Wiener Gemeindebau

Frau Stadträtin will tratschen

Maria Sterkl, 4. November 2009, 19:03
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    In Sandra Frauenbergers Heimatbezirk hatten die "Bassena-Gespräche" Premiere: Reumann-Hof am Margaretengürtel

In Wien ruft die Integrations-Stadträtin zum "Bassena-Gespräch" - auf dass "die Menschen miteinander ins Gespräch kommen"

Was eine Bassena ist, weiß in Wien zwar nur noch eine Minderheit. Trotzdem soll das Wort wieder neu belebt werden - zumindest, wenn es nach Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger geht. Sie lud Dienstag nachmittag zum ersten offiziellen "Bassena-Gespräch" in den Reumann-Hof, einen großen Gemeindebau am Wiener Margaretengürtel. Ganz nach dem Vorbild des einstigen Bassena-Tratsches, bei dem Hausfrauen allerlei Neuig- und Nettigkeiten, aber auch Bosheiten austauschten, will Frauenberger bewirken, "dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen". Wenn sie es schon nicht von selber tun.

"Nicht mit allen Gut Freund"

"Wien war schon immer eine Zuwanderungsstadt", erinnert Frauenberger die anwesende MieterInnen-Runde. Niemand sei verpflichtet, "mit allen Gut Freund zu sein". Aber ein Minimum an Respekt sei schon vonnöten, mahnt Frauenberger.

Von Gut Freund kann bei manchen der Anwesenden aber ohnehin nicht die Rede sein. "Heute sind zehn Mieter da, aber nur eine Ausländerin", fühlt sich eine Frau bestätigt. "Da fehlt es einfach an Interesse." - "Es gibt Leut', die arbeiten um diese Uhrzeit", erinnert "die Ausländerin" neben ihr. Eine Drogeriemarkt-Kassierin beschwert sich, dass bei ihrer Arbeitsstelle jene BewerberInnen bevorzugt wurden, die neben Deutsch auch Serbisch oder Türkisch sprechen. "Das ist mein Land, die sollen meine Sprache sprechen", erbost sich die Frau. "Zusatzsprachen sind aber eine Kompetenz", entgegnet Frauenberger. "Warum soll Französisch mehr Wert sein als Serbisch oder Türkisch?"

"Ausländer tragen nichts bei"

Eine ältere Besucherin berichtet von "einer Ausländerin, die mit sechs Kindern in der Arztpraxis sitzt". Wütend ist sie aber nicht, weil sie deshalb länger warten muss, sondern, "weil diese Menschen Leistungen in Anspruch nehmen, ohne etwas beizutragen". "Unser Gesundheitssystem wäre längst zusammengebrochen, wenn wir nicht die Migranten hätten", gibt Frauenberger zurück. Sie spreche hier nicht nur von ausländischen Pflegekräften, sondern von "allen, die hier arbeiten" und Versicherungsbeiträge zahlten. "Das glaube ich nicht", meint die Frau. "Ich rechne es ihnen gerne vor", so Frauenberger.

Die Stadträtin bleibt sachlich und scheint damit trotzdem gut anzukommen. Eine Dame, die erst die Mehrheit der Migrantenbevölkerung als "nicht integrationsbereit" deklariert hat, gibt dann zu, dass "von den Jungen, die mir in der Straßenbahn einen Platz anbieten, eigentlich 80 Prozent Ausländer sind". "Das sind doch auch alle Wiener und Wienerinnen", entgegnet Frauenberger.

Telefon-Hotline

Die Bassena-Gespräche sind Teil eines "Fünf-Punkte-Programms" zur Integration in Wien, das seit auch eine Telefon-Hotline beinhaltet. Wünsche und Beschwerden in puncto Diversität können hier deponiert werden, wobei sich Frauenberger "bitte auch konkrete Vorschläge, was man besser machen kann", wünscht.

Die Bassena-Gespräche finden nächstes Jahr an sechs weiteren Orten statt. Viele Konflikte seien gar keine Integrationsprobleme, meint Frauenberger, sondern Streit über Lärm, Schmutz oder Hunde. Folglich sind bei den Bassena-Treffen auch jeweils alle AnsprechpartnerInnen mit dabei: Gebietsbetreuung und Wiener Wohnen, ein Polizeivertreter und die MA 48.

Am Ende des ersten Abends sind sich alle einig: Für die Probleme im Gemeindebau seien "eh immer dieselben fünf, sechs Querulanten" zuständig. Insofern lebt ein alter Brauch des Bassena-Tratsches auch hier wieder auf: Gemeinsam raunzt es sich besser. Auch wenn das Buffet im Anschluss nicht ganz dem alten Stil folgt: Statt Obstler gibt's Orangensaft.
(mas, derStandard.at, 3.1..2009)

 

Info

Hotline der MA 17: 01/4000 03919

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Posting 1 bis 25 von 179
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josefa maier449
12
13.11.2009, 12:34
na, dann ist ja ehhh wieder alles gut !

Zwischenfrage: Bei meiner Mutter im Gemeindebau wohnt eine Frau mit Ganzkörperverschleierung, die überhaupt kein Deutsch spricht u.nicht Gruessen kann.
Wie soll da ein Bassenatratsch funktionieren?

LPFe
10
16.11.2009, 13:48
ach ja ?

in unserem Gemeindebau wohnt ein alter agressiver Tro**el, der seinen teutschen Köter täglich vor den Fenstern anderer hinschei**en lässt und alle bedroht, die es wagen dieses Verhalten zu kritisieren ...

wer glauben's ist mir jetzt lieber ?

Mirstetta Toni
01
5.11.2009, 12:48
Bassenatrasch 2009!

unfassbar, was man hier so zwischen den zeilen liest. nur ein "ausländer" anwesend; der rest muss arbeiten etc....

Stephen Ferrando
114
4.11.2009, 22:56

Bei uns funktioniert das zusammenleben ausgezeichnet das kann ich nach meinen langjährigen Erfahrungen in den USA behaupten.

Es geht vielen Menschen nicht um konkrete Probleme sondern einfach um ihre Fremdenangst und Fremdenhass, aber ihren Hass kaschieren sie mit sorgen um den individualismus junger türkinnen udg...

Assimilation gibt es nicht und wird es auch nicht geben, es kann nur sowas wie ein einigermaßen friedliches zusammenleben geben. Türken, Chinesen, Rumänen werden nie traditionelle Österreicher sein, sie werden immer einen Teil ihrer Kultur bewahren.

Amerika hat da schon jahrzehntelange Erfahrungen, wir stehen erst am Anfang, noch sträubt sich alles aber irgendwann wird man das hier realisieren.

josefa maier449
03
13.11.2009, 12:38
In den USA heißt die Religion Nr. 1

„Geld” ohne Sozialleistungen.
Da muss jeder the American Way leben.
Das ist in einem Sozialstaat wie Ö nicht der Fall. Da zahlen ein paar Wenige für Viele. Da wird es immer Neid und Missgunst geben.

Daher nicht immer die USA mit Ö vergleichen. Das sind zwei komplett andere Systeme!

Stephen Ferrando
00
14.11.2009, 12:51

"Da muss jeder the American Way leben"

eben nicht. gehen sie mal nach seattle, la, phoenix etc - da finden sie immer inder, chinesen, hispanic viertel. wo noch immer die eigene sprache gesprochen wird, die eigene religion und kultur gelebt wird.
da gibt es sehr wenig kontakt zu anderen volksgruppen/rassen.

Proudhon
02
5.11.2009, 19:01
das "funktionieren" mal dahingestellt

aber Pauschalierungen in die eine wie in die andere Richtung sind sicher nicht sachgerecht. es is einfach zu billig zu sagen, die Leut bilden sich die Probleme nur ein und den Rest besorgt die Xenophobie. auch ist die idee gelungene Integration bestünde nicht auch in wenigstens einem Teil auch aus Assimilierung doch etwas hanebüchen. das fängt eben schon alleine schon bei der Sprache an, kann aber sicher auch nicht vor der Anerkennung eines Mindestmaßes an gemeinsamer Grundwerte aufhören. oder die Folge ist der Zerfall der Gesellschaft zum Nachteil aller Beteiligten.

Unter dem Pflaster
18
4.11.2009, 22:31
Die Parallele stimmt nur bedingt

Die gewaltigen Zuwanderungen nach Wien im 19.Jhdt. (an die 2 Mill.) haben aber zu überraschend flotten Assimilierungen geführt: Interessanterweise wurden z.B. Vornamen oft schon in der 2. Generation eingedeutscht, was bemerkenswert ist.

Und das ist heute nicht mehr der Fall.

Rosa J
00
15.11.2009, 19:59
sie meinen das was heute zwangsassimilation genannt wird.

übrigens in der türkei auch üblich: die meisten kurden heißen mit nachnamen türk, öztürk usw.

gute vorbilder: wien im 19.jhdt und die repression des türkischen polizeistaates.

Fillet of Soul
01
13.11.2009, 20:03

sie meinen kevin üküdündümüz und jennifer-claire pospotanovic?

Araquin
16
4.11.2009, 22:20
In einigen Ecken Wiens nur ein Tropfen auf dem heißen Stein!

Und: Jetzt, vor den Wahlen, pressiert's plötzlich? Wo war sie denn davor, die Gnädigste??

Schon vor Jahren wären präventive Interventionen sehr, sehr nützlich gewesen. Nicht erst wenn der HC droht.

Aber dazu hätte man die Bezirke, in denen man sich als SP zuverlässig die Mehrheiten holt, nicht immer nur als Stimmvieh benützen dürfen, sondern sich auch jenseits von Wahlen mit der eigenen Klientel auseinandersetzen müssen.

Ajaxerle
39
4.11.2009, 21:30

Schon erstaunlich was die Roten im Gemeindebau alles in die Schlacht werfen:

Wr.Wohnen
Gebietsbetreuung
Nightwatch
Mieterbeiräte
Besuche des Wohnbaustadtrates
Besuche der Intergrationsstadträtin
etc.
etc

und alles obwohl allen klar ist, dass die Absolute pfutsch ist.

Hoffentlich geht sich mit den dahin sichenden Schwarzen überhaupt noch die Mehrheit in einer Koalition aus.

Joe Jo
00
5.11.2009, 06:37
Sie glauben doch nicht, daß Häupl mit der ÖVP eine Koalition macht.

Rot/Grün ist doch in Wien sicher.
Die arbeiten ja jetzt schon seit Jahren zusammen.

PCS1
22
5.11.2009, 13:21

Ich kann nur sagen LEIDER:eine FPÖ-ÖFP Koalition wäre ideal!

cgau
22
5.11.2009, 16:35
Sie haben vollkommen recht !

War ja in der Bundesregierung wirklich ein super Erfolg ! (Krüger, Forstinger, Grasser, Sickl etc etc).
Der Abverkauf z. B. der Buwog weit unter Wert an die "Freunderln" etc etc

So daneben wie die waren, sind die bescheuertsten "roten" nicht einmal mit 3 Promille.

Alexander Patjomkin
618
4.11.2009, 20:35
Mit der ungezügelten Zuwanderung hat sich Österreich

ein Jahrhunderten-problem eingehandelt, das man nie lösen kann und sogar immer schwieriger sein wird. Das ganze kostet unvorstellbar viel Geld.
Nur die Kosten der dadurch erhöhten Kriminalität
liegen in Milliardenhöhe. Die zusätzliche Institutionen, die Sozialausgaben usw. immens..

leitfaden
00
6.11.2009, 11:01
welche zuwanderung ist "ungezügelt"?

oder anders: auf welchem stern leben sie?

Markus Wagner
72
5.11.2009, 06:04

Stimmt, Ende des 19. Jahrhunderts wars wirklich schlimm in Wien. War ziemlich klar, dass es die Stadt keine paar Jahre mehr machen würde ...

Chien de Pique
03
5.11.2009, 12:10

Die Unterschiede sehe Sie schon?

Markus Wagner
31
6.11.2009, 05:50

Ja, damals gabs wirklich eine ungezügelte Zuwanderung ...

Heute gibts bestenfalls ein Integrationsproblem ...

Hofrat Ungustl
33
4.11.2009, 20:28
"Ich rechne es ihnen gerne vor"

Lieber nicht, weil die kursierenden Rechnungen sind einfach falsch, bzw. zurechtgefälscht. Aber ansonsten, volle Zustimmung zu Frauenbergers Initiative.

The Dark
213
4.11.2009, 20:13
Was die Leute wirklich stört

6 Monate vor der Wahl kommt die Fr. Stadträtin, die übrigen 4,5 Jahre interessiert das was im Gemeindebau vor sich niemand.

StSteiner
02
5.11.2009, 00:34

Ich dachte, die Gemeinderatswahl ist im Oktober 2010?

Wussten Sie's nicht?
Oder wird die jetzt doch vorgezogen?
Oder aber haben Sie einfach nach dem Prinzip "Übertreibung macht anschaulich" gepostet? ;-)

The Dark
01
5.11.2009, 07:45
trotzdem

glaubens im November 2010 wird die Fr. Stadträtin ebenfalls wieder kommen?

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