Der Verkauf von Opel an Magna war von Anfang ein Irrweg, der alle Beteiligte in eine schlechte, vielleicht katastrophale Lage geführt hätte
Die
Entscheidung kam nicht wirklich überraschend, zumindest nicht für die Leser
dieses Blogs. Der Verkauf von Opel an Magna war von Anfang ein Irrweg, der alle
Beteiligte in eine schlechte, vielleicht katastrophale Lage geführt hätte.
GM hätte
die Kontrolle über Opel verloren, Magna wäre an der Aufgabe wahrscheinlich
gescheitert und hätte die Auftragsausfälle der anderen Autobauer kaum verkraftet,
die Sberbank war ohnehin nie wirklich interessiert, und der deutsche
Steuerzahler hätte Milliarden in ein schwarzes Loch geworfen. Der Verstoß gegen
EU-Wettbewerbsregeln hätte dem Protektionismus in Europa Auftrieb gegeben.
Ja, es
wären weniger Opel-Arbeitsplätze verloren gegangen, aber eine langfristige
Absicherung hätte der Magna-Deal auch den Opelianern nicht gebracht.
Selbst
Angela Merkel muss froh sein, dass ihr irrsinniges Eintreten für Magna gegen
jede betriebswirtschaftliche Vernunft nicht von Erfolg gekrönt ist. Denn sie
wäre am Ergebnis gemessen worden, und das wäre bald für sie noch viel
schmerzhafter gewesen als die jetzige Blamage.
Zum Glück
hat GM noch rechtzeitig die Reißleine gezogen. Aber die Opel-Saga ist noch
lange nicht vorbei. Denn nun muss GM mit Milliardenspritzen eine Tochter am
Leben erhalten, für die es eigentlich nur einen vernünftigen Weg gibt: die
rasche Insolvenz.
Zur
Erinnerung: Es gibt in der weltweiten Autoindustrie ungefähr 30 Prozent
Überkapazitäten, in Europa noch mehr. Allein durch Stellenstreichen und
Werkschließungen lässt sich das nicht bereinigen, ein oder mehrere
Autohersteller müssen früher oder später vom Markt verschwinden.
Opel ist von
den Massenherstellern der schwächste. Sein subventioniertes Überleben macht es
den anderen Autobauern schwerer, gewinnbringend zu arbeiten und ihre
Arbeitsplätze zu sichern.
Eine
Insolvenz ist politisch allerdings nicht durchsetzbar. Also muss GM versuchen,
zumindest ganze Werke zu schließen (Brüssel und Bochum zum Beispiel), und die
Kosteneinsparungen dazu verwenden, um in einen technologischen Sprung zu
investieren. Dabei müssen die Amerikaner mit einem wütenden Betriebsrat und verärgerten
deutschen Politikern fertig werden. Keine leichte Aufgabe.
Die
Verantwortung für die Misere tragen die deutschen Politiker wie Merkel und
Hessens Ministerpräsident Roland Koch Regierung, die den Opelianern bisher nie
reinen Wein eingeschenkt hat und ihnen eine halbwegs rosige Magna-Zukunft
vorgegaukelt hat.
Jetzt haben sie eine Chance, dies wieder gut zu machen: Indem
sie ihren Ärger hinunterschlucken und GM die radikale Sanierung durch ständige
Proteste nicht noch schwerer machen.