Ukraine

Wahlkampf heizt Grippepanik an

2. November 2009, 21:39

Während die Regierungschefin von einer normalen Grippewelle sprach, bezeichnete der Präsident die Situation als Bedrohung für die nationale Sicherheit

Moskau/Rom - In der Ukraine steigt die Zahl der Grippetoten weiter an. Bis Montag gab es durch die Grippewelle 67 Todesopfer, teilte der ukrainische Gesundheitsminister Alexander Turtschinow laut Ria Nowosti mit. 255.000 Menschen seien an Grippe oder Erkältungskrankheiten erkrankt. Gerüchte, wonach auch die Lungenpest ausgebrochen sei, dementierte das Gesundheitsministerium.

Unklar ist weiterhin, wie viele Menschen tatsächlich am Schweinegrippe-Virus H1N1 erkrankt sind. Es gibt keine Schweinegrippe-Epidemie in der Ukraine, sagte Premierministerin Julia Timoschenko. Sie sprach von einer "normalen Grippewelle". Das Gesundheitsministerium verzeichnete 22 Schweinegrippe-Todesfälle.

Timoschenkos Rivale Viktor Juschtschenko schätzt die Lage anders ein. Er sieht die Schweinegrippe als Bedrohung der nationalen Sicherheit und bat Nachbarländer, EU und die Nato um Hilfe.

Ukrainische Abgeordnete kritisierten, dass selbst die Schweinegrippe als Thema im Präsidentschaftswahlkampf missbraucht werde. So wirft Timoschenko laut Interfax dem amtierenden Präsidenten Juschtschenko vor, die Lieferung von künstlichen Beatmungsgeräten verzögert zu haben.

In Kiew behaupten böse Zungen, Timoschenko habe das Virus selbst ausgesetzt. Nach ihrem Wahlkampfauftakt hat die Regierungschefin wegen der Schweinegrippe alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt und die Unterbrechung des Wahlkampfs angekündigt.

Inzwischen ist die internationale Hilfe angelaufen. Die Schweiz hat 16 Tonnen Impfstoff in die Ukraine geflogen. Eine Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird am Montag eintreffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, sagte eine WHO-Sprecherin.

Das österreichische Außenministerium rät von "nicht dringend notwendigen Reisen" in die Ukraine ab. Flugbeschränkungen zwischen Österreich und der Ukraine zur Vermeidung von Ansteckungen sind laut dem Generaldirektor für öffentliche Gesundheit, Hubert Hrabcik, nicht geplant.

Auch in Italien sind nach dem Tod einer zwölfjährigen Schweinegrippe-Patientin in Pompeij viele Menschen verunsichert. In der Stadt wurden die Schulen geschlossen. Kampanien verzeichnet die Hälfte von bisher zwölf Todesfällen in Italien. Auch in anderen Regionen schicken viele Eltern ihre Kinder aus Furcht vor Ansteckung nicht mehr zur Schule. Gesundheitsminister Fazio hat vor Panik gewarnt und an die Bevölkerung appelliert, nicht die Erste-Hilfe-Stationen der Spitäler lahmzulegen, wo die Zahl der Patienten um 80 Prozent zugenommen hat.

Seit Ausbruch der Schweinegrippe Ende April in Mexiko sind in Europa 318 Menschen im Zuge einer Infektion gestorben. Weltweit gab es im selben Zeitraum 6153 Tote im Zusammenhang mit dem H1N1-Virus. (mu, ved/DER STANDARD-Printausgabe, 3.11.2009)

Kommentar posten
24 Postings
Lichtfreak
00
3.11.2009, 18:24
Dort ist bald Wahlkampf....

und die Politiker machen auf Drama - sie wollen gewählt werden.

Gemäss Schweizer in der Ukraine ist es zwar heftiger als hier, aber die Zahlen stimmen nicht und werden hochgepuscht!

Aracni Santini
00
3.11.2009, 15:03
Die Ärzte und Pharmalobby verdient bestimmt mehr an den Kranken

1) Umsatz in der Ordination 2) Umsatz von Tonnen an Medikamenten, die auch nicht gerade billig sind. Die Ärzte verdienen nur an Kranken. Die Pharma verdient in beiden Fällen bei Kranken wahrscheinlich noch mehr. Also warum sollten die die Impfung forcieren?

Sternchen100
20
3.11.2009, 09:53

Wieviel -zig-Millionen Menschen bewohnen die Ukraine doch gleich? Wieviele erkranken jährlich an Grippe? Wieviele Grippepatienten sterben an der ganz ordinären Grippe jedes Jahr?????

Die Ukraine drückt doch nur auf die Tränendrüse, damit die EU für sie das Erdgas aus Russland bezahlt. Andernfalls stiehlt sie es sich wieder aus unseren Lieferungen.

Aracni Santini
00
3.11.2009, 16:01
wir haben noch nichteinmal Winter

Sepp Seppi
22
3.11.2009, 09:27
Die Brichterstattung in Österreich

über die Schweinegrippe hatte 2 Wellen. die erste als sie aufgetaucht ist und der erste Fall in Österreich bekannt wurde. Das ist nun ein paar Monate her. dann war lange nix. die Infektionen waren meist harmlos und häuften sich clamheimlich in Österreich und überall sonst auch. Jetzt ist der Impfstoff fertig; und siehe da, da häufen sich die Fälle wieder in den Medien, und alles ist so dramatisch. Die Krankheit wird wieder wichtig...

Chien de Pique
00
9.11.2009, 16:26
Es war Sommer und wir hatten primär von Urlaubern importierte Einzelfälle.

Jetzt hingegen rollt die Grippewelle an - eh um Wochen zu früh, und deshalb häufen sich die Infektionen. Man hat darauf hingearbeitet, dass der Imofstoff genau für diese Situation, wo wir über sporadische Fälle hinaus sind, fertig und verfügbar ist.
Das ist so wenig geheimnisvoll und Verschwörung, wie dass Luftmatratzenfabrikanten darauf achten, dass vor dem Sommer genügend Luftmatratzenbestände bereitstehen und diese ab dem späten Frühling in die Geschäfte kommen.
So wie es aussieht, ist die Impfung eh schon fast zu spät, weil die Grippewelle eben etwas zu früh da ist und tatsächlich eine gewisse Gefahr besteht, dass sich die Leute beim Warten auf die Massenimpfungen anstecken bzw. überhaupt nicht mehr rechtzeitig geimpft werden können.

brand
12
3.11.2009, 11:27
Ursache und Wirkung...

Seltsam. Seit Monaten sieht man keinen Schneefall. Und jetzt, plötzlich, kaum hat die Winterreifenlobby ihre Werbung platziert, beginnt es auch schon zu schneien.

Und die von der Winterreifenlobby bezahlte Regierung und der ÖAMTC geben dann auch noch Empfehlungen heraus sich Winterreifen zu kaufen.

Und dann noch all die von der Winterreifenlobby bezahlten Studien, die besagen, dass Winterreifen auf Schnee- oder Matsch-Fahrbahn besser wären - ALLES REINE GELDMACHEREI!!!

mfg

Bartkauz
03
3.11.2009, 07:31
seltsam,seltsam

Gestern in der ZIB2 ein Bericht über die Schweinegrippe in der Ukraine und man sah,mit wenigen Ausnahmen,nur Leute mit Gesichtsmasken herumlaufen.10Min später ebenfalls ein Bericht in der ZIB2 aus der Ukraine,Grund war eine Wahlkundgebung,und wieder waren eine Menge Leute auf Straße zu sehen,aber kein Einziger trug eine Maske.

Chien de Pique
00
9.11.2009, 16:28

War das auch dieselbe Stadt?
Die Grippefälle sind ja nicht gleichmäßig verbreitet - aus der Wahlveranstaltung ohne Masken könnte man eventuell ableiten, dass es in dieser Region nicht gar so schlimm ist.

toolbox
00
4.11.2009, 14:09
twittert jemand aus der Ukraine ??

Im Vergleich zur Revolution im Iran praktisch Null.

Infos der Einwohner vor Ort würden mich ziemlich interessieren. Hat jemand Quellen oder Kontakte ??

Chien de Pique
00
9.11.2009, 16:27

Es gibt jetzt einen Blog, Link müssten Sie leicht finden.

ukrainian translator
00
10.11.2009, 06:04
Sogenet
00
3.11.2009, 08:50
DAS ist mir auch aufgefallen. Das riecht schon stark nach Manipulation!

scanf
00
3.11.2009, 06:06
Solche Meldungen ...

... sind doch Wasser auf die Mühlen der Pharmakonzerne. Mit all den Meldungen derzeit über die ach so gefährliche Schweinegrippe ist es wirklich schwer geworden, einen klaren Kopf zu behalten.
Wenn man bedenkt: Die Ukraine hat 46 Mio Einwohner, davon sind 255.000 (0,6%) krank und 22 tot. Wo ist da die Verhältnismässigkeit, die so eine Panik gerechtfertigt?
Aber nachdem die Impfaktion in DE (kostet 600 Mio €) nicht so richtig anläuft, sind solche Meldungen natuerlich hoch willkommen.
Kennt vielleicht jemand hier Statistiken ueber vergangene Grippewellen? Nicht die grossen wie die Spanische Grippe, sondern die "ganz normalen", die jedes Jahr auftreten.

Sobieski, Jan III.
00
3.11.2009, 11:22
Die Pharma&Mediengrippe

zB das hier (Quelle: Wikipedia)
Im Winter 2002/2003 gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland 5 Millionen Infizierte und 16.000 bis 20.000 Todesfälle, die auf eine Influenza zurückzuführen sind. In den meisten Fällen starben diese Menschen aber nicht unmittelbar am Influenza-Virus, sondern an einer bakteriellen Superinfektion

Eugen Roth
00
2.11.2009, 22:55
Die Lage in der Ukraine ist tatsächlich schrecklich,doch haben Hunger,ein sehr dürftiges Gesundheitssystem und mangeldes Vertrauen zur Medikamentenqualität und zu den Ärzten auch zu dieser Situation beigetragen

Die Ukraine braucht dringend Hilfe und bekommt sie
auch.Quarantäne,wie sie fast jedes Jahr bei Grippewellen
vorkommt,sind dort leider nichts ungewöhnliches,
die derzeit vorhandene Panik allerdings ist sonst
bei Grippewellen nicht so stark.
Allerdings bin ich von der Qualität der Impfung
wirklich nicht überzeugt:http://www.taz.de/1/zukunft... e-impfung/
Wenn wir so schlampig weitermachen,so würden
sich die Pioniere der ersten Impfungen ,die zum
Teil unter Gefährdung ihres Lebens gearbeitet
haben,im Grab umdrehen,und das Vertrauen
der Bevölkerung in das Gesundheitssystem in
Mitteleuropa wird stark leiden.

Sternchen100
11
3.11.2009, 09:55

Es gibt ein paar bestätigte Fälle von Schweinegrippe, aber der Virus der normalen Grippe, die in Wirklichkeit in der Ukraine grassiert (wie jedes Jahr) ist nicht benannt. Er wurde erst gar nicth "ermittelt". Es ist also nicht Schweinegrippe, es wird nur "vermutet".

Chien de Pique
00
9.11.2009, 16:29

So wie aussieht, spielt die saisonale Grippe aber keine nennenswerte Rolle, schon gar nicht bei den Toten.

TTV
00
3.11.2009, 01:20
Was mangelndes Vertrauen zu Medikamenten angeht sind unsere Stammtische aber auch nicht zu unterschaetzen...

wasndas
 
11
2.11.2009, 21:49
318

"Seit Ausbruch der Schweinegrippe Ende April in Mexiko sind in Europa 318 Menschen im Zuge einer Infektion gestorben".

In Anbetracht dessen dass in Mexiko 110 000 Millionen Menschen leben und die hygienischen Standards bei weitem nicht europäischen Standard haben wage ich mal kühn zu behaupten dass diese Todesfälle auch wenn sie tragisch sind nach wie vor die Ausnahme sind. Noch dazu ist das Virus in Mexiko quasi von Beginn an präsent....

larkmiller
00
3.11.2009, 02:23

Sind 110 000 Millionen nicht drei Nullen zuviel?

Laut wiki leben in Mexiko Stadt und Umgebung 19,2 Millionen Menschen, aber auch das ist schon viel fuer dort.

Sogenet
00
3.11.2009, 08:53
Ach Gott, sind`s doch net so pedantisch!

Was sind schon ein paar Nullen! Nichts.

Na eben.

Chien de Pique
00
2.11.2009, 22:56

Dass die Todesfälle die Ausnahme sind, ist klar, und ist seit den ersten Tagen der Grippe jedermann bekannt. Sonst hätten wir ein wirklich, wirklich großes Problem - und auch niemals derart lax und schleppend reagieren dürfen.
Dann hätten wie die Supergrippe mit Vogelgrippesterblichkeit, vor der man sich gerade fürchtet.
Trotzdem werden wir relativ viele Todesfälle haben, wahrscheinlich ähnlich wie bei einer regulären Grippewelle, mit Pech mehr.
Auch bei einer Sterblichkeit von 0% hätten wir aus rein ökonomischen Gründen jedes Recht, Vorkehrungen zu treffen.

10 dag Meinungswurscht - dünn aufschneiden bitte!
 
02
2.11.2009, 19:43
Schlussfolgerung ...

... meide vor allem die "Erste Hilfe Stationen", dort holst du dir zur Zeit das Zeugs sicher ... ;-)

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