Aktienhandel im Dunkeln nimmt zu

2. November 2009, 17:41

Dark Pools gewinnen als alternative Handelsplattformen an Bedeutung. Die "geheimen Aktienmärkte" erfreuen sich auch in Europa zunehmender Beliebtheit

Wien - Dark Pools sind weiter auf dem Vormarsch. Über diese dunklen Kanäle können große Fonds und Banken hohe Volumina an Aktien handeln, ohne die Öffentlichkeit einer Börse. Die privaten Handelsplattformen publizieren Informationen zu einem Kauf erst nach Abschluss und haben in der Finanzkrise einen immer größeren Anteil am Gesamtvolumen der gehandelten Aktien gewonnen. Möchte ein Hedgefonds möglichst wenig am Markt bewegen, wenn er ein größeres Aktienpaket eines Unternehmens verkauft, dann wählt er den Weg der dunklen Liquidität.

Über Dark Pools werden rund zehn Prozent aller Aktien in den USA gehandelt. In Europa sind diese Zahlen noch niedriger (bei etwa fünf Prozent), doch die Bedeutung der "geheimen Aktienmärkte" , wie sie in den USA mittlerweile von Kommentatoren genannt werden, nimmt auch hier deutlich zu. Laut einer aktuellen Studie der US-Beratungsfirma Tabb Group könnte 2010 der Anteil in Europa bereits bei sieben Prozent liegen.

US-Senat hält Anhörung

Auch politisch wird das Thema wichtiger: Der US-Senat hält derzeit Anhörungen mit Branchenvertretern und Regulatoren ab. Die Finanzaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) will dabei mehr Licht in die Dark Pools bringen. SEC-Präsidentin Mary Schapiro befürchtet, dass sich ein "Zwei-Klassen-Markt" entwickle, in dem Player mit Zugang zu Dark Pools einen unfairen Vorteil hätten.

Der Fall des Hedgefonds Galleon (dem Gründer und Milliardär Raj Rajaratnam wird Insider-Handel vorgeworfen) scheint die Befürchtung von Kritikern zu bestätigen. Galleon, mit sieben Mrd. Dollar verwalteten Vermögen, soll seinen Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley laut Unternehmenskreisen alleine 2008 rund 250 Mio. Dollar für Vorabinformationen gezahlt haben. Die Strategien des Fonds, der auf Basis von Millisekunden handelte, sollen von Vorabinformationen profitiert haben.

Diese Verbindung - private Handelsplattformen und Fonds, die dank neuester Technologien schneller handeln als ein Händler blinzeln könnte - stellt für Regulatoren eine zentrale Herausforderung dar. Denn die Bedeutung der schnellen Händler, den High-Frequency-Traders (HFT), ist heute auf rund zwei Drittel des gesamten Marktvolumens gestiegen. In derart schnellen Märkten reicht Fonds wie Galleon der Vorsprung vom Bruchteil einer Sekunde, um Geld zu verdienen. Wie groß jedoch die Gewinne aus diesem Bereich sind, lässt sich aufgrund des Mangels an Daten noch nicht feststellen.

Kritisch Reaktionen

Branchenexperten, etwa von Tabb Group, sehen die neuen Vorschläge von Regulatoren aber mitunter kritisch. Dark Pools und HFT hätten wichtige Funktionen, besonders wenn es darum geht, einzelne Käufe und Verkäufe von Aktien günstiger zu machen. Zwar sei mehr Transparenz jedenfalls hilfreich, allerdings geben die Forscher zu bedenken, dass in den USA etwa, in denen diese Technologien viel weiter verbreitet sind, es für Anleger sehr viel günstiger ist, am Markt zu handeln, als etwa in Europa oder Japan.(Lukas Sustala, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.11.2009)

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Posting 1 bis 25 von 36
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Linke Chuzpe
00
29.11.2009, 15:58
Der dunkle Handel ist am stillen Örtchen besonders geheim!

Wischfeste Aktien bevorzugen!

GreenTwig
00
5.11.2009, 12:28
Denn Zusammenhang zwischen Dark Pools und HFT

...habe ich noch nicht ganz verstanden.
High Frequency Trading findet ja in normalen Börsen statt. Es ist quasi ein Extrem-Scalping auf Grundlage von gekauften Marktinfos von Maklerfirmen (Goldman-Sachs etc).
Dark Pools sind abgeschottete Märkte geringerer Liquidität (10% vom Gesamtmarkt).
Also wie hängen die zusammen?

fokyoo
12
3.11.2009, 10:41
ich handle meine papierl auch fast nur ausserbörslich..

weils billiger ist und die öffnungszeiten angenehmer sind

die börse ist sowieso nur mehr so seriös wie ein hütchenspiel, was kratzt mich der unterschied

und der SEC traue ich nicht mal die überwachung einer würstchenbude zu, solln einfach die pappn halten

José Atento
00
3.11.2009, 13:06
Aha,

nur unterscheidet sich der Kurs im außerbörslichen Handel kaum vom Börsenkurs.

Aber die großen Fonds handeln unabhängig von den Börsen, denn diese verwenden sie für HFT, etc., um die kleinen Aktionäre auch weiterhin abzocken zu können.

Walter Tiefenthaler
02
3.11.2009, 12:07
das ist nicht gerecht...

...die sec ist durchaus imstande eine wuerstchenbude zu ueberwachen. fuer die kosten von 100.000 usd pro tag werden nicht nur alle transaktionen aufgezeichnet, sondern auch die wurstpreise gemonitort (ca. 10x pro sekunde). deals die ein kaufvolumen von 10% des tagesumsatzes ueberschreiten werden von einem spezialagenten beschattet und der hausmuell systematisch analysiert. die herkunft der kunden wird mittels satellit, gps sonden und kamerateams ermittelt. aus den daten wird ein standardkundenprofil erstellt. von diesem profil signifikant abweichende kunden (>5 portionen) haben mit einer hausdurchsuchung und beschlagnahme der jause zu rechnen. die sec sieht es jedoch nicht als ihre aufgabe die qualitaet der wuerste an sich zu kontrollieren.

natoll
30
3.11.2009, 12:03

sorry, aber du hast nicht verstanden worums hier geht.

W.Hammerl
00
3.11.2009, 14:09

Es geht hier um einen alten Hut. Neu ist nur der Name "Dark Pool", weil er doch so verworfen klingt. Jeder Investor, der zumindest eine Schachtelbeteiligung anstrebt, wird versuchen möglichst viele Papiere außerbörslich zu erwerben, da er sich sonst den Kurs nur in die Höhe treiben lassen würde.

Der Lord
 
10
3.11.2009, 09:51
heast Oida host was Tiefes fiar mi?

Kloar Oida, wie wär´s mit SAP Aktien, die sind uaaar tiaf!!! und a Bank dazu, a bisserl wos schnöö´s ?

Die Wöd steht nimma lang

Weichspüler
11
3.11.2009, 07:53
Kraut und Rüben in einem schwachen Artikel ...

1. Die Börsen ist ein Handelsplatz ohne Monopol
2. Vorabinformationen sind eine Frage des Insiderhandels
3. Schnelle Technologie nützt gerade im außerbörslichen Handel (= deutsches Wort für daaaark pul) wenig

natoll
00
3.11.2009, 12:04

das ist nicht korrekt. nicht jeder außerbörsliche handel ist ein "dark pool".

nebenerwerbsposter
11
3.11.2009, 07:17

die ersten aktien-dealer am karlsplatz wurden bereits gesichtet!

Erwin Wolfram
11
3.11.2009, 00:23

tja in europa wird eben immer viel geredet von regulierung und so, leider gibt es nicht einmal aktuelle kurse fuer die meisten fonds, es handelt sich bei uns also eher um die korruption im weissen handel.

Cogito Ergo Dumm
20
3.11.2009, 10:44
Es gibt tagesaktuelle Kurse

für alle in Österreich zugelassenen Fonds.

Sie müssen nur die richtigen Zeitungen lesen... auf Papier, nicht online!

AlliGator
11
2.11.2009, 23:38
Ist vor allem eine Spesenfrage

Bei vielen Trades mit jeweils großen Stückzahlen sind die Spesen an den europäischen Börsen in Summe zu hoch, deswegen wird ausgewichen. Settlement muß auch gemacht werden, also geht das ohnehin nicht für beliebige Titel, oder ohne den Zentralverwahrer.

Das bringt einfach mehr Druck auf die Börsen und deren leicht verdientes Geld. Den Banken ist es ja egal, was sie ihren Depotkunden weiterverrechnen. Ein guter Fonds schaut für seine Kunden aber auch auf die Spesen.

digibiz
10
2.11.2009, 23:28

man könnte aktien die nicht ordungsgemäss erworben wurden rechtlich für ungültig erklären.
damit soll nicht der ausserbörsliche verkauf untersagt sein, nur muss die ag immer wissen wer der besitzer ist, auch die anderen aktionre sollten immer wissen wer die anderen anteile besitzt.

digibiz
00
5.11.2009, 20:56
kann es sein das folgendes überlesen wurde:

damit soll nicht der ausserbörsliche verkauf untersagt sein

AlliGator
00
3.11.2009, 18:58

"...muss die AG immer wissen..."

Verkehrte Welt?? Oder *ironie*-Tag vergessen?

Aktien bedeuten Firmen-Eigentum. Wenn sie genügend davon haben können sie selbst bestimmen, ob die AG kopfstehen oder singen und tanzen soll.

Und was den ordnungsgemäßen Erwerb von Aktien betrifft: Wenn sie sie in der Hand halten, oder wenn sie auf ihrem Depotauszug ausgewiesen sind, dann gehören sie ihnen. Fragt sie ja auch niemand, wie ihr Geld in ihre Tasche oder auf Ihr Konto gelangt ist.

digibiz
00
5.11.2009, 21:03

bin zwar kein börseguru, aber es gibt meldepflichten bei gewissen anteilsprozentsätzen?

AlliGator
00
6.11.2009, 01:14

Stimmt. Da kenne ich die Details aber nicht. Meines Wissens gehören die zu all den Meldepflichten und Börseregeln, die den Markt an der Börse gehandelte Titel für die Anleger transparent und fair machen sollen.

Wenn Sie aber morgen eine AG gründen und dann die Anteile am nächsten Tag privat verkaufen, sind sie natürlich niemandem meldepflichtig.

Conny Bärlaus
10
3.11.2009, 01:09
Warum sollte man Aktien

nicht direkt kauen/verkaufen können.

Nehmen wir ein anderes Bsp., einen heißgeliebten Gebrauchtwagen:

A und B einigen sich über den Verkauf eines Gebrauchtwagens um 10.000 EUR. A zahlt 10.000, B bekommt 10.000 EUR. Das ist ein "dunkles" Geschäft, weil nicht über einen Händler.

Jetzt geht das ganze Geschäft über einene Gebrauchtwagenhändler: B verkauft das Auto um 9000 an den Händler, der verkauft es an A um 11.000. A & B haben ein schlechteres Ergebnis, dafür ist es "offiziell" und kommt sogar in die EUROTAX-Liste. Ein "weißes" Geschäft halt.

martin danler
10
2.11.2009, 23:54

ich glaube nicht, dass man Aktien nur an der Börse handeln darf

wenn ich meine Aktien Herrn x schenken will oder auch verkaufen will darf ich das

digibiz
00
5.11.2009, 20:53

wenn herr x das geschenk dann versteuert sehe ich kein problem

her wig
10
3.11.2009, 07:08

Die Konsequenz ist, dass die Bedeutung der Börsen abnimmt. Börsenkurse als Bewertungsgrundlage für Aktienvermögen zu verwenden wird dann weniger schlüssig. Wäre vllt. garnicht so schlecht für die Stabilität der Wirtschaft.

flying fist
10
3.11.2009, 08:00
otc

und was ist mit otc werten, geht ja auch an der börse vorbei, oder irre ich mich da.

Kapitalismus Luege
10
3.11.2009, 11:00

genau, und alles dient der Bilanzkosmetik

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