Zwei Studien, ein Ergebnis: Nano-Teilchen können schädigen

9. November 2009, 14:13

Nano-Teilchen aus Kobalt-Chrom können Zellen durch eine intakte Barriere hindurch schädigen - auch Auswirkungen auf Mikroorganismen in Gewässern untersucht

Bristol/Wien - Der Expertenstreit über Fluch oder Segen von "Nano" ist um einen beunruhigenden Aspekt reicher. Britische WissenschafterInnen unter der Federführung des Bristol Implant Research Centre am Southmead Hostpital in Bristol konnten experimentell nachweisen, dass jedenfalls Nano-Teilchen aus Kobalt-Chrom Zellen durch eine intakte Barriere hindurch schädigen können. Solche Partikel können als Abrieb von Implantaten entstehen.

Die ForscherInnen testeten Teilchen mit einer Größe von rund 30 Nanometern (ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters), also klassische Nano-Teilchen. Um die indirekten Wirkungen solcher winzigen Partikel überprüfen zu können, züchteten sie eine mehrlagige Schicht aus menschlichen Zellen, vergleichbar etwa mit der sogenannten Blut-Hirn-Schranke in einem Organismus. Diese diente dann als dichte Barriere zwischen den Nano-Teilchen und den eigentlichen Test-Zellen.

Grad der Erbgut-(DNA-)Schädigung

Es zeigte sich, dass der Grad der Erbgut-(DNA-)Schädigung der durch die nachweislich intakte Barriere geschützten Zellen ähnlich ausfiel, wie bei einem direkten Kontakt mit den Nano-Partikeln. Beim Vergleich zwischen einer porösen Membran und der Zell-Barriere zeigte sich, dass die Erbgut-Schädigungen hinter den Zell-Schichten sogar heftiger ausfielen.

Das brachte die WissenschafterInnen zu der Ansicht, dass die Nano-Teilchen zwar die Barriere nicht durchqueren konnten, sehr wohl aber Vorgänge in den Barriere-Zellen selbst auslösten und etwa Signalmoleküle freisetzten, welche dann zu den Auswirkungen dahinter führten. Alles in allem resümieren die WissenschafterInnen, dass derlei indirekte Wirkungen in die Beurteilungen von Nano-Risiken Eingang finden müssten.

Weitere Studie

Indessen präsentierten Umweltwissenschafter der Uni Wien eine weitere Studie, in der sie Hinweise auf zellschädigende Wirkungen von Nano-Partikeln fanden. Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift "Environmental Science & Technology" veröffentlicht. Konkret untersuchten Teams um Thilo Hofmann vom Department für Umweltgeowissenschaften und Tom Battin vom Department für Limnologie der Universität Wien die Wirkung von künstlich hergestellten Nanopartikeln auf Mikroorganismen in Gewässern. Solche Teilchen sind definitionsgemäß kleiner als 100 Nanometer, wobei ein Nanometer der millionste Teil eines Millimeters ist.

In dieser Dimension bekommen Materialen teils völlig neue chemische, physikalische und optische Eigenschaften. In vielen Fällen ist das überhaupt erst der Grund, warum die Partikel technisch bereits im großen Stil eingesetzt werden. So wird Titandioxid, wie es als UV-Schutz in Sonnencremes verwendet wird, in Nano-Form durchsichtig. Der Schutz vor der ultravioletten Strahlung bleibt allerdings erhalten.

Versuch

Genau diese Titandioxid-Partikel haben die Wiener Forscher nun unter die Lupe genommen. In Laborversuchen fanden Wissenschafter bereits mehrfach Hinweise auf zellschädigende Wirkungen von Nano-Teilchen. Da solche Experimente im Reagenzglas mit den Verhältnissen in der Natur nicht immer vergleichbar sind, planten Hofmann und Battin Versuche unter möglichst natürlichen Verhältnissen an der WasserKluster Lunz GmbH in Niederösterreich. Auch wurden nur sehr geringe Konzentrationen von Titandioxid eingesetzt und die Auswirkungen studiert.

Um die Situation in Gewässern zu simulieren, wurden kleine Fließrinnen mit einer Länge von 130 Zentimetern mit gefiltertem Wasser aus dem Lunzer See durchströmt. Es zeigte sich, dass im Wasser fein verteilte Nanopartikel freischwimmende Organismen schädigen. Darüber hinaus wird das Titandioxid im sogenannten Biofilm angereichert, in jener schleimigen Schicht an der Oberfläche von Sediment und Steinen. Dabei erwies sich der Biofilm als schützend vor den Nanopartikeln für die eingebetteten Organismen.

Als Ursache für die schädigenden Wirkungen vermuten die Wissenschafter die photoreaktiven Eigenschaften der Nanopartikel. Dabei entstehen unter dem Einfluss von Sonnenlicht freie Sauerstoff-Radikale, also aggressiver Sauerstoff, der dann die Mikroorganismen schädigt.(APA, red)

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15 Postings
werwolfi
00
9.11.2009, 21:26

na super - da schmiert man sich brav ein, um keinen krebs von der UV-strahlung zu bekommen, dafür kriegt man ihn dann von der sonnencreme ;o)

die welt ist rosarot
00
9.11.2009, 20:32
bin mir aber sicher ein

klavier aus 10m höhe auf den kopf, schädigt mehr

Clemens Schwarz
03
9.11.2009, 12:57
Keine Angst es läuft gerade ein Großversuch mit Nanopartikel

Wir werden die Auswirkungen in ein paar Jahren sehen können, sicher wird es aber nicht an den Impfstoffen liegen, da die Nanopartikel ja überall her sein können, oder diese ja "ungefährlich" waren.
Wir haben es damals nicht gewusst, wird es heißen. Nach bestem Wissen und Gewissen, da die wissenschaftliche Studien keinen Hinweis drauf gaben. Wir hatten auch zuwenig Zeit, da ja eine Pandemie ausgerufen wurde, wo die Richtlinien eigens dafür verändert wurden. Ein Zahn greift in den anderen. Bei den "Brüder Karamasow" war das Ende auch absehbar und keiner hat etwas dagegen getan. Zum Glück müssen die Pharma mit keiner Schadenersatzklage rechnen, da sie sich ja enthaftet hat lassen.

(Anmerkung: nicht alle Impfstoffe enthalten Nanopartikel)

Alter Knacker
00
9.11.2009, 21:31

die wollen ja riesige Probleme in die Welt setzen (als ob wir soviel Zeit und Geld hätten, uns damit herum zu schlagen), nur damit sie wie die gesengten Affen weiter forschen können. Und dabei weiß man nicht einmal, wozu man das braucht.

Fritz Wunderlich
00
9.11.2009, 13:35

großversuch?

C18H27NO3
00
9.11.2009, 13:57

noch kein produkt (z.b. Reinigungsprodukte) gesehen die gross mit nano werben. Die Industrie stürzt sich auf das zeug wie ein verkaterter auf einen sauren hering und probiert aus was das zeug hält. Prinzipiell eh gut so! Blos einmal in der umwelt....
Das schöne an den nano-partikeln: Wenn sie nicht "verkleben" und so zu großen partikeln werden, gibts praktisch keinen natürlichen prozess, wie diese partikel wieder aus der umwelt gelangen.
Großversuch weil man das zeug inzwischen mehr oder minder eh schon überall findet. Manche schädigen die zellwände, manche sind (vermutlich) absolut ungiftig - nur weist du das wenn wo NANO obensteht. Genauso könnte man draufschreiben "enthält atome". Ah! Na dann...

Fritz Wunderlich
00
10.11.2009, 09:52

mir fehlt jetzt noch immer die konkretion des großversuches

Nick Knattertoni
01
8.11.2009, 18:39

teflon hat seinen weg auch gemacht, obwohl toxisch.

Großer Böser
 
00
9.11.2009, 19:52
Teflon an sich ist nicht toxisch.

Problematisch sind Abbauprodukte bei thermischen Höchstbelastungen und unsauber hergestelltes Teflon (Restmonomer). Letzteres hat man aber mMn seit geraumer Zeit im Griff.
mfg

Der Große von Gegenüber
00
9.11.2009, 11:14

davon kann unser Teflon-Kanzler ein Lied singen ...

C18H27NO3
00
9.11.2009, 09:26
teflon ist nicht toxisch

im gegenteil, es ist ein sehr inerter und reaktionsträger kunststoff! In der Forschung wird PTFE oft verwendet wo es wichtig ist verschmutzungen auch nur in geringstem mass von z.B. biologischen proben zu vermeiden!

Meine Wenigkeit mit viel Senf
12
9.11.2009, 07:17
Auch Sauerstoff ist toxisch.

Es kommt immer auf die Dosis und die Anwendung an!

der schalldämpfer
00
9.11.2009, 13:57

stimmt :) ab einem partialdruck von 1,6 bar
entspricht beim tauchen einer tiefe von ca. 56 m. :)

moosetest
01
8.11.2009, 22:10
Teflonpfannen unbedenklich

http://de.wikipedia.org/wiki/Poly... hichtungen

... Im Zusammenhang mit Teflonpfannen wird häufig ein Verdacht auf krebserregende Substanzen in der Beschichtung geäußert. Die gefährlichen fluorierten Verbindungen treten allerdings nur bei starker Überhitzung auf (je nach Quelle ab 202 °C bis 360 °C). Daher sollte eine Pfanne nicht länger als drei Minuten leer erhitzt werden. Bei Induktionsherdplatten rät das Bundesinstitut für Risikobewertung von der Erhitzung leerer Pfannen ab, da diese zu schnell die kritische Temperatur erreichen.[5] Kratzer in der Beschichtung sind ebenso unbedenklich wie sich ablösende Beschichtungspartikel, da diese wieder ausgeschieden werden.[6][7]

Nick Knattertoni
00
9.11.2009, 13:52

beispiel platten-griller/-toaster: wird praktisch immer auf über 200°C erhitzt, sonst gibts keine kruste.

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