"Preise erhöhen unsere Sicherheit nicht"

2. November 2009, 17:04
  • Artikelbild
    foto: ap/sekretarev

    Zur Person
    Oleg Orlow (56) ist Chef des Moskauer Menschenrechtszentrums Memorial und Vorstandsmitglied von Memorial International.

Trotz zahlreicher internationaler Auszeichnungen wurden seine Kollegen ermordet, sagt Oleg Orlow, Vorsitzender des Moskauer Menschenrechtszentrums Memorial, im STANDARD-Interview

Mit Orlow sprach Verena Diethelm.

*****

STANDARD: Sie und Ihre Kollegen haben den Sacharow-Preis erhalten. Glauben Sie, dass sich dadurch etwas für Ihre Arbeit und an der Menschenrechtslage in Russland verändern wird?

Orlow: Zunächst einmal möchte ich unsere Dankbarkeit ausdrücken. Der Preis ist eine große Würdigung unserer Arbeit und nicht nur unserer, sondern der aller Kollegen und russischen Bürgerrechtler. Dieser Preis wird uns helfen, unsere Ziele zu erreichen. Aber die realen Auswirkungen auf die Menschenrechtssituation werden gering sein. Die russische Zivilgesellschaft muss sich von innen her ändern. Außerdem hat sich gezeigt, dass der Erhalt von Preisen und Auszeichnungen die Sicherheit unserer Mitarbeiter im Nordkaukasus nicht erhöht hat. Auch Anna Politkowskaja und Natascha Estemirowa wurden international ausgezeichnet und trotzdem ermordet.

STANDARD: Aber Präsident Dmitri Medwedew spricht doch oft über die Bedeutung der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte? Wie ernst sind diese Worte?

Orlow: Präsident Medwedew sagt sehr viel, und seine Worte sind auch gut. Erst am 30. Oktober, zum Gedenktag für die Opfer der politischen Repression, hat er über die Verbrechen Stalins gesprochen. Das ist sehr wichtig für unser Land. Aber vieles sind nur leere Worte, denen keine Taten folgen. Wenn etwa Wahlen keine Wahlen sind.

STANDARD: Nach dem Mord an Ihrer Kollegin Estemirowa hat Memorial Tschetschenien verlassen. Werden Sie wieder zurückkehren?

Orlow: Wir haben Tschetschenien nicht verlassen, sondern zeitweise unsere Arbeit eingestellt. Wir beobachten die Situation genau und prüfen eine Rückkehr.

STANDARD: Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow hat Sie geklagt, weil Sie ihm die Schuld am Mord Ihrer Kollegin gaben. Was erwarten Sie vom Prozess?

Orlow: Er hat zweimal geklagt. Den zivilrechtlichen Prozess habe ich verloren, aber ich habe Berufung eingelegt und auch den Gerichtshof für Menschenrechte angerufen. Das Strafverfahren hat eigentlich keine rechtliche Grundlage. (DER STANDARD, Printausgabe, 3.11.2009)


Andreas Pieper
12
2.11.2009, 19:15
jetzt bin ich aber wirklich erstaunt,

es hat sich noch niemand gefunden der um die verbindung des herrn orlow zur cia weiß und nicht zu vergessen sein engagement für die us-ölindustrie.ist doch alles infame hetze gegen mütterchen russland und seine lupenrein demokratische regierung!

Hossam Hassan
00
16.3.2010, 13:09
Mich erstaunt, dass noch niemand ihre verbindung

zum Supergeheimdienst I.D.I.O.T. aufgedeckt hat, aber ein erster Schritt ist hier gemacht.

Andreas Pieper
00
16.3.2010, 15:48
chapeau

sie sind rhetorisch ja eine wahre bestie....;)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.