Ferrero-Waldner auf Jobsuche

Thomas Mayer, DER STANDARD, 3. November 2009, 12:02
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    foto: apa/hopi media/bernhard j. holzner

EU-Außenkommissarin soll als OMV-Lobbyistin beim Gaspipeline-Projekt "Nabucco" zum Zug kommen

Knapp zwei Monate dürfte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner noch im Amt sein. Sollte die neue EU-Kommission wie geplant Anfang Jänner antreten, hieße es für die Diplomatin das Büro in Brüssel zu räumen. Wie berichtet, soll sie als OMV-Lobbyistin beim Gaspipeline-Projekt „Nabucco“ zum Zug zu kommen – und würde dort ihren Ex-Kollegen Joschka Fischer wiedertreffen.

Sicher ist das aber nicht. Die OMV dementierte, die Außenkommissarin wollte sich dazu nicht äußern. In der ÖVP zeigt man sich über die 62-Jährige mehr als verschnupft. Indem sie sich im Ringen um den Job des nächsten österreichischen EU-Kommissars ganz auf die Seite von Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Kanzler Werner Faymann schlug, hatte sie nicht wenig Anteil daran, dass am Ende nicht nur Ex-VP-Chef Wilhelm Molterer, sondern auch sie selber auf der Strecke blieb.

Der Hintergrund: Barroso war von ÖVP-Chef Josef Pröll seit langer Zeit klargemacht worden, dass er Molterer nach Brüssel schicken wolle; dass er das aufgrund seines koalitionären Nominierungsrechts letztlich entscheiden werde. Aber der Portugiese, der Ferrero-Waldner in den vergangenen fünf Jahren sehr zu schätzen gelernt hatte, brachte sie in den Gesprächen mit Faymann als weitere Option ins Spiel, sollte der Agrardeal mit Molterer an anderen EU-Staaten scheitern. Er betonte auch, dass er in der Kommission dringend mehr Frauen brauche.

Das Ergebnis ist bekannt. Der Kanzler ging in die Öffentlichkeit und forderte trotz ÖVP-Nominierungsrechts und Vertraulichkeitsgebots,  dass Ferrero-Waldner es werden sollte. Ferrero-Waldner hatte zuvor offenbar einen Deal mit Faymann gemacht. Damit war sie aber in der ÖVP keine Option mehr, weil die SPÖ ihre Nominierung wohl als Kanzler-Erfolg ausgelegt hätte.

Alle Versuche von ÖVP-Spitzen, bis hin zum Parteichef Josef Pröll, sie solle sich freiwillig aus dem Spiel nehmen, weil sie der ÖVP schade, schlug die Außenkommissarin kalt lächelnd in den Wind. Sie hatte bis zuletzt gehofft, durch Barroso und Faymann zum Ziel zu kommen, auch mit einem schwachen Kommissarsdossier wie der Nachbarschaftspolitik, grollt man in der ÖVP. Faymann wäre das egal gewesen.

Dass man jetzt für die ehemalige Präsidentschaftskandidatin einen Job sucht, tut dem keinen Abbruch. Aber die Kommissarin muss in jedem Fall nicht bangen. Zum einen wird sie für einige Monate ein Übergangsgeld in Form des Kommissarssalärs erhalten. Zum anderen hätte sie als österreichische Beamtin jederzeit das Recht, ihren Dienst im Außenministerium wieder anzutreten.

Bleibt als Fazit der Kommissarsnominierung in Kurzform: Pröll hatte von Faymann bei den Koalitionsverhandlungen per Handschlag das verbriefte Recht bekommen, den nächsten EU-Kommissar zu nominieren. Im Gegenzug sollte die SPÖ den ORF-Chef Alexander Wrabetz ablösen und nachbesetzen können.

Ab dem Sommer drehte der Kanzler seine Haltung langsam, nachdem die Wrabetz-Ablöse gescheitert war, die von seiner grauen Eminenz, Staatssekretär Josef Ostermayer, betrieben wurde. Er sprach dann immer öfter davon, dass die VP den Kommissar zwar vorschlagen, aber nicht entscheiden könne. Noch Mitte September überbrachte Faymann Kommissionspräsident Barroso mit Molterer und Hahn jene Namen, die Pröll ihm zwei Tage zuvor bei der Regierungsklausur in Salzburg genannt hatte. Seit Sommer war dies unter Europas Christdemokraten, zu denen Barroso gehört, vorbereitet worden. Von Ferrero-Waldner war damals keine Rede, weil sie Unesco-Generalsekretärin werden wollte, woran sie später scheiterte.

Im Oktober eskalierte die Lage. Faymann legte sich auf Ferrero-Waldner fest, Pröll zögerte zu lange, weil er davon ausging, dass Molterer als Agrarkommissar fix sei. Vor zehn Tagen, einem Freitagabend, ließ der Kanzler via Kronen-Zeitung verbreiten, dass man sich in einem Vier-Augen-Gespräch auf Johannes Hahn als Kompromiss geeinigt hatte. Das war ein Bluff. Molterer hatte keineswegs aufgegeben, wie tags darauf kolportiert wurde, und Hahn rechnete (noch) nicht wirklich damit, zum Zug zu kommen. Pröll dementierte die Einigung zunächst glatt.

Drei Tage später gab er jedoch nach, weil die Koalition mittlerweile auf der Kippe stand. Am vergangenen Dienstag nominierte der Ministerrat einstimmig Hahn als neuen EU-Kommissar aus Österreich. Der Kanzler gab im Pressefoyer erstaunlich offen zu Protokoll, was seine eigentlichen Motive waren, Molterer zu blockieren: Da dieser 2008 die Koalition frühzeitig beendet habe, genieße er nicht sein Vertrauen.

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00
16.11.2009, 08:43
definitiv ein grund mehr...

...auf pellets umzusteigen.

gazprom-schroeder war der erste anlass.

Curd Hombre
00
4.11.2009, 22:37
Ausschank fürdie Armensuppe...

...wäre noch zu ahben-wäre wenigstens was sinnvolles & ehernhaftes!

Red Zone
00
4.11.2009, 18:22

laaangweilig!

Die kranke Elster
 
01
4.11.2009, 15:25

Schöner Fotobeitrag zum Thema Inkompetenz.

Skaidi
01
4.11.2009, 14:15
Wenn ich groß bin, werde ich Lobbyistin!

Cooler Beruf: Man wird dafür bezahlt, in irgendjemandes Horn zu stoßen. Da braucht man keine eigene Meinung zum Thema zu haben, die zu finden in der heutigen komplexen Welt recht schwierig ist.

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00
16.11.2009, 08:43
"in irgendjemandes Horn zu stoßen"...

...sie haben das sehr hoeflich umschrieben.

free spirit
01
4.11.2009, 13:12
peinlich, faymann...

biedert sich schon jetzt kampflos als juniorpartner für die nächste övp/nochwas regierung an...

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00
16.11.2009, 08:44
ob er jedoch genommen wird?...

gentiluomo
00
4.11.2009, 11:35

wie wär's mit bundespräsidentin?

imir
00
4.11.2009, 09:31

Irgendwo im A-Land wird es schon noch einen öffentlichen Abtritt geben, der nach ständiger, 101sprachiger Betreuung lechzt.

koschka
12
4.11.2009, 08:30
Nicht nur die Atomenergie braucht Endlager.

Jetzt hat auch die Ölindustrie ein Endlager für ausgediente, nichtsnutzige Polit-Tussis und Werner der sinnlose Lächler lächelt.

Mann40
02
4.11.2009, 08:01

so eine angenehme Situation sollten einmal die vielen Arbeitslosen vorfinden, das ist ja paradiesisch...

Kriti Kaster
00
3.11.2009, 17:29
Dann muss der Schröder

vielleicht mit ihr reden. Recht geschieht ihm.

Mawol
00
4.11.2009, 13:57
Wieso?

Schröder lobbyiert für dir Konkurrenz (Putins North-Stream).

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00
16.11.2009, 08:44
na eben!

Peixe venenoso
01
3.11.2009, 14:41
hacklerregelung fuer ferrero?

nach 5 jahren bestens bezahltem vorruhestand in bruessel, frau und 62, muss sie nicht einmal, wie bei beamten ueblich, die hacklerregelung in anspruch nehmen um in pension gehen zu koennen. der schaden fuer oesterreich wuedrde sich in grenzen halten.

Seria
11
3.11.2009, 13:11

Frau F-W ist alt genug um in Pension zu gehen. Sollte sie Beraterjobs annehmen, wozu sie auf Grund ihrer Kontakte ausgezeichnet in der Lage ist, so würde sie, wie das in Ö und D so üblich ist, sicher von Neidern angefeindet werden. Schadwe um das Know-how

Regis 1
00
4.11.2009, 15:42
Schade um das Know-how

welches?

koschka
02
4.11.2009, 08:34
"Sie redet mit 100 Staatschefs in ihrer Sprache"

Ja aber worüber? Bisher hat noch niemand ausfindig machen könne worüber diese Frau irgendetwas wüsste. NA ja, lustig bewegen kann sie sich schon, sieht halt nur immer etwas spastisch aus.

Franz Schatz
02
4.11.2009, 13:01

So wie sich Gouvernanten eben bewegen! Vielleicht könnte sie eine Schule für "gutes" Benehmen gründen, wo sie dann die Bürscherl und Töchterl der Industriellen unterrichtet, wie man Servietten faltet. Oder Opernballmami wäre auch was für sie. Es findet sich für jeden Intelligenzgrad das Richtige.

cdef gh
02
3.11.2009, 16:04

Das Know-how unserer Benita ist erschreckend flach. Erst heute Morgen verbreitete sie in Ö1 Allgemeinplätze, dass man sich die Haare raufen musste. Mehr als Schlagzeilenwissen hat sie nicht, sonst würde sie schon mal was von sich gegeben haben. Also was ist schade? Weniger geht eh schon nicht mehr von Frau Grinserl im Kostümerl.

sir osis of liver
 
12
3.11.2009, 14:27

bitte -WELCHES know-how?

tramezzino
00
3.11.2009, 13:06
normalos

werden mit 55 in die frühpension geschickt, für 62 jährige politiker findet man versorgungsjobs - hochbezahlte natürlich.

sir osis of liver
 
013
3.11.2009, 14:35

normalos werden mit 45 jahren gekündigt und dem AMS ausgeliefert - um sich dann von so parasiten wie einem pröll-seppl sagen lassen zu müssen, dass die mindestsicherung eine soziale hängematte für faule ist.

cdef gh
00
3.11.2009, 16:06

Vielleicht kauft ihr jemand zu Weihnachten ein Buch, zum Beispiel dieses:
http://akin.mediaweb.at/2009/24/24buch.htm

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