großer Unsicherheit im Umgang mit ihm durch den deutschsprachigen Raum, die längst die ehemalige Zonengrenze wie auch die Grenzen des Genitivs (Genitiv's??) hinter sich gelassen hat.

Hier irren Sie leider.

In Stanislaw haben Sie zwar das "polnische dabblejuh" , allerdings nicht in LEM. Dort ist es ein normales "L" wie Limonade.

Sie sagen das mit soviel Bestimmtheit, dass ich annehme, dass Sie recht haben. Ich war mir deshalb so sicher und habe es nicht überprüft, weil ich meinte, ein polnischer Freund hätte mir das einmal gesagt - aber das liegt lange zurück. Vielleicht hat mir mein Gedächtnis da einen Streich gespielt.

Ich bin am Bodem zerstört, in den ich versinken möchte- sogar das kurze "e" scheint zu wanken.

Hab ich mir auch gedacht, das klingt eher wie "Lääm", oder?

ja.

Bin zwar kein gebürtiger Pole, habe dort aber Wurzeln geschlagen ( auch wenn die Krone noch in Österreich ist...)

bissi weniger fantasiebuecher und wissenschaftliche facharbeiten verwechseln..

(auch wenn ich lem fuer gut halte, das sei nur angemerkt)

lernen Sie bitte Deutsch. Danke.

ich habs verstanden.

rechtschreibung und grammatik wird überbewertet!

Lem sollte sowieso jeder lesen, der sich für das Thema interessiert. "Fiasko" oder "Die Stimme des Herrn" sind richtige Augenöffner in der Hinsicht, vor allem was Projekte wie SETI u.a. angeht.

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