Bedarfserhebung

Ja zur Radiodigitalisierung - aber noch nicht jetzt - ORF will Spartenkanäle

03. November 2009 13:13

RTR, KommAustria und Radiovertreter: Viele offene Fragen und unzureichend gesetzliche Grundlagen für flächendeckende Einführung von DAB

Die Digitalisierung des Radios ist auf lange Sicht unausweichlich, der richtige Zeitpunkt für die flächendeckende Einführung der Verbreitungstechnologie DAB und DAB+ ist allerdings noch nicht gekommen. Zu diesem Ergebnis gelangten Vertreter der Regulierungsbehörde RTR sowie der Kommunikationsbehörde Austria und Vertreter von Radiosendern. Innerhalb des vergangenen Jahres haben sie eine Bedarfserhebung zum Thema Digitales Radio durchgeführt und Empfehlungen erarbeitet, die am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert wurden.

"Wettbewerbsfähigkeit sichern"

"Die Einführung des Digitalen Hörfunks muss in Zukunft stattfinden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Radios in Österreich nachhaltig zu sichern", so RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl. Allerdings plädiert er für eine gemeinsame europäische Vorgangsweise bei der Einführung von DAB. "Dass wir derzeit in Österreich den Hörfunk noch nicht digitalisieren, liegt unter anderem daran, dass es in unserem Nachbarland Deutschland derzeit keinen einheitlichen Willen gibt, DAB bzw. DAB+ großflächig und daher erfolgreich zu launchen", so der RTR-Chef.

Weiters gibt es laut Michael Ogris, Behördenleiter der KommAustria, keine ausreichenden gesetzlichen Grundlagen für einen Regelbetrieb im Digitalen Hörfunk. Auch seien noch viele Fragen offen, es müssten etwa Must-carry-Verpflichtungen und Meinungsvielfalt-Aspekte bedacht werden. "Der Gesetzgeber wird auch über Ausmaß, Inhalt und Finanzierung zusätzlicher digitaler Hörfunkprogramme des ORF nachdenken müssen", so Ogris.

Mehr Programmplätze

Der ORF würde seinerseits die Digitalisierung des Radios begrüßen, "weile es mehr Programmplätze erlauben wird", so der Technische Direktor Peter Moosmann. Ihm schweben beispielsweise ein Ö3-Sport-Spartenkanal vor, in dem live von Fußballspielen oder Skievents berichtet wird, sowie ein Ö1-Inforadio.

Genau wie die privaten Veranstalter lehnt der ORF indes die Abschaltung von UKW parallel mit einer flächendeckenden Einführung von DAB ab. "Wir wollen die Hörer nicht zum Umschalten zwingen", so Moosmann. Die Konsumenten sollten vielmehr durch neue Programm- und Zusatzangebote überzeugt werden, dass sie durch einen Umstieg von analoger auf die digitale Empfangstechnik Vorteile erhalten, sagte Christian Stögmüller, Vorsitzender des Verbandes Österreichischer Privatsender.

Die freien Radios stehen der Digitalisierung hingegen skeptisch gegenüber, weil sie eine Marktverdrängung fürchten. Helmut Peissl, Chef des Verbands Freier Radios Österreich, betonte, dass DAB und DAB+ für großflächige Versorgungsräume konzipiert sei, für den lokalen Hörfunk seien daher alternative, angepasste Technologien einzuplanen. "DAB darf die Lokalradios nicht an den Rand drängen, man darf hier nicht nur Autobahnen sondern muss auch Landstraßen bauen."

Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORF-Sendetechniktochter ORS, gab zu berücksichtigen, dass bei der Einführung eines digitalen Übertragungsstandards ein Simulcastbetrieb über ungefähr 15 Jahre nötig sein werde. Wie das zu finanzieren sei, gelte es noch zu bedenken. Die jährlichen Betriebskosten für die Verbreitungsplattform Multiplex bezifferte Grinschgl mit "plus minus acht Millionen Euro". (APA)

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Digitales Radio "ist tot, tot, tot" - Jürgen Doetz formuliert gewohnt radikal

sandammeer
 
04.11.2009 12:54
Naja

normal ist UK rückständig, aber hier hat man das schon vor 3 Jahren eingeführt. In good old Austria wirds wohl dauern und wir müssen Studien machen usw. So ein Sch. So schnell wie möglich einführen es ist genial.

bob langer
04.11.2009 14:38
was

genau ist an mieser tonqualität und enteignung von millionen bestens funktionierenden ukw empfängern genial?

dass die topografie und damit der footprint der sender in gb ein ganz anderer als in at sind, habens aber schon bedacht?

auch beim tv ist das terrestrische dvbt viel stärker deswegen als bei uns....

man wird sich in ö keine sender ersparen können, es werden maximal weniger frequenzen gebraucht
und die anzahl der dauersprudler playlist wiederholt sich jede stunde sender ist auch schon so hoch genug. wege n der quote wirds leider keine sparten/minderheiten programme geben

max1210
04.11.2009 09:11
JA, Bitte Spartenkanäle

-Jazz
-Easy Listening
-Swing
-40er
-50er
-60er

Fadenzieher
04.11.2009 01:01
Typisch ORF...

Ständig die journalistischen Ressourcen finanziell beschneiden, beim Radio totsparen und dann auch noch Spartenkanäle fordern, nur damit die private Konkurrenz möglichst wenig Spielraum hat und dann auch noch dreist die Politik um Kohle anschnorren für Digi-Radio...

PFUI! Am Küniglberg holt man sich wohl trotz Regenwetter einen ordentlichen Sonnenstich!

Ich war Wrabetz-Fan, aber jetzt speib ich. Was die ÖBB in letzter Zeit an Skandalen liefern, das bringt der ORF in Form von öffentlich gemachten DUMMHEITEN. Der Nonsens-Output beider Anstalten ist jedenfalls gewaltig!

herbert steiner1
03.11.2009 20:50
nicht auch noch das radio

mir reicht es schon, dass es mir das Fernsehbild bei jedem Anruf z'reisst. Diese ganze digitale sch---oße kann mir gestohlen bleiben. geht eh nur darum, wieder neue einnahmewquellen zu erschließen, um uns das geld aus der tasche zu ziehen.

Don schlau on
03.11.2009 18:29
Da wird die Qualität wieder sinken

so wie beim digitalen terestrischen Fernsehn!

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