Kurilen-Tsunami legte Felsen und Weltkriegsrelikte frei

2. November 2009, 17:45
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    foto: breanyn macinnes

    Die Ainu Bay im Sommer 2006. Die Forscher, die dort früher bereits gewesen waren, erkannten die Bucht kaum wieder: Der Tsunami legte unter anderem Gesteinsbrocken und Baumstämme frei, die zuvor unter meterdickem Sand begraben waren.

Forscher untersuchten, welch starke Erosion eine Monsterwelle an der Küste auslösen kann - 50 Mal mehr Erdreich abgetragen als angeschwemmt

Seattle - Ein Forscherteam der University of Washington hat untersucht, welche Auswirkungen Tsunamis nach den unmittelbaren Zerstörungen mittelfristig nach sich ziehen. Auf den Kurilen-Inseln zwischen Japan und Russland konnte das Team um Breanyn MacInnes genau feststellen, wie stark die Erosion nach solchen Monsterwellen ausfällt.

Das Forscherteam hat die Küste der Inseln im Sommer 2006 im Rahmen des "Kuril Biocomplexity Project" besucht und umfangreiche Untersuchungen gemacht, die im Sommer 2007 und 2008 fortgesetzt wurden. Dazwischen hatten zwei heftige Erdbeben, eines am 15. November 2006 und das zweite am 13. Jänner 2007, zwei Tsunamis ausgelöst. Als die Forscher die Inseln danach erneut besuchten, konnten sie feststellen, dass die Flutwellen 50 Mal mehr Erdreich abgetragen hatten, als angeschwemmt wurde.

Enorme Veränderungen

"Es war wirklich extrem. Der gesamte Bewuchs, dazu kleine Erdhügel und Vulkankrater, waren plötzlich verschwunden", schildert MacInnes die Situation. "Zum Vorschein kamen verrostete Kriegsgeräte aus dem Zweiten Weltkrieg." Der Tsunami, der auf das Beben vom November 2006 folgte, erreichte an manchen Stellen der Inseln eine Höhe von mehr als 20 Meter. Die Veränderungen in der Topografie waren demnach gewaltig.

Die Menge der Erosion infolge eines Tsunamis hängt von der Topographie des Festlandes ab. Doch auch die Kraft der Welle spielt eine entscheidende Rolle. In der Region um die South Bay auf Matua Island wurden etwa 50 Kubikmeter pro Meter Breite ausgeschwemmt, in der Region um die Ainu Bay sogar 200 Kubikmeter. In anderen Regionen wurde feiner vulkanischer Küstensand weit ins Landesinnere getragen. Generell war der Verlust von Erdboden aber deutlich größer als der Zugewinn.

Einige der Verwüstungen werden für Jahrhunderte sichtbar sein, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Geology". Was den Wissenschaftern auch aufgefallen war, ist die Tatsache, dass jene Regionen, in denen die Landschaft durch menschliches Zutun verändert worden war, die Zerstörung stärker und die Erosion wesentlich tiefer war als in unbesiedelten Gebieten. (pte/red)

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10 Postings
korrekt unkorrekt
20
3.11.2009, 17:49
Vater Natur

Da sieht man wiedermal das der grösste Umweltzerstörer die Natur selber ist.Bulldozer und Kettensäge ist ein Lercherlschas gegen Tsunami,Vulkan und Co

hast1
22
3.11.2009, 00:34
"50 Mal mehr Erdreich abgetragen als angeschwemmt"

erdreich angeschwemmt? wo gibts denn sowas?

wenn kriegsgerät aus dem 2. weltkrieg freigelegt wurde, bedeutet das, daß das bodenniveau jetzt wieder das gleiche wie vor 60jahren ist. auch nicht tragisch.

"wurden etwa 50 Kubikmeter pro Meter Breite ausgeschwemmt,"
auf 1meter länge oder auf 10kilometer?
ohne längenangabe ist diese information keine.

giovantetto
00
3.11.2009, 10:08

Das mit dem angeschwemmten Erdreich ist tatsächlich dubios. Dass das aufgewühlte Wasser derartig viel Schlamm mit sich führen würde ist eher unglaublich.

Zu Ihrem letzten Absatz: Ich habe auch darüber nachdenken müssen, was das denn heissen könnte (die Formulierung lässt ja einigen Spielraum zu).

Meine Lösung:
Die 50 m³ Erdreich wurden auf der Länge (Breite) eines einen Meter breiten Küstenstreifens von einer undefinierten Tiefe (Länge) - soweit die Welle eben kam - ins Landesinnere hinein aus dem Landesinneren herausgeschwemmt.
Klar?

Ich lese solche Artikel immer wieder gerne, auch wenn der Informationsgehalt sehr gering ist und meist einfach nur die Existenz (irgend)einer Forschung legitimiert werden soll...

Dr. Seltsam
 
01
3.11.2009, 10:05

50m³ pro Laufmeter Küstenlinie ist sehr wohl eine sinnvoll Information.

Dust von Dust
00
3.11.2009, 09:58

pro meter breite 50m³, also zb 5m hoch und 10m lang oder 2m hoch und 25m lang.

Emiliano Zapata
 
00
2.11.2009, 18:49
folgen von tsunamis können auch jahrtausende sichtbar sein

auf der insel rügen gibt's steinfelder, die gewellt sind. und diese wellen gehen angeblich auf einen tsunami vor einigen tausend jahren zurück...

NetSpider
00
2.11.2009, 21:34
die letzten Worte,..

... des Forschers gegen ende des Jahrhundert's wird sein: "Ich habe mich doch geirrt"

The Man in the High Castle
 
00
2.11.2009, 22:25

Das wird einem aufrechten Poster nie passieren.

doSomething()
00
3.11.2009, 14:06

wenn von den heutigen postern gegen ende des jahrhunderts noch immer einer hier sein unswesen treibt - hut ab.
würde gerne wissen wie die standard.at seite am ende des jahrhunderts aussieht. wenn es dann sowas in dieser form überhaupt noch gibt.

Hrundi V Bakshi
01
3.11.2009, 17:03

diestandard.at wird bis dahin bereits alle galaxIen und das unIversum voll durchgegendert haben.

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