Rücktritt

"Das verlegene Lächeln des sich seiner Schuld bewussten Missetäters"

3. November 2009, 17:10
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    foto: apa/artinger
  • Der offene Brief von Gunnar Prokop.

Hypo-Macher Prokop entschuldigt sich in einem offenen Brief, tritt zu­rück und will einen Psychologen aufsuchen - das Schreiben als Download

Wien - Es hat gut vier Tage gedauert, aber Gunnar Prokop hat sich eingekriegt. Zumindest deutet sein gestriger Rücktritt als Trainer der Handball-Damen von Hypo Niederösterreich samt begleitendem Statement darauf hin. Er wolle seine "unentschuldbare Fehlreaktion" , sagte der 69-Jährige, "in keiner Weise schönfärben" , er ersuche aber "um die Möglichkeit, den Versuch einer Erklärung abzugeben" . Am vergangenen Donnerstag hatte Prokop im Champions-League-Spiel gegen Metz bei 27:27 kurz vor Schluss eine mögliche Hypo-Niederlage verhindert, indem er aufs Feld und der serbischen Metz-Legionärin Svetlana Ognjenović in den Weg trat.

Die Erklärung sucht Prokop zunächst nicht bei sich selbst, sondern bei den Schiedsrichtern, die eine "Vielzahl von tendenziösen Entscheidungen" getroffen und im Finish ein Foul an einer Hypo-Spielerin übersehen hätten. Das war laut Prokop "der Auslöser der unverzeihlichen Situation" . Prokop schließt aus, dass sein Verhalten "bewusst oder gar überlegt war" , es habe sich um eine "Kurzschlussaktion" gehandelt. Eine solche, so Prokop, dürfte allein wegen seiner "37-jährigen Tätigkeit mit mehr als 270 Europacup-Spielen und mehr als 500 Länderspielen nicht vorkommen" . Er selbst kann seine Reaktion "aus heutiger, distanzierter Sicht" nicht nachvollziehen. Prokop will "versuchen, diese Situation mit einem Psychologen aufzuarbeiten" .

Dass er im Nachhinein aus Häme gelacht habe, streitet Prokop ab, er spricht von einem "verlegenen Lächeln des sich seiner Schuld bewussten Missetäters, der selbst keine Begründung seines Fehlverhaltens geben kann" . Es sei auch ein Fehler gewesen, einige Minuten nach dieser Situation zu einem Interview zu gehen. "Ich war emotional unverändert nicht anwesend" , sagt Prokop und zitiert Otto Rehhagel, der einst gesagt haben soll: "Ein Trainer darf zwei Stunden nach einem emotionalen Spiel nicht ernstgenommen werden." Allerdings hatte Prokop nicht nur im Interview nach dem Spiel, sondern auch am Tag danach im Gespräch mit dem Standard keine Reue gezeigt. "Wirklich leid würde es mir tun, wenn sich die Metz-Spielerin verletzt hätte" , sagte er da und nannte sein Handeln "vom taktischen Gesichtspunkt her richtig" .

"Es tut mir mehr als leid" , sagte Prokop am Dienstag. Und er steht nicht mehr an, sich für sein "unüberlegtes und unverzeihliches Fehlverhalten" zu entschuldigen - "bei der gegnerischen Mannschaft, der betroffenen Spielerin und der Sportwelt" . Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass nach dem Spiel selbst Metz-Trainer Francois Bertrand die Prokop-Aktion "nachvollziehbar" genannt hatte. Auf Youtube hat das Foul übrigens schon 800.000-mal Beachtung gefunden.

Erste Konsequenz: Suspendierung

Der europäische Verband (EHF) hat Prokop seiner Funktion als Vorsitzender und Mitglied der Frauen-Klubbewerbskommission schon enthoben. Am  Mittwoch, wird wohl eine lange Sperre samt Geldstrafe verhängt. Der achtmalige Champions-League-Sieger Hypo, also Prokop, hätte so oder so einen neuen Trainer installieren müssen. Erst im Juni hatte Prokop wieder einmal sich selbst zum Chefcoach ernannt. Seit 1972 lenkt er die Hypo-Geschicke, zuvor hatte er im Fünfkampf seine Ehefrau Liese, die Olympiazweite 1968 und spätere Innenministerin, betreut. (Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE - 4.11. 2009)

Kommentar posten
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quaksi quaksi
10
4.11.2009, 14:55

würde mir bei anderen handball berichten auch so viele postings bzw. interesse wünschen - das interessiert aber scheinbar keine .au.
dafür haben wir aber jede menge selbsternannte moralapostel in diesem forum, wenn es darum geht auf jemanden hinzudreschen
prokops ausraster gehört hart bestraft, aber der mann hat in der vergangenheit tolles geleistet - ob das die vielen miesmacher poster auch von sich behaupten können?

star observer
01
5.11.2009, 10:19

frag einmal die ganzen mädels, die wegen dem spinner mit handball aufgehört haben...

NONE
00
4.11.2009, 14:19

Das Hauptproblem ist ja eigentlich das ein wirklich guter Trainer so eine Aktion gar nicht nötig hätte ......

Im übrigen ist dies ein höchst unfaires Verhalten. Was kommt als nächstes - Paradeiser werfen auf gegnerische Spieler?

Barney_Stinson
01
4.11.2009, 13:29
wahrscheinlich wollte er die spielerin nicht behindern, sonden lediglich an den herd schupsen, an den alle frauen seiner meinung nach gehören

Der Große von Gegenüber
00
4.11.2009, 13:35

bei seiner eigenen konnte er es nicht durchsetzen ...

WunzelPunzel
00
4.11.2009, 11:52

heute ist nicht alle tage, der kommt wieder, keine frage.

mitrovic dejan
00
4.11.2009, 11:46
Svetlana Ognjenovic

Solte im Privat verklagen wegen "Begrabschung" und Vesuchung von Körperveletzung bei Prokops Polizei.

König Fußball
11
4.11.2009, 07:36
ein neuer

Als würdigen Nachfolger würde ich Werner Gregoritsch empfeheln...

Verhaltensorginell ist er ja auch.


mohog
00
4.11.2009, 13:40

also ich bin für Adi Pinter den "roten Messias"

Peter Hammer 06
00
4.11.2009, 07:02
Wenn der Trainer von Metz ......, die.....

...Rumpelstilz-Reaktion vom Prokop könnt' ich mir gut vorstellen.

SirVice
00
4.11.2009, 01:24
Ein l00ser

der sich die doppel 0 verdient!

moejoe187
40
4.11.2009, 03:32
ein l00ser mit doppenull ist er...

im Gegensatz zu einigen anderen "Persönlichkeiten" im Land besitzt er aber Rückgrat und steht zu seinem Fehler

Barney_Stinson
01
4.11.2009, 13:28
"sein fehler" wurde im ganzen land im fernsehn übertragen

deshalb dazu zu stehen hat mir rückgrat nichts zu tun

Kris99
00
4.11.2009, 17:56
dann solltest du mal Faymann frage...

Ingrid Goeschl1
01
4.11.2009, 08:31

Na, was bleibt ihm schon viel übrig als dazu zu stehen...

Es gibt übrigens weltbewegendere Dinge als die Verhaltensauffälligkeiten irgendwelcher Sporttrainer.

krosser pruter
01
4.11.2009, 00:43
die prokops

weit sind sie gekommen, haben nur im system funktioniert, und so sehen sie aus...

green tea
02
4.11.2009, 00:38
...da schau her, die "Nackte Kanone" war Trainer bei Hypo Südstadt?

...hätte ich das vorher registriert, hätte ich mir ein paar Heimspiele angesehen...jetzt wundert mich die "letzte Aktion" in keinster Weise mehr....*g*

Michl52
07
3.11.2009, 23:37
War das nicht der mit den "Frauen an den Herd"?

Ich wusste gar nicht, dass der noch eine Funktion als Trainer innehatte.

Joerg A.
01
3.11.2009, 23:18

"Aber vom taktischen Gesichtspunkt her richtig, wir hätten schließlich sonst verloren."

So schuldbewusst?

DonMartin1
02
3.11.2009, 22:33
Unsportlich

Ein präpotente Unsportlichkeit! Wer sich so benimmt verhöhnt jeden sportlichen Ehrgeiz. Es ist gut dass er weg ist.
Peinlich der ORF-Kommentar: "Das war jetzt schon ziemlich unfair" ist sehr milde, mehr Schärfe wäre da angebracht. Vor allem weil der Prokop dann noch süffisant (das ist nicht verlegen - siehe youtube) lacht.

Franzi Sobotka
00
4.11.2009, 13:09
Ja, das war so ein Nachwuchslulu, der bald dem Thomas König nachfolgen dürfte

Peter Hammer 06
01
3.11.2009, 21:27
Späte Einsicht, ein Besuch vor 20 Jahren wäre zielführender gewesen.

Alfred.E.Neumann
46
3.11.2009, 21:03

Man hat Prokop kritisiert, zu Recht, er zeigt Einsicht, das verdient bei aller Gegenrschaft Respekt.

karl pfeiffermann
00
4.11.2009, 13:16
respekt?

sorry. der mann ist nicht mehr lernfähig. seine bemerkungen über die frauen, seine rücksichtslosigkeit ... seit jahren.
prokop ist 69. er müsste überall zurücktreten!

suboptimal
 
17
3.11.2009, 22:47
ernst gemeint?

Respekt für eine Pflichtübung?

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