Kritik an "Homo-Ehe"

"Wir dürfen uns anmelden wie einen Hund"

02. November 2009 16:55

Homosexuelle sollen ihre Partnerschaft ab 2010 eintragen können – Doch die Angesprochenen äußern Kritik, und die geht weit über ihre verhinderte Standesamt-Zeremonie hinaus

"Ihr dürft's euch so anmelden wie ein Auto oder einen Hund", meint Marco Schreuder, Wiener Grün-Politiker und Sprecher der Grünen Andersrum. Das sei das Motto des neuen Gesetzesentwurfs zu "Eingetragenen Partnerschaften" für Homosexuelle. Und gegen den richtet sich sein Groll. Er spricht von "Apartheid". Symbolträchtiges Detail: Die Eintragung der Partnerschaft wird nicht am Standesamt möglich sein, sondern nur an der Bezirkshauptmannschaft oder am Magistrat. "Ein Signal, dass man eine eigene Schublade aufmacht und da die Schwulen und Lesben reintut", sagt Schreuder.

Sollen Homosexuelle ihre Liebe per Gesetz besiegeln dürfen? Dieser gordische Knoten der politischen Diskussion in Österreich soll sich endlich lösen, denn Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) hat am Wochenende einen Gesetzesentwurf zur "Eingetragenen Partnerschaft" vorgelegt, und der soll im Eilverfahren in Kraft treten. Wenn die SPÖ dem ÖVP-Entwurf aller Voraussicht nach zustimmt, gibt es ab 1. Jänner 2010 also ein ehe-ähnliches Rechtsinstitut für Schwule und Lesben. Hat die Diskussion damit ihr glückliches Ende gefunden?

"Hunderprozentig unzufrieden"

Ja, heißt es naturgemäß im Justizministerium: Von einem "sehr guten Kompromiss" und einer "relativ weiten Annäherung an das Institut der Ehe" spricht man hier. Bandion-Ortners Sprecher verweist auf die tendenziell positiven Reaktionen, die am Sonntag sowohl aus dem Schwulenverein HOSI Wien als auch aus dem katholischen Familienverband kamen. Nachsatz: Es liege in der Natur des Themas, das "keine Seite hundertprozentig zufrieden" sei.

"Eher schon zu hundert Prozent unzufrieden", sagt Rechtsanwältin Michaela Tulipan, die selbst mit einer Frau zusammenlebt. Dass der Gesetzesentwurf geglückt sei, würde die 55-Jährige nur bejahen, "wenn wir das Jahr 1970 schrieben", spottet sie. Der neue Entwurf sei geradezu ein Anti-Lebenspartnerschaftsgesetz. Ihre Kritik richtet sich bei weitem nicht nur gegen die verhinderte Standesamt-Zeremonie. Denn: In vielen Bereichen - von Fremden- bis Sozial- und Mietrecht - sei die "Eingetragene Partnerschaft", die Homosexuellen angeboten wird, der Ehe zwischen Mann und Frau schlechter gestellt. Ein konkretes Beispiel von vielen: Heiratet ein Österreicher eine Nicht-EU-Ausländerin, hat diese nach fünf Jahren, das Recht, dauerhaft im Land zu bleiben - bei homosexuellen Paaren Österreicher/Nicht-EU-Ausländer gilt das nicht.

Klage-Welle gegen Diskriminierung droht

Und noch etwas stößt Tulipan sauer auf: Hätte man den "Ehe"-Begriff geöffnet - also mit einer sogenannten Generalklausel Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaft gleichgesetzt -, müssten nicht eine Unzahl von Folgegesetzen in den verschiedenen Ministerien abgeändert werden. (Punkte wie Adoption oder künstliche Befruchtung hätte man von der Generalklausel ohnehin ausnehmen können.) Genau das ist jetzt der Fall: Insbesondere die Ministerien für Inneres, Soziales, Finanzen und Gesundheit müssen nun in mühevoller Kleinarbeit die Gesetzestexte durchforsten und die "Eingetragene Partnerschaft" einarbeiten. Homosexuelle können ihre Partnerschaft also ab 1. Jänner eintragen, aber möglicherweise nicht alle rechtlichen Vorzüge genießen, weil die Gesetze schlicht noch nicht adaptiert sind, monieren Kritiker. "Das dauert sicher zwei bis drei Jahre, wenn es überhaupt passieren wird", gibt sich Anwältin Tulipan skeptisch.

Der Grüne Schreuer stimmt zu: "Bandion-Ortner jammert immer, dass die Richter so viel zu tun haben." Doch "wenn Homosexuelle ihre Rechte einklagen", drohe künftig ein immenser Aufwand für die Gerichte. Falls ein Gesetz nicht angepasst werde, sagt Tulipan jetzt schon, "dann werde ich halt eine Klage einbringen müssen". (Lukas Kapeller, derStandard.at, 2.11.2009)

Kommentar posten
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Laird of Glenmore
16.11.2009 21:37
Deine Schuld

Hast du dich heute schon geärgert, war es heute wieder schlimm
Hast du dich wieder gefragt, warum kein Mensch was unternimmt
Du musst nicht akzeptieren, was dir überhaupt nicht passt
Wenn du deinen Kopf nicht nur zum Tragen einer Mütze hast

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt

Glaub keinem, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst
Die, die das behaupten, haben nur vor Veränderung Angst
Es sind dieselben, die erklären, es sei gut so, wie es ist
Und wenn du etwas ändern willst, dann bist du automatisch Terrorist

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt
[...]

think-about-this
16.11.2009 15:59
Rückwärtsgewandte Politik der ÖVP

Vizekanzler, ÖVP Chef Josef Pröll am 30.9.2007! bei der Präsentation des ÖVP-Perspektivenpapiers (damals noch Umweltminister):
Pröll hat sich in Sachen Homo-Ehe oder -Partnerschaft für das Schweizer Modell für ein "neues Rechtsinstrument, das Partnerschaftsgesetz" entschieden. Unter dem Motto "Weg mit der Diskriminierung" will er Gleichgeschlechtlichen, die "Verantwortung übernehmen" wollen, ermöglichen, Partnerschaften vor dem Standesamt zu schließen (Zitat Die Presse 30.9.2009)
Hat sein Wort heute kein Gewicht mehr in der ÖVP? Zurück in die Vergangenheit!

think-about-this
16.11.2009 18:53
Rückwärtsgewandte Politik der ÖVP

Korrektur:
sorry das Zitat aus der Presse stammt natürlich von 30.9.2007! Der damalige Vizekanzler Molterer stand stolz über soviel Mut und Fortschrittsgesit neben Pröll und meinte: "Das ist kein Diskussionsbeitrag sondern ein Umsetzungsauftrag! Bis Ende des Jahres könnte es in Österreich schon ein Partnerschaftsgesetz geben!" Welches Jahr meinte er wohl? Ist doch noch Schüssel der heimliche ÖVP-Obmann?

Worum geht's hier eigentlich?
 
05.11.2009 20:53
D E M O !


Frei, 13. November 2009

Treffpunkt
15:00 Uhr vor dem Parlament;

von dort zum Bundeskanzleramt...

Wenn's um's Recht geht... recht so !

palazzo
05.11.2009 15:53
Nun werden auch Lesben und Schwule demonstrieren

Die Regierung schafft es, immer mehr Bevölkerungsgruppen auf die Straße zu treiben. Nun auch homosexuelle Menschen.

http://thinkoutsideyourbox.wordpress.com/standesam... te-warten/

Erwin Brandstetter
05.11.2009 04:06
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

So soll es sein:

Den rechtlichen Status der Ehe umformen zu einer Partnerschaft zweier Menschen. Das können Mann & Frau sein, zwei Geschwister, ein schwules Paar oder einfach zwei Freunde sein. Was die beiden miteinander machen, geht eh keinen was an.

Diverse Privilegien der Ehe, die nur ideologisch aber sonst nicht zu rechtfertigen sind, ersatzlos streichen. Gesetze VEREINFACHEN, statt wie hier zu verkomplizieren. Staatliche Privilegien beziehungsweise Sozialleistungen in diesem Zusammenhang stehen Kindern zu. Kindererziehung und Bildung gesellschaftlich (und staatlich) entsprechend (auch finanziell) honorieren.

Den ganzen ideologischen Müll, der uns einen undurchdringlichen Dschungel von Gesetzen beschert, auf die Halde.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
04.11.2009 00:18
Und immer wieder:

die regierungen
und das kath. reaktionäre hinterland haben schon viel zu oft auf menschenrechte gepfiffen.

Seit einigen jahrzehnten heben sie diskriminierungen auf - und setzen sie in anderer form doch fort...
Change!

Hubert Ungeist
04.11.2009 15:05
Ehe hat mit Menschenrechten nichts zu tun...

das Recht auf Partnerschaft und Familie aber schon. Aber weder die Partnerschaft noch die Familie muss gesetzlich geregelt sein.

Geraldines_Tante
03.11.2009 21:25
Ehe

ist das halt nicht, da sich so keine Familie gründen lässt. Das Zusammenleben zweier Menschen soll eine rechtliche Grundlage bekommen. OK.

galiontariaho
04.11.2009 13:52
was ist mit den tausenden familien..

die es bereits in österreich gibt, in denen die eltern homosexuell sind? eine realität die keine fantasie ist... wenn die heiraten und offensichtlich eine familie haben, ist das dann keine ehe?

Erwin Winner
04.11.2009 10:27
Wenn Mann, 60, und Frau, 58, heiraten

wird aber auch keine größere Familie mehr draus. Ist das dann auch keine Ehe ?

palazzo
03.11.2009 20:02
Nein zum Apartheidsgesetz!

Da tut sich was im Internet
http://bit.ly/LViVP

Threonin
03.11.2009 16:08

Ich hätte da ja einen Gegenvorschlag:

Die Ehe kommt aus dem Religiösen Bereich. Wieso sollte sie dort nicht bleiben?

Wofür wird eine gesetzliche Ehe benötigt? Und vor Allem, wofür wird allgemein eine Zeremonie am Standesamt benötigt?

Wenn schon aus gesellschaftlichen Gründen die Ehe benötigt wird, dann sollte ganz genau argumentiert werden wofür (Liebe allein ist kein Argument). Eine Zeremonie sollte es nicht geben, nur eine Vertragsunterzeichnung bzw. Anmeldung. Auch für Heteros.

Wer eine Zeremonie nach religiösem Vorbild will, soll in eine Kirche gehen oder sich anderswo einen Zeremonienwurstel suchen.

4321
03.11.2009 14:32

vielleicht sollten mal alle die bandion ortners entwurf auch als menschenverachtend empfinden ihre konten bei raiffeisen auflösen, aus der vp austreten, von der uniqua wechseln und ihr presse-abo ebenso wie musikvereinssaal usw stornieren. werde sicher keine firmen unterstützen die direkt oder indirekt solche ungerechtigkeiten mitfanzieren oder schön schreiben. die sexuelle orientierung geht den staat genau gar nichts an-und wer partnerschaften mit rechten und pflichten eingehen möchte, muss das 2009 auch tun können. sollte die vp sich weiter sträuben, sollten die verantworltichen die prozesskosten die durch berechtigte klagen in brüssel programmiert sind, selbst bezahlen müssen! gleiche rechte bei gleichen pflichten!

konski
03.11.2009 18:09
vergiss es

nicht jeder der schwul ist, ist ein schwulenrechtsaktivist. viele schwule haben nicht das geringste interesse daran, dass die homoehe eingeführt wird, geschweige denn würde ein bank-wechsel eines ungeouteten als druck von homosexuellen empfunden werden.
exponieren wollen sich die wenigsten.

raff1
03.11.2009 13:51
Wir dürfen uns anmelden wie einen Hund

na eher wie zwei Hunde...

mika33
03.11.2009 13:46
Die Anmeldung der Hunde aufs Standesamt und das Problem ist gelöst!

;-)

Satthaber
03.11.2009 12:58
wo genau sind die faktischen probleme einer gleichstellung der homo-ehe?

nicht die emotionalen, die kenn ich...

bitte um antwort

Q.E.D.1
03.11.2009 13:52

Die Ehe, naturgemäß zwischen Mann und Frau, bringt
Nutzen für die Gesellschaft. Eine homosexuelle
Partnerschaft ist vom Standpunkt der Gesellschaft
irrelevant. Liebe ist kein Staatsziel, die Sorge um Nachkommenschaft schon.

galiontariaho
04.11.2009 13:54
hmm.

welchen nutzen bringt eine hochzeit eines 60-jährigen mannes mit einer 62-jährigen frau?

welchen nutzen bringt die hochzeit einer zeugungsunfähigen frau?

warum bringt ein homosxuelles paar, das gemeinsam ein kind aufzieht (davon gibt es allein in österreich tausende) keinen nutzen für die gesellschaft?

fragen über fragen... schon mal darüber nachgedacht?

konski
03.11.2009 18:14
sie sind ein sehr gefühlsbetonter mensch nicht?

"liebe ist kein staatsziel!" schon mal überlegt, was demokratie heißt und wer der staat ist.

sind sie der meinung, dass man sich als 12-jähriger, wenn man merkt, dass man schwul ist und sie der vater sind am besten gleich umbringt oder soll man noch ein bisschen steuern zahlen dürfen vorher?

was spräche eigentlich nach ihrer theorie (und der bibel) dagegen alle homosexuellen zu sterilisieren und als sklaven zu halten? das wäre doch ein riesiger vorteil für den staat, den sie meinen, oder?

barro
03.11.2009 16:23

Ist Ihnen ihr Zeugungsmaschine erst nach dem "Ja-Wort" gewachsen...??...
Wird es in Zukunft für die Besuche beim Gynäkologen oder Urlogen ein SERVICEHEFT geben?

Craig Christ
03.11.2009 16:07
Die Ehe, naturgemäß zwischen Mann und Frau, bringt Nutzen für die Gesellschaft

Was hat die Gesellschaft davon wenn M+W heiraten? Kinderkriegen geht auch ohne.

Hubert Ungeist
04.11.2009 15:08
Durch die Ehe brachte der Staat Mann und Frau

in die Pflicht für die Kindererziehung - sonst hätte er es selbst machen müssen.

belgma
 
03.11.2009 15:43
geheiratet darf überhaupt erst nach ausfolgung des mutterkreuzes werden ... so schauts aus.

den größten nutzen für die gesellschaft hätte dann ja nach ihrer logik die mehrfachehe, dann könnte ein mann nicht nur alle neun monate für nachwuchs sorgen, sondern ungleich öfter! und diese unnützen kinderlosen single-frauen würden endlich der vergangenheit angehören und ihre von der natur vorgegebene aufgabe erfüllen: junge werfen und aufpäppeln!

liebesheirat: pfff! wo tät ma denn da hinkommen?

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