Großverdiener müssen künftig Spitzensteuersatz abführen - Liga fürchtet um Konkurrenzfähigkeit
Madrid - Spanien will kein Steuerparadies für
ausländische Fußballstars mehr sein. Die regierende sozialistische Partei kam am Dienstag in Madrid mit anderen linken Gruppierungen
überein, das sogenannte "Beckham-Gesetz" zu reformieren. Danach
sollen Ausländer, die nur vorübergehend in Spanien leben und mehr
als 600.000 Euro im Jahr verdienen, künftig den Spitzensteuersatz
von 43 Prozent zahlen.
Nach der bisherigen Regelung aus dem Jahr 2004, die nach dem
damals für Real Madrid spielenden David Beckham benannt wurde,
mussten ausländische Fußballstars nur 24 Prozent ihres Gehalts an
den Fiskus abführen. Dies brachte den spanischen Vereinen im
Vergleich zu den Clubs in Deutschland oder anderen Ländern große
steuerliche Vorteile beim Werben um Spitzenfußballer ein.
Stars wie Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic, die erst im vorigen Sommer nach Spanien gewechselt
waren, sind von der Reform nicht betroffen. Die Steuererhöhung soll
nicht rückwirkend gelten, sondern nur für die Verträge, die nach dem
1. Jänner 2010 unterzeichnet werden.
"Das Vorhaben bedeutet das Aus für die spanische 'Liga der Stars'",
sagte der Vizepräsident der Profi-Fußball-Liga (LFP), Javier Tebas.
Die LFP rief die Profi-Vereine für Freitag zu einer Krisensitzung
zusammen.
LFP-Chef Jose Luis Astiazaran hatte gar mit einem "Streik" der
Profiklubs gedroht. "Die Steuerpläne der Regierung werden zur Folge
haben, dass die spanische Liga nicht mehr die beste der Welt sein
wird", sagte er.
Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado wies die
Befürchtungen der Vereine als unbegründet zurück.
"Spanien wird auch in Zukunft eine ausgezeichnete Liga haben", sagte
sie. Sie erinnerte daran, dass das "Beckham-Gesetz" eigentlich nicht für Fußballer gedacht war, sondern
Wissenschafter und andere Hochqualifizierte nach Spanien locken sollte. Der
Fraktionschef der regierenden Sozialisten, Jose Antonio Alonso,
betonte: "In der Krise müssen alle den Gürtel enger schnallen." (APA)