Kampf für mehr Geld und feste Arbeitsverträge eineinhalb Monate vor Präsidentenwahl
Santiago de Chile - Eineinhalb Monate vor der
Präsidentenwahl in Chile sind am Dienstag tausende Mitarbeiter des
öffentlichen Dienstes für mehr Geld und feste Arbeitsverträge in den
Streik getreten. Die Gewerkschaften fordern die Übernahme aller
Angestellten in den Staatsdienst sowie 8,0 Prozent höhere Bezüge. Die
Regierung von Präsidentin Michelle Bachelet hat 2,5 Prozent mehr Geld
angeboten.
Zudem setzten die Lehrer an den öffentlichen Schulen ihren vor
eineinhalb Wochen begonnenen landesweiten Streik fort. Da es bereits
der dritte Ausstand der Lehrer seit Jahresbeginn war, drohte den
Schülern der Verlust des Schuljahres. Die Lehrer fordern die
Begleichung einer "historischen Schuld", die sie auf etwa 1,335
Milliarden Dollar (890 Millionen Euro) schätzen.
Dabei handle es sich nicht um einen Rechtsanspruch, sondern um
eine "moralische" Schuld. Sie sei entstanden, weil die Lehrer von
einer Anhebung der Gehälter im öffentlichen Dienst während der
Pinochet-Diktatur (1973-1990) ausgenommen worden waren. (APA)