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ÖVP-Kinder wählen Grün

5. November 2009, 06:57
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    Linkes Lager, rechtes Lager? Rot mit Grün oder Schwarz mit Grün? Oder Blau mit Rot?

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    Die ÖVP (Chef Josef Pühringer, rechts) regiert in Oberösterreich seit vergangenem Monat in zweiter Amtszeit mit den Grünen (Chef Rudi Anschober).

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    Schwarz-Grün gegen Rot-Blau? Das Lagerdenken löst sich auf, die Parteien müssen sich neu positionieren.

SPÖ und FPÖ sind einander näher als man denkt, das Lagerdenken veraltet - "Die Jagdgründe werden neu verteilt"

In Oberösterreich funktioniert, was überrascht. Die ÖVP regiert dort seit vergangenem Monat in zweiter Amtszeit mit den Grünen - und das in trauter Einigkeit. Der neue alte Landeshauptmann Josef Pühringer ist damit "zufrieden", wie er im derStandard.at-Interview sagt (siehe: "Das war zuviel"). Vor dem ersten Koalitionsstart 2003 galt er noch als Befürworter einer Großen Koalition - heute verweist er mit seinem Vize Rudi Anschober auf die Erfolge der Regierung.

Der allgemeinen Auffassung nach teilt sich das politische Lager Österreichs in die linke Hälfte - sprich SPÖ und Grüne - und die rechte Hälfte mit ÖVP, FPÖ und BZÖ. Eine Fehleinschätzung? Tatsächlich scheint, was die Wählerschichten und Kernthemen angeht, die ÖVP den Grünen näher zu stehen und die SPÖ der FPÖ.

Studien zeigen, dass Arbeiter und Pensionisten vorzugsweise SPÖ und Freiheitliche wählen, die bürgerliche Klientel hingegen tendiert zu Schwarz und Grün. "Was oft vergessen wird: Die Grünen haben nach der ÖVP die zweithöchste Rate an Kirchgängern", sagt der Wiener Politologe Peter Hajek im Gespräch mit derStandard.at. Ähnliche Ansichten vertritt man bei ÖVP und Grünen beispielsweise in der Wirtschafts- oder Umweltpolitik; spießen würde sich eine etwaige Zusammenarbeit in der Steuer- und Bildungspolitik.

"Kinder aus schwarzem Haus wurden grün"

Das Aufbrechen der klassischen linken und rechten Lager fand in den Siebziger und Achtziger Jahren statt. "Alte Linke, also Teile der SPÖ, wurden zur neuen Rechten, also der FPÖ. Und auf der anderen Seite wurden viele klassische Christkonservative zu neuen Linken, also zu Grünwählern. Anders gesagt: Kinder aus schwarzem Haus wurden grün", sagt Hajek.

Das Links- und Rechtsdenken sei "Blödsinn", befindet der Politikberater Thomas Hofer: "Die FPÖ ist in weiten Teilen, wie in der Sozialpolitik, eine Linkspartei - natürlich mit extremen rechten Elementen - und macht damit der SPÖ Probleme, und umgekehrt gibt es große Überschneidungen zwischen Grünen und ÖVP." Geht man nach den Wählerstromanalysen des Meinungsforschungsinstituts SORA ist dem nicht viel entgegenzuhalten. So verlor die SPÖ bei den bisher letzten Nationalratswahlen im Jahr 2008 die meisten ihrer Stimmen an die FPÖ mit 181.000, die wenigsten an die Grünen (28.000). Selbst an das BZÖ gingen mehr Stimmen, nämlich 78.000. Die Grünen ihrerseits verloren die meisten ihrer Wähler an die Gruppe "Sonstige". Kaum Stimmen gab es für die SPÖ.

Ein ähnliches Bild gab es nach der Wahl in Oberösterreich: Die SPÖ verlor (an Parteien) die meisten Stimmen mit 45.000 an die FPÖ, die wenigsten an die Grünen (3.000). Die Grünen verloren am meisten an die ÖVP, nämlich 14.000, am wenigsten an FPÖ und BZÖ. Ein weiterer Austausch vieler Wählerstimmen gibt es noch zwischen ÖVP und FPÖ.

"Die Jagdgründe werden neu verteilt"

Wächst mit schwarz-grünen Koalitionen also lediglich zusammen, was zusammengehört?

"Momentan befindet sich die österreichische Politik in einer spannenden Phase", sagt Hofer. "Die Jagdgründe werden neu verteilt." So versuche die ÖVP momentan, wie etwa durch das Transferkonto, den Mittelstand als Stammwähler zu gewinnen und sich als einzige Parte Mitte Rechts zu positionieren. Die Grünen haben mit Alexander Van der Bellen ihr bürgerliches Aushängeschild verloren und müssten sich nun neu positionieren. Und FPÖ und SPÖ graben einander im Sozialbereich gegenseitig das Wasser ab.

"Die Krux der österreichischen Politik ist, dass die FPÖ nun mal Positionen hat, die unvertretbar sind", sagt Hofer. Das betreffe unter anderem die Fragen der Ausländerpolitik und die der Integration, aber auch das stete Anstreifen an nationalsozialistisches Gedankengut. "Je öfter diese Reize kommen, desto schwieriger ist für beide Großparteien eine mögliche Koalition."

"Eine Null-Partie"

Die Toleranz des Wählers scheint sich dabei jedoch auszuweiten: Einer Umfrage des Magazins "Profil" nach, konnte 2008 bereits jeder dritte SPÖ-Wähler einer möglichen SPÖ-FPÖ-Regierung etwas abgewinnen. Während die Bundes-SPÖ weiterhin strikt die Regierungsbildung mit den Freiheitlichen ablehnt - eine Zusammenarbeit im Parlament ist hier hingegen kein Streitpunkt mehr - sieht das auf Landesebene nicht ganz so aus. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller erklärte Anfang des Jahres, sie könne sich eine Zusammenarbeit mit jeder Partei vorstellen; Erich Haider, ehemals Spitzenkandidat der SPÖ-Oberösterreich, sagte, er werde sicher keine Partei von einer möglichen Zusammenarbeit ausschließen. Franz Voves, Landeshauptmann der Steiermark, verkündete, er hätte kein Problem damit, sich nach der Landtagswahl 2010 von den Freiheitlichen erneut zum Landeschef wählen zu lassen: "Es gibt im sozialen und wirtschaftlichen Bereich durchaus Fragen, wo wir der FPÖ sehr nahe sind."

Dem Wähler dürften solcherlei Abwägungen zunehmend egal sein. Der Trend gehe ohnehin weg von Stamm- und Wechselwähler und hin zu Stimmungswählern, sagt der Politologe Hajek. Der Wähler gibt seine Stimme jener Partei, die ihm in der aktuellen Befindlichkeitslage entgegenkommt. Zudem werden Personen immer wichtiger: "Die FPÖ ohne Heinz-Christian Strache und das Ausländerthema wäre eine Null-Partie", so Hajek. (Saskia Jungnikl, derStandard.at, 4.11.2009)

Link: Interview mit dem oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer hier.

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ich finde keinen namen
11
16.12.2009, 20:56
övp kinder wissen am besten

wie verlogen und hinterhältig ihre eltern sind

Hudri Wudri
00
10.12.2009, 10:45

Wuerde weniger von einer SP-FP Naehe sprechen als den Fruechten einer inhaltlos gewordenen Links/Rechts-Ideologie...
Kinder aus Sozialistenhaeusern sind frustriert, weil die Zukunft ziel- und orientierungslos zu werden droht, Christlich-Soziale wahrscheinlich ob deren paradoxe Praktizierung der christlichen Ethik enttaeuscht. Also wechseln Beide das Ufer....

Ravenhorst
00
30.11.2009, 01:30
SPö und FPö Nähe

in vierzig Jahren ist die SPÖ nicht mehr existent und die Wähler wandern zur FPö, welche sich dann mit der ÖVP um die Mandatsmehrheit rittern wird..........

less talk more rock
10
29.11.2009, 13:10
Newswert = Null

Solche Erkenntnisse gabs schon vor 10 Jahren.

cantanto
46
10.11.2009, 15:38
SPÖ und FPÖ sind einander näher als man denkt

Näher als man denkt?

Bitte! Jedem DER denkt, war das immer schon klar, dass sich die Wählerschicht zwischen nationalen und sozialen fast zu 100% deckt!

less talk more rock
20
29.11.2009, 13:12

Für mich wäre spannend zu erfahren, was sie damit sagen wollen! Jeder, der sozial denkt ist national, oder umgekehrt?? Diese soziale Wählerschicht sind doch alles nur Nazis?? Was?

Prof. Alois
 
00
Er hat nur gesagt, dass die Sozialen und die Nationalen sich nahe sind

Wenn man die Politi k seit Gusenbauer betrachtet, dann kann man sie in wenigen Sätzen so beschreiben: ÖVP arbeitet (wer arbeitet, der macht Fehler). SP und FP kommentieren auf ihre stilistisch jeweils eigene Art, was dabei rauskommt. So wird man angenehm unangreifbar. Aber auch politisch völlig inert. Faymann zelebriert das gerade bis zum Erbrechen: Er tut so, als wäre er Bundespräsident, indem er ab und zu salbungsvolle Worte absondert. Die problembeladenen Ressorts hat man wohlweislich alle(!) der ÖVP überlassen. So kann die SP immer behaupten, dass diese Probleme da sind, weil sie gerade ÖVP-Ressorts sind.
Im Grunde ist das Populismus: Den Leuten wortreich was vorgaukeln. Da treffen sich SP und FP wieder.

Gerhard Schwarz
 
23
28.11.2009, 14:20




Das stimmt nicht.





springflower
24
10.11.2009, 11:15
Dieses Ergenis ist nicht verwunderlich,

hat man doch in den letzten 15 Jahren einen deutlichen Wandel der Grünen-Klientel hin zu Wählern mit konservativen Wurzeln erkennen können.
Besonders die oberösterreichischen Grünen haben einen starken "Rechtsruck" gemacht und sind seither für viele Linke nicht mehr wählbar.

less talk more rock
01
29.11.2009, 13:15

Kinder von ÖVP-Wählern meiden die "Sozialisten" wie der Teufel das Weihwasser.

Superhoyuelos
24
10.11.2009, 10:06
natuerlich waehlen die gruen

ich haette als kind auch gruen gewaehlt, als ich aber begonnen habe selber steuer zu zalen, dann habe ich mir das mit den gruenen sehr schnell ueberlegt.

keine realistischen ideen, keine richtigen loesungsvorschlaege, nehme aber das gesamt geld und teilen es bruederlich quasi kommunistisch auf - nein danke ich arbeite zu hart um es mit schmarozern zu teilen

leondapro
10
schmarotzer...

erstens gefällt mir Ihre wortwahl nicht, aber egal. ich finde nur, dass es schlimmer ist, reich zu sein als arbeitslos. wenn ich reich wäre, würde ich mich für meinen reichtum schämen. denn es gibt so viele bedürftige menschen... und dann werden die reichen noch gelobt für ihre "großzügigkeit", wenn sie ein bisschen mehr spenden.
echt krank.
jedenfalls kann ich leute wie Sie, die auf "schmarotzer" herabschauen, nicht leiden.

Superhoyuelos
00

wissen Sie wie viele Menschen ich kenne, die meinen, dass sie nicht arbeiten muessen denn mit der Notstandshilfe (und bald mit der Grundsicherung) verdienen sie nur unmerklich wenger als wenn sie arbeiten. ist das gerecht?

ich arbeite meinen Buckl krum und soll Steuern fuer solche Menschen zahlen, die mir ins Gesicht lachen?! WO ist da die Gerechtigkeit, und ich spreche nicht von Menschen die wirklich nicht arbeiten koennen (Kranke, usw.) niemals wuerde ich so einen Person als Schmarotzer bezeichnen, den Rest (die Mehrheit) mit sicherheit

Alles Gute im neuen Jahr

less talk more rock
00
29.11.2009, 13:16
Welcome back to the 80s!

Michael Food
11
9.11.2009, 18:08
ÖVP-Kinder wählen Grün

weil gut behütet und weltfremd idealistisch. Theoretiker des Lebens von Kindesbeinen an.

Mario Rutar
11
9.11.2009, 16:25

Wenn es nach der Logik ginge, muss ich für meinen Nachwuchs Schlimmstes befürchten: die werden dann aus Jux und Tollerei und um den Patriarchen zu ärgern, Maoisten, Stalinisten oder gar noch echte Demokraten. Da hilft nur eine Medizin: enterben und den Besitz im Puff mit Wein, Weib und Gesang verjubeln...

mr.hyde
22
8.11.2009, 01:49
ÖVP-Kinder wählen Grün

Die werden sie schon hinbiegen. A bisserl Taschengeld Entzug und ein wenig Drohen vor der Enterbung bringt sie gaaanz rasch auf den richtigen Weg....

Randalf X.
88
6.11.2009, 15:49
Gebildete (Intellektuelle) und ungebildete

Die Grünen und die ÖVP ziehen eher die gebildeten Wählerschichten an, die SPÖ und die Freiheitlichen die eher ungebildeteren.

Ein junger, gebildeter, bürgerlicher Mensch wählt eher radikaler und nach seinem Herz nicht nach seinem Verstand und daher grün.

Mit der reife des Alters, wenn er zum Nachdenken anfängt dann wählt er eher rechts konservativ ÖVP. Eine ganz normale Entwicklungssache.

Bromer
05
7.11.2009, 15:46

"... und wenn sie dann mit der Geldbörse zu denken beginnen..."

Nightstallion
11
7.11.2009, 01:30
Sehr verklausuliert.

Ich übersetze: "Dumme Bürgerliche, wenn noch jung, wählen grün; wenn sie dann mit dem Alter gescheiter werden, wählen sie schwarz." Das haben Sie im Endeffekt gesagt ("mit dem Herzen, nicht mit Verstand").

Hamit_Hatemi
00
9.11.2009, 15:55

Finde ich nicht.

DerGermane
00
6.11.2009, 10:15

Ist doch schon immer so gewesen, dass sich die Kinder gegen ihre Eltern auflehen und genau das Gegenteil tun, was sie von ihren Eltern gelernt haben.
Revoluzer und Wohlstandsverwarloste Kinder werden sie von den Älteren genannt.
Genauso funktioniert das auch umgekehrt. Wer kennt nicht die Werbung, wo ein Hippie-Vater mit seiner Tochter in der Natur sitzt und sie ihm erzählt, was die Eltern ihrer Freunde alles haben. Er erwidert darauf, es seien alles Spießer. Darauf sagt seine Tochter: "Wenn ich groß bin, will ich auch Spießer werden".
War also schon immer so, und wird auch immer so bleiben, dass Kinder aus Prinzip oftmals das genaue Gegenteil ihrer Eltern machen.

Muus M.
00
6.11.2009, 18:35

ich würde nicht so weit gehen und meinen, dass die hauptintention sämtlicher jugendlicher ist, gegen ihre eltern zu wählen...

Randalf X.
00
6.11.2009, 15:36
Kommt drauf an

Wenn sie Revoluzzer sind dann ja, wenn sie aber angepaßt sind und das werden wollen was ihre Eltern sind dann werden sie die Ideale und Einstellungen ihrer Eltern weiter vertreten.

Laird of Glenmore
24
6.11.2009, 08:37

<Das Links- und Rechtsdenken sei "Blödsinn", befindet der Politikberater Thomas Hofer: "Die FPÖ ist in weiten Teilen, wie in der Sozialpolitik, eine Linkspartei - natürlich mit extremen rechten Elementen - und macht damit der SPÖ Probleme, und umgekehrt gibt es große Überschneidungen zwischen Grünen und ÖVP.">

Die FPÖ eine Linkspartei. Na klar, und die NPD vielleicht auch noch ...

Die sozialpolitischen Vorstellungen der FPÖ sind durchaus neoliberal, durchzogen mit einem populistischen Kakao (populistisch, weil die FPÖ nicht einmal ansatzweise die Absicht hat ihre angeblich linken Vorstellungen einzufordern oder gar umzusetzen - sie dienen nur dem Wählerfang). Wie sozial und links die FPÖ ist, sieht man ja an ihren Regierungsbeteiligunge

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