"Unsere Politik ent­springt oftmals aus dem Glauben"

Michael Kremmel, 3. November 2009, 12:44
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    Nadine Müller (26), jüngste CDU-Abgeordnete Deutschlands: "Konservativ und modern bedingen sich gegenseitig."

Nadine Müller, jüngste Abge­ordnete der CDU, über konservativ vs. modern, Deutsche Studis in Österreich und ihr Vorbild Merkel

Nadine Müller zieht nach der Bundestagswahl als jüngste Abgeordnete der CDU in den Bundestag ein. Im derStandard.at-Interview spricht die 26-Jährige über konservative Grundhaltung, Angela Merkel als Vorbild, Numerus-clausus-Flüchtlinge und ihren Glauben. Die Fragen stellte Michael Kremmel.

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derStandard.at: Mit 21 in den Landtag, mit 26 in den Bundestag, was kommt mit 30?

Nadine Müller: Hoffentlich wieder der Bundestag. Ich sehe das jetzt auch nicht als Karriereleiter, sondern das war ein großes Maß Glück und Zufall. Es war ja so nicht geplant. Mein Vorgänger wollte aus persönlichen Gründen wieder für den Landtag kandidieren. Ich hätte auch im Landtag noch genug Möglichkeiten gehabt, dort zu arbeiten und auch im Bundestag kann man viele Jahre arbeiten, ohne dass es danach weitergeht. Da gibt es viele Möglichkeiten.

derStandard.at: Stichwort Landtag: Sie fühlen sich ihrer Heimat sehr verbunden, sagen sie wollen in Berlin nicht nur Bundespolitik machen, sondern sich weiter auf das Saarland konzentrieren. Warum der Wechsel nach Berlin?

Nadine Müller: Die Berliner Arbeit stelle ich mir so vor, dass ich Politik für alle mache und nicht nur saarländische Abgeordnete bin. Man hat ja da das große Ganze zu sehen. Ich möchte aber in den Wochen, in denen ich in Berlin nicht gefragt bin noch viel im Saarland unterwegs sein und den Kontakt zu den Leuten halten, weil man dadurch viele Impulse bekommt.

derStandard.at:  Ist Angela Merkel ein Vorbild?

Nadine Müller: Sie ist die erste Bundeskanzlerin und auch die erste Ostdeutsche, das sind zwei besondere Merkmale. Sie sagt, dass sie Kanzlerin für alle Deutschen sein will und ihr nimmt man das ab. Sie reitet auf den Merkmalen, Frau und Ostdeutsche zu sein, nicht herum. Mir imponiert das, dass sie vermittelt für alle Deutschen Kanzler zu sein.

derStandard.at: Kann eine Politikerin gleichzeitig konservativ und modern sein?

Nadine Müller: Konservativ und modern bedingen sich gegenseitig. Es gibt ja den Spruch "Konservativ sein heißt nicht, die Asche zu behüten, sondern die Flamme zu bewahren." Das sehe ich als konservativ, gewisse Werte und ein Fundament und auch eine gewisse Heimatverbundenheit wie in meinem Fall. Aber durchaus offen für Neues, für neue Entwicklungen, auch eine Weltoffenheit und Offenheit gegenüber neuen Technologien. Da passt konservativ und modern zusammen.

derStandard.at: Stichwort neue Technologien, sie twittern ja auch. Zum Beispiel haben sie den Eintrag verfasst: "Ab heute geht's richtig los: jetzt Gottesdienst, dann konstituierende Sitzung." Wie wichtig ist der Glaube für sie?

Nadine Müller: Ich fand es sehr schön, dass wir mit dem ökumenischen Gottesdienst begonnen haben. Die Präambel des Grundgesetzes wurde in der Predigt zitiert, da steht "In Verantwortung vor Gott und den Menschen". Ich finde, es ist schon wichtig, dass man sich das zu Beginn einer Legislaturperiode vor Augen führt. Man hat Verantwortung gegenüber den Menschen, aber unser politisches Tun entspringt ja auch oftmals aus dem Glauben.

derStandard.at: Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich oder Großbritannien verlieren die Sozialdemokraten an Zustimmung. Ist konservativ jetzt im Trend?

Nadine Müller: Vielleicht hat gerade die Wirtschaftskrise gezeigt, dass nicht nur höher, weiter, besser wichtig ist, sondern auch der Wertebezug. Bei vielen Jugendlichen sehe ich die Tendenz, dass man sich auf Werte und Vorbilder zurückbesinnt, aber offen ist gegenüber Neuem. In Deutschland hat man in den von konservativen Parteien regierten Ländern gesehen, dass sich wirtschaftliche Kompetenz und sozialer Zusammenhalt nicht ausschließen. Die Länder sind wirtschaftlich meist erfolgreicher, die CDU hat aber auch eine große Sozialkompetenz.

derStandard.at: Sie kommen aus der Provinz, sind stellvertretende Vorsitzende im Verein Sicherer Landkreis St. Wendel, propagieren aber ein "frisches Denken" in Berlin, wie sieht das aus?

Nadine Müller: Wir sind sehr ländlich strukturiert. In dem Verein kümmern wir uns um Sicherheit und Sauberkeit vor Ort. Da sind Themen wie Graffitis noch gut in den Griff zu bekommen. So sehe ich das auch mit dem frischen Denken: Pragmatisch an die Sachen rangehen. Egal, ob kleine Probleme wie bei dem Verein, oder große Zusammenhänge, ich bin dafür, dass man es anpackt. Dazu muss man sich aber auch viele Meinungen einholen. So stell' ich mir meine Politik vor.

derStandard.at: Politische Gegner sagen, sie stehen für keine Inhalte, nur für Graffiti entfernen. Gibt es da noch andere Dinge, die sie ändern möchten außer Deutschland graffitifrei zu machen?

Nadine Müller: Wenn man meine politische Arbeit der letzten Jahre verfolgt hat, dann sieht man schon, dass ich mir einige politische Themen zu Eigen gemacht habe. Das eine ist das Thema Fachkräftemangel, besonders im Bereich Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Da habe ich im Saarland Initiativen gestartet, um Kinder und Jugendliche schon ab dem Kindergarten für Technik zu begeistern.

derStandard.at: Auf ihre Homepage schreiben sie zum Thema Fachkräfte: „Wenn wir teurer sein wollen als andere, müssen wir auch besser sein." Warum wollen sie teurer und nicht einfach nur besser sein?

Nadine Müller: Mit teurer sind nicht die Produkte gemeint sondern die Arbeit in Deutschland im Vergleich zur Konkurrenz aus dem Ausland. Auch in Osteuropa werden viele gute Produkte produziert, aber zu ganz anderen Bedingungen. Wenn wir unseren Sozialstaat aufrecht erhalten wollen, dann ist der Faktor Arbeit in Deutschland einfach teurer. Dann gibt es nur die Alternativen schneller, besser oder innovativer zu sein.

derStandard.at: Ein Faktor um besser zu sein, sind für Sie gute Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten. Derzeit besetzen Studierende in Österreich die Universitäten schon seit Tagen um genau für das zu kämpfen. Wann ist es in Deutschland soweit?

Nadine Müller: Ich hoffe, dass es dazu nicht kommt. Die Universitäten, die ich kenne, sind in den letzten Jahren viel besser geworden. Ich habe in Heidelberg studiert, dort hat sich die Serviceorientierung massiv verbessert. Auch bei der einzigen Universität im Saarland sind die Mittel in den letzten Jahren angestiegen. Man sieht das auf dem Campus. Es wird gebaut, die Studiengänge sind besser und effektiver. Die Studenten werden besser begleitet. Aber auch diesbezüglich muss viel getan werden, hier hinken wir europäischen Nachbarländern um Vieles hinterher.

derStandard.at: Im Vorfeld der österreichischen Studentenproteste wurden von der Politik vor allem die Numerus-clausus-Flüchtlinge aus Deutschland als Grund für unzumutbare Studienbedingungen angeführt. Gibt es in Deutschland zu wenig Chancen für bildungswillige Studenten?

Nadine Müller: Wichtig ist, dass die ZVS (Anm. Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) nur mehr für ganz wenige Fächer zuständig ist und zu einer Servicestelle umgebaut wird. So kann sich jeder Student bei der Universität bewerben, wo er hin will und wird von der ZVS nicht in ganz Deutschland herumgeschickt. Der Numerus-clausus (NC) ist dort sinnvoll, wo man später nicht genug Arbeitsplätze hat. Man kann nicht Millionen Soziologen ausbilden und es gibt keinen Arbeitsmarkt dafür. Die Universitäten müssen aber schauen, wie sie die Auswahl besser machen. Nur der NC wird den Bewerbern nicht gerecht. Ein differenziertes System wäre gerechter. Beispielsweise mit auf das Studium zugeschnittenen Eingangstests und einzelnen Abiturnoten wäre das besser, aber es wäre auch teurer.

derStandard.at: Politiker in Österreich forderten Ausgleichszahlungen aus Berlin für die zahlreichen deutschen Studenten. Die wurden abgelehnt. Finanziert Österreich die Fachkräfte, die sie für Deutschland fordern?

Nadine Müller: Auch wir bilden viele Studenten aus dem Ausland aus. Ich sehe diese Mischung als Bereicherung. Wichtig ist, dass jedes Land auch wirklich ausbildet. Deutschland muss wissen, dass wenn wir unsere Studenten in Österreich oder den Niederlanden ausbilden lassen, dass viele Fachkräfte auch dort bleiben. Das können wir uns auch nicht leisten. Jedes der reichen europäischen Länder, Österreich und Deutschland gehören dazu, hat dafür zu sorgen, dass die Studenten im eigenen Land gut ausgebildet werden. (derStandard.at, 03.11.2009)

Zur Person: Die diplomierte Juristin Nadine Müller (26) kam über ein Direktmandat im Wahlkreis 298 in den Bundestag. Zuvor war sie fünf Jahre für die CDU im saarländischen Landtag und hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin.

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Posting 1 bis 25 von 111
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Hotcoolt
00
17.2.2010, 17:15
Nadine Müller ..

Sie hätte dann erst garnicht eintreten dürfen, da die alten CDU'ler wie Kohl / Koch bisher nur noch nie Angklagt wurden, weil ihr Palamentarier Schutz nie Aufgehoben wird ! Den das C ist bei denen nur als Wähler Fang gedacht, und hat mit Christlich sein nichts zu tun ! Denn die würden gegen fast alle 10 Gebote verstoßen !

rapidla01
00
11.1.2010, 12:36
An die Atheisten

Auch wenn ich mich selber eher als Agnostiker bezeichnen würde, wenn man sich die postings hier durchliest würde den postern eine prise der wichtigsten religiösen Botschaft guttun, Toleranz. Man findet heutzutage sogut wie keine Leute mehr die unter ein Interview wo einer sagt dass er nicht an Gott glaubt "haha der kommt in die Hölle" schreiben, aber sobald auch nur irgendeiner einen Funken an Glauben äußert häufen sich die Kommentare wie "was für ein Trottel" "ist doch alles nicht bewiesen" blablabla

Zweitaccount dank Zensur
25
4.11.2009, 18:04
"Unsere Politik ent­springt oftmals aus dem Glauben"

Dem Glauben an ein höheres, übernatürliches Wesen. Quasi ein Bekenntnis zum Osterhasen und Weihnachtsmann. Und das im 21. Jahrhundert... und die Leute glauben noch immer an diesen Hokuspokus und wählen diese Partei auch noch...

Jürgen Rembremerding
32
5.11.2009, 12:50
Der "Osterhase" ist keine biblische Figur

und der "Weihnachtsmann" erst recht nicht, da er von Coca-Cola erfunden wurde.

In dem Sinne ist dieser gerade ein Synonym der nichtreligiösen Welt, die Sie fordern!

Sie glauben also an die Welt des Weihnachtsmanns!

Der Ätzer
02
4.11.2009, 16:25
Ich glaubte auch lange an die Redlichkeit in Ämter, Parteien und Gewerkschaften!

Hätte ich mich nur nie näher erkundigt!

Herr und Frau Österreicher
 
12
4.11.2009, 10:27
Glauben heißt nicht wissen...

Quintus Beckloeffel
44
4.11.2009, 11:15

Im Gegenteil: es herrscht in der Erkenntnistheorie weitgehende Einigkeit darüber, dass Wissen eine Art von Glauben ist.

Nick Tameer
11
4.11.2009, 20:15

Mag sein, aber dennoch kann man mit Hilfe der Physik mit ziemlich großen Erfolgschancen einen Menschen auf den Mond oder eine Sonde zum Mars schicken, während die Theologie bisher noch keinerlei auch für Nichtgläubige nachvollziehbaren Nachweis z.B. für die Beförderung einer Seele ins Himmelsreich erbracht. Insfern hielte ich es für klüger, die gut ausgebaute theologische Verteidigungsstellung, wonach zwischen Glauben und Wissen ein grundsätzlicher Unterschied ist, der Glauben aber dennoch eine höhere Form der Gewissheit ... etc. etc., nicht zugunsten abenteuerlicher Vorstöße in das erkenntnistheoretische Niemandsland zu verlassen.

Quintus Beckloeffel
01
5.11.2009, 23:42

Ihr Pochen auf den instrumentellen Nutzen ist nicht nur irrelevant in Bezug auf die begriffliche Analyse des Wissensbegriffes, es ermöglicht ihnen auch gar nicht die von Ihnen erhoffte Abgrenzung der Theologie von den "seriösen" Wissenschaften. Denn auch viele astronomische oder historische Erkenntnisse werden sich niemals als Grundlage irgendwelcher technischen Entwicklungen nutzen lassen. Dennoch stellt das Wissen um die Tatsache, dass nicht X im Jahre Y den König Z ermordet hat, zweifellos einen Fall von "Wissen" dar.

good old europe
12
4.11.2009, 11:49
falsch

Die Erkenntnistheorie grenzt Glauben und Wissen klar ab, vor allem durch den Prozess der Wahrheitsfindung. Wobei auch Verwirrung durch falsche Übersetzungen aus dem Englischen ensteht, wenn "believe" falsch mit dem deutschen Begriff des religiösen "Glauben" übersetzt wird. Der Begriff Hypothese oder Annahme wäre eher treffend.

Quintus Beckloeffel
21
4.11.2009, 11:56
Selber falsch

Sie grenzt Wissen nicht in dem (ausschließenden) Sinn vom Glauben ab, wie es uns der obige Spruch glauben machen will, sondern sie spezifiziert das Wissen als eine spezielle Art des Glaubens. Und somit ist die Implikation "Glauben --> nicht wissen" schon aufgrund der begrifflichen Analyse falsch.

Nick Tameer
00
4.11.2009, 22:31

Es ist zwar schön zu sehen, wenn Kontrahenten sich über bestimmte Grundsätze einig sind, aber die Auffassung, es gäbe eine Autorität namens "die Erkenntnistheorie", die eindeutige Antworten auf derlei Fragen gibt, kann ich nicht ganz teilen.

Quintus Beckloeffel
01
5.11.2009, 23:33

Es bleibt ihnen unbenommen, auch an der Autorität namens "die Physik" zu zweifeln und in einschlägigen Esoterikpostillen ihre Theorien zur Machbarkeit eines perpetuum mobile zu publizieren.

good old europe
02
4.11.2009, 19:36
Begriffliche Analyse?

was ist das? Eine neue Erfindung der Kreationisten? Genau die Aussage "Wissen als eine spezielle Art des Glaubens" meinte ich mit Irrtum aufgrund ungenauer Übersetzung. Das Paradigma lautet "knowledge vs. believe-knowledge", wobei "believe" nicht mit der Pragmatik des Deutschen "glauben" gleichzusetzen ist, sondern eine Annahme unterstellt, die einen Prozess zur Wahrheitsfindung (wahr auch hier im Sinne von "true", nicht im religiösen Sinn von Dogma) durchläuft.

Quintus Beckloeffel
01
5.11.2009, 23:31
"was ist das? Eine neue Erfindung der Kreationisten?"

Sie scheinen gar nicht zu merken, welch peinliche Blöße Sie sich mit dieser Frage geben!

Und was die von Ihnen behauptete semantische Schieflage zwischen den englischen und den deutschen Termini betrifft: die gibt es nicht. Sowohl im Englischen als auch im Deutschen wird der Ausdruck "Belief" (so schreibt man das übrigens!) bzw. "Glauben" einerseits für die epistemische Einstellung des Für-wahr-Haltens und andererseits für die Haltung des Vertrauens (z.B. auf ein göttliches Wirken) verwendet. Abgesehen davon, dass also diesbezüglich kein sprachlicher Unterschied besteht, sind die beiden Verwendungsweisen auch nicht unabhängig von einander. Glauben im zweiten Sinn setzt immer Glauben im ersten Sinn voraus.

good old europe
00
7.11.2009, 15:22

Das trifft umgangssprachlich (common sense) sicher zu, aber wenn Sie schon vom Paradigma der Erkenntnistheorie geschrieben haben, dann gehe ich davon aus, dass wir auch vom wissenschaftlichen Paradigma schreiben. Und da trifft die Unterscheidbarkeit und Unabhängigkeit zu, jedenfalls in der vorherrschenden Literatur - und die ist ja für ein Paradigma maßgeblich.

Quintus Beckloeffel
00
8.11.2009, 11:11
Halten wir fest: Die Äquivokation hat nichts mit einer sematischen Differenz zwischen den Sprachen Deutsch und Englisch zu tun.

In beiden Sprachen gibt es die beiden genannten Bedeutungen für das Wort "Glauben" bzw. "Belief".

Von diesen beiden Bedeutungen ist die des "Für-wahr-Haltens" die für die Erkenntnistheorie relevante. Relevanterweise habe ich deshalb von Anfang an genau von dieser gesprochen (worauf Sie die Diskussion hin zu einer behaupteten semantischen Schieflage gezerrt haben, die Sie nun wieder mit Nachdruck vom Tisch haben wollen).

Und dieser erkenntnistheoretisch relevante Glaubensbegriff ist ein Oberbegriff des Wissensbegriffes, weshalb die oben postulierte und von Ihnen verteidigte Implikation "Wissen --> nicht Glauben" schon begriffslogisch falsch ist.

Das wäre wie "Skandinavier sein heißt: nicht Finne sein". Erkennen Sie nun den Unsinn?

good old europe
01
8.11.2009, 18:36

Schaun Sie, Sie werden es nicht schaffen mich zu überzeugen, indem Sie mich absichtlich falsch interpretieren und auf Basis dieser Interpretation Ihre Argumente aufsetzen. Wäre dies ein Gespräch, würde ich wiederholen, was ich gesagt habe. Hier können Sie es aber selbst nachlesen. Ich kann nur nochmal betonen, dass es eine Begriffsanalyse in der Philosophie nicht gibt. Die Unterteilung Oberbegriff, Unterbegriff wäre mich noch nie untergekommen.

Und Finnland liegt nicht in Skandinavien, also weiß ich nicht, was Sie mit Ihrem "Implikationsvergleich" sagen wollen ;-). Glauben ist jedenfalls eine Art von Wissen, jedoch nicht im religiösen Sinn. Bitte auch zu bedenken, dass Wissen nicht gleich Wissen ist.

Quintus Beckloeffel
00
8.11.2009, 20:34
Ihre Behauptung, dass es eine Begriffsanalyse in der Philosophie nicht gebe,

zeugt von derart frappierender Ahnungslosigkeit, dass ein sinnvoller Dialog in weite Ferne rückt. Begriffsanalyse ist eine der ganz zentralen Tätigkeiten in der Philosophie des 20. Jahrhunderts überhaupt. Machen Sie sich kundig!

Und dass sie noch nie etwas von "Oberbegriff" gehört haben, lässt den Verdacht aufkommen, dass Sie Ihr philosophisches Wissen aus dem "Wachtturm" oder der "Stadlpost" beziehen. Eine ernstzunehmende philosophische Ausbildung, die stets zumindest einen Einführungskurs in die Logik umfasst, haben Sie jedenfalls offenkundig nie genossen.

Und Finnland liegt nach gängiger Terminologie freilich in Skandinavien. Aber wenn es mehr nach Ihrem Geschmack ist, können Sie statt dessen gerne Schweden nehmen.

Quintus Beckloeffel
00
9.11.2009, 08:30
Ihr jüngster Kommentar erhärtet nur noch meinen Verdacht von Ihrer philosophischen Ahnungslosigkeit:

GERADE in der wissenschaftlichen, logisch-mathematisch geprägten analytischen Philosophie (und NICHT in der von Ihnen vermuteten Feuilleton-Plauderei) ist die Begriffsanalyse wesentlicher Bestandteil der philosophischen Tätigkeit.

Und auch Skandinavistiker bestätigen durchaus, dass der Ausdruck "Skandinavien" im deutschen Sprachraum (und diesem entstammt dieser Ausdruck) Finnland einschließt. Siehe z.B.:

http://www.scanlang.at/scansprachen.html

good old europe
00
8.11.2009, 22:36

Meine Phil. Profs verstanden unter Philosophie Logik, Mathematik und Ethik, nicht das nächtelange herumwälzen von Phrasen und Begriffsdeuteleien a la Habermas. Das ist Pseudophilosophie auf knarrenden Ledercouches und Zigarettenrauch für Fernsehübertragungen um 2 Uhr Nachts.

Ich bin Atheist. Damit nehme ich lt. Popper die Religion zwar leider viel zu ernst, aber Sie dürfen sicher sein, dass ich von Sekten und Esoterik daher auch nichts halte.

Finnland liegt umgangssprachlich in Skandinavien aber sagen Sie das bitte nicht zu einem Skandinavistiker. Und damit sind wir schon wieder beim Thema Umgangssprache. Und das ist es auch schon was ich gemeint habe.

charley-inc
63
4.11.2009, 09:35
Immer sympathischer

Die CDU wird mir immer sympathischer, wann hat sich in Österreich zum letzten Mal ein Abgeordneter zu seinem christlichen Glauben und seiner daraus resultierenden Geisteshaltung geäußert? Wäre mal wieder an der Zeit, grad in den Zeiten einer Wirtschaftskrise... *zur-ÖVP-schau*

Scamandrio
00
4.11.2009, 12:53

Stadler gibt eh öfters Interviews.

charley-inc
30
4.11.2009, 13:35

Stadler ist kein Katholik aus ganzem Herzen, der ist Mitglied einer radikalen Kampfsekte, die sofort exkummuniziert gehört...

Pannonia Jack
22
4.11.2009, 10:20
Das wird zwischen 1934 und 1938 der Fall gewesen sein!

War keine schöne Zeit damals!

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