Spanien für Fußballer kein Steuer­paradies mehr

4. November 2009, 15:47

Großverdiener müssen künftig Spitzensteuersatz abführen - Liga fürchtet um Konkurrenzfähigkeit

Madrid - Spanien will kein Steuerparadies für ausländische Fußballstars mehr sein. Die regierende sozialistische Partei kam am Dienstag in Madrid mit anderen linken Gruppierungen überein, das sogenannte "Beckham-Gesetz" zu reformieren. Danach sollen Ausländer, die nur vorübergehend in Spanien leben und mehr als 600.000 Euro im Jahr verdienen, künftig den Spitzensteuersatz von 43 Prozent zahlen.

Nach der bisherigen Regelung aus dem Jahr 2004, die nach dem damals für Real Madrid spielenden David Beckham benannt wurde, mussten ausländische Fußballstars nur 24 Prozent ihres Gehalts an den Fiskus abführen. Dies brachte den spanischen Vereinen im Vergleich zu den Clubs in Deutschland oder anderen Ländern große steuerliche Vorteile beim Werben um Spitzenfußballer ein.

Stars wie Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic, die erst im vorigen Sommer nach Spanien gewechselt waren, sind von der Reform nicht betroffen. Die Steuererhöhung soll nicht rückwirkend gelten, sondern nur für die Verträge, die nach dem 1. Jänner 2010 unterzeichnet werden.

"Das Vorhaben bedeutet das Aus für die spanische 'Liga der Stars'", sagte der Vizepräsident der Profi-Fußball-Liga (LFP), Javier Tebas. Die LFP rief die Profi-Vereine für Freitag zu einer Krisensitzung zusammen. LFP-Chef Jose Luis Astiazaran hatte gar mit einem "Streik" der Profiklubs gedroht. "Die Steuerpläne der Regierung werden zur Folge haben, dass die spanische Liga nicht mehr die beste der Welt sein wird", sagte er. 

Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado wies die Befürchtungen der Vereine als unbegründet zurück. "Spanien wird auch in Zukunft eine ausgezeichnete Liga haben", sagte sie. Sie erinnerte daran, dass das "Beckham-Gesetz" eigentlich nicht für Fußballer gedacht war, sondern Wissenschafter und andere Hochqualifizierte nach Spanien locken sollte. Der Fraktionschef der regierenden Sozialisten, Jose Antonio Alonso, betonte: "In der Krise müssen alle den Gürtel enger schnallen."  (APA)

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Stef Hoche
00
9.11.2009, 11:19
wieso

gilt die steuererhöhung nicht rückwirkend? wenn steuern erhöht werden muß ich auf meinen aktuellen arbeitsvertrag auch mehr zahlen. unglaublich

Marvin Stiefel
00
8.11.2009, 20:06
Jetzt wissen wir...

endlich, warum die spanische Liga die beste der Welt ist: es liegt am Steuersatz...

Saddams Onkel
 
01
5.11.2009, 14:01
Das ist ja wohl ein bisschen absurd!

Viele Fußballer in Europa träumen nur davon bei FC Barcelona oder Real Madrid spielen zu können. Wenn sie jetzt ein bisschen mehr Steuer (bei hohen Millionen-Verträgen) davon abhalten sollte, dann wäre das ein ziemliches Armutszeugnis für diese Fußballer!

utility
02
4.11.2009, 20:39
Sehr erfreulich!

Auch als Anhänger des FCB begrüße ich diese Entwicklung sehr.

joseba beloki
02
4.11.2009, 16:44

höchste zeit, einen personaldienstleister auf jersey zu gründen, der die kicker als leiharbeiter an die vereine vermietet.

Eure Pluheit
10
4.11.2009, 16:23

das ist doch eher eine kampagne um alle stars, die aktuell in der PD spielen, zu halten

die werden sich künftig gut überlegen müssen ob sich ein wechsel für sie auszahlt

generell aber sehr ungerechte regelung in meinen augen

Ingrimm
00
5.11.2009, 05:41

Vertragsverlängerungen fallen unter die neue Steuerklasse ;)

Ein frisch gezapftes kühles Blondes
21
4.11.2009, 16:10
Gehaltsobergrenze

Ich würde eine Gehaltsobergrenze einführen, wie in der NHL.

Nur so kann verhindern, dass Fußballer zu Topvereinen gehen, nur weil diese das doppelte zahlen!

Verstoßener Silberrücken
10
5.11.2009, 11:11

Genau, bin ebenfalls für Gehaltsgrenzen in allen Bereichen. Maurer max. 2500€, etc,...

/sarkasmus off

Jetzt mal ehrlich, wenn ihnen jemand in ihrem Job anbietet, werden sie wohl auch den Arbeitgeber wechseln. Wieso sollte dass bei Fußballern anders sein.

Aber natürlich war die Steuerregelung in Spanien eine Frechheit. Aber nicht nur in Bezug auf Sportler, sondern auch auf Wissenschafter (wofür die Regelung laut obiger Aussage ja anscheinend sein sollte). Wissenschafter mit Steuerzuckeln anderen Ländern abwerben ist schon sehr mies, meiner Meinung nach....

Ein frisch gezapftes kühles Blondes
20
5.11.2009, 18:00

Stimmt schon, allerdings interessiert es keinen was ich in meinem Beruf mache, Fußball ist jedoch ein Sport/Job für die Öffentlichkeit/Fans.

Und wenn Spieler von kleineren Vereinen reihenweise von Großvereinen aufgekauft werden, wodurch die kleinen Vereine kaum Chancen haben international etw. zu gewinnen, dient das nicht dem Interesse der Fans und zerstört mMn den Sport.

Zocker aus Leidenschaft
01
4.11.2009, 16:06
Wird schon Zeit

In der Serie A hat sich die Schuldenmacherei stark ausgewirkt, nun wird auch in der SPL der Gürtel enger geschnallt...

...fehlt einzig und alleine die Premier League und die alte Ordnung ist wieder hergestellt :)

joseba beloki
01
4.11.2009, 16:42

ich halte das ja für eine gute sache, wieso sollten profikicker steuerlich besser gestellt sein als andere verdiener in der größenordnung.
nur geht mir nicht ein, inwiefern das mitschneiden des fiskus gegen die verschuldung der klubs helfen soll. die logik "wir subventionieren nicht mehr / besteuern höher, dann werden sie schuldenfrei" wäre nicht einmal dem khg in den sinn gekommen. (na gut, dem schon.)

Verstoßener Silberrücken
00
5.11.2009, 11:19

Nur als Anmerkung, da sie ja anscheinend den Bericht nicht genau gelesen haben...
Das Gesetz bevorzugte keine "Kicker" gegenüber gleich Verdienern. Alle "Ausländer, die nur vorübergehend in Spanien leben und mehr als 600.000 Euro im Jahr verdienen", mussten nur den verringerten Steuersatz von 24% zahlen.
Laut Aussage der Wissenschaftsministerin war das Gesetz auch nie für Sportler gedacht, sondern war dazu da ausländische Wissenschafter anzuwerben.

Dass das Gesetz nicht wirklich fair war, ist aber natürlich klar...

joseba beloki
00
5.11.2009, 11:39

stimmt, das habe ich vergessen / überlesen.
insofern bevorzugt das gesetz derzeit halt ausländer gegenüber spaniern.
dann könnte die änderung sogar gut sein für den spanischen kick, nicht wegen der schulden, sondern weil superstars aus anderen ländern zum gegebenen zeitpunkt billiger sind als spanier.
wundert mich, dass das in der eu durchgeht.

WilWil
00
4.11.2009, 16:00
Die Steuerpläne der Regierung werden zur Folge haben, dass die spanische Liga nicht mehr die beste der Welt sein wird.

aha

heißt es nicht, daß die englische die stärkste ist? also gibts eh nix zu verlieren. :-)

Mein Postingname bietet keine Angriffsfläche
00
4.11.2009, 16:12

Doch es gibt etwas zu verlieren, die Premier league wird sich in den nächsten Jahren noch weiter absetzen!

pawe
02
4.11.2009, 11:54

oh nein und das obwohl ich grad profi-fußballer werden wollte. hab mir doch grad fußballschuhe gekauft, hmpf.

Josef Huber9
11
4.11.2009, 10:05
Jetzt wäre es dann auch an der Zeit

das man in Österreich mit den Schifahrer Assen das gleiche macht. Steuerlich genauso behandeln wie die Normalsterblichen.

Dr. Socrates
00
4.11.2009, 13:22
welche steuerlichen begünstigungen

genießen in österreich skifahrer?

Schanzentoni
00
4.11.2009, 15:21
angeblich gibts für Skifahrer und Formel 1 Faherer

eine Ausnahmeregelung - ist glaub ich ein Ministerialerlass oder sowass ähnliches

Skifaher tragen zum positiven Image Österreichs bei und müssen deshalb angeblich nur eine flate rate (etwa 20%) aller einkünfte an das Finanzamt abliefern; so wird der Benny Raich wirklich ein sehr gross Verdiener

Eure Pluheit
02
4.11.2009, 15:13

sie können die liftkarte absetzen!

mortadelo
20
3.11.2009, 21:09
endlich...

bloed nur fuern cr7, dass ihm das keiner rechtzeitig gsteckt hat ;-)

mortadelo
010
3.11.2009, 21:11

ups, fertiglesen muesste man, dann wuerde man nicht so einen schadenfreudigen bloedsinn posten... sorry ;-)

K R
13
3.11.2009, 19:18
siege für die chancengleichheit


spanien besteuert vernünftig und platini begrenzt die englischen schuldenweltmeister

gut

fan-shui
06
4.11.2009, 10:35

na dann kommen ja jetzt endlich alle Superstars in die Bundesliga, wenn die oft zitierten Gründe dagegen nun wegfallen :)

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