Nachlese Tag 13

Österreichs Unis bleiben besetzt

3. November 2009, 17:51
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    foto: apa/hochmuth

    Die Besetzung hält an: Gerade am Vormittag kommen aber nur noch wenige Studierende ins Audimax.

Uni-Finanzierung Thema im Ministerrat - Pröll: FH-Studierende bald konkurrenzfähiger - Winckler: "Lücke ist erheblich"

Die Studierendenproteste an Österreichs Universitäten halten an. Im Zentrum der Diskussion stand heute die Äußerung von Bundeskanzler Werner Faymann, der eine Diskussion für "neue Zugangsregelungen" ins Gespräch gebracht hat. Dabei seien die Zugangsbeschränkungen an Fachhochschulen eine "gutes Beispiel" für Regulierung. Am Mittwoch stehen einige HörerInnenversammlungen an und der Tag dürfte wohl als Vorbereitung für den großen landesweiten Aktionstag am Donnerstag dienen. derStandard.at wird auch am Mittwoch von den Erreignissen rund um die Studierendenproteste berichten.

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UPDATE 17:10: Erfreut zeigt sich der Rektor der Universität Wien, Georg Winckler, auf den Beschluss der Regierung, die Hochschulausgaben bis 2020 auf zwei Prozent des BIPs zu erhöhen (Derzeit: 1,2 Prozent). Die derzeitige "Lücke ist erheblich", so Winckler. Gleichzeitig müssen Vorstellungen entwickelt werden "welche Studienplätze man in angemessener Zahl finanzieren will", sagte Winckler. Dabei sollte nicht nur über den Zugang geredet werden, sondern auch wie man qualitätsvoll studieren und sein Studium rechtzeitig abschließen könne, wie stark der Fachhochschulsektor (FH) sein und welche Arbeitsteilung es zwischen Unis und FH es geben soll, etc. Anschließend soll die Frage diskutiert werden, "wie man die Situation in einzelnen Fächern erträglich machen kann, da kommt dann die Frage der Zugangsregelungen herein", so Winckler.

UPDATE 17:00: Stichwort Basisdemokratie: Heute steht noch das Plenum im Audimax (19 Uhr) und die HörerInnenversammlung im Juridicum der Uni Wien am Programm. Für Mittwoch sind eine Reihe von HörerInnenversammlungen geplant. Im Internet formiert sich vermehrt auch ablehnende Stimmen: Die Facebook-Gruppe "Studieren statt blockieren" kann derzeit auf rund 20.300 Mitglieder verweisen, die befürwortende Gruppe "Audimax Besetzung in der Uni Wien - Die Uni brennt!" hat gut 25.600 Fans.

UPDATE 16:05: Als "gutes Beispiel dafür, wie eine Regulierung funktionieren kann" hat Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) heute, Dienstag, die Fachhochschulen (FH) bezeichnet. Aufnahmeverfahren gibt es dort nur, wenn die Nachfrage das Angebot an Studienplätzen überschreitet. Ist das der Fall, ist es den einzelnen Fachhochschulen freigestellt, welche Art von Aufnahmeverfahren sie anwenden.

UPDATE 16:00: Mit Unmut nahmen die Studierenden, die derzeit das Audimax der Uni Wien besetzt halten, die Aussagen von Kanzler Werner Faymann zu möglichen neuen "Zugangsregelungen" auf. In einer Stellungnahme fordern die Studierenden, "dass die Qualität von Bildung und Lehre nicht durch Zugangsbeschränkungen, sondern durch ausreichende Finanzierung im Bildungssektor gewährleistet wird." 

UPDATE 15:00: "Heiße Luft" statt konkreter Lösungen für die "Hochschulmisere" - diese Bilanz hat die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) vom Ministerrat am Dienstag gezogen. Mit dem angekündigten Hochschul-Dialog würden sich Bundeskanzler Werner Faymann und Wissenschaftsminister Johannes Hahn "vor der Auseinandersetzung mit den Problemen drücken" und diese auf die langte Bank schieben, kritisierte die ÖH in einer Aussendung. Die angekündigte Anhebung des Hochschulbudgets auf zwei Prozent des BIP bis 2020 ist aus Sicht der ÖH zu wenig, sie fordert die Erreichung dieses Ziels bis 2015: "Österreich kann nicht noch zehn Jahre zusehen, wie unsere Hochschulen den Bach runter gehen", kritisierte der stellvertretende ÖH-Vorsitzende Thomas Wallerberger (FEST).

UPDATE 13:30: Bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag hat Finanzminister Josef Pröll den Zusammenhang zwischen Studiengebühren und -qualität bekräftigt: "130 Millionen fehlen uns wegen Abschaffung der Studiengebühren. Wir werden überrannt von Studenten. Das führt zu längerer Studiendauer und dünnt die Qualität aus, weil wir die Barrieren abgeschafft haben", so Pröll. Zu Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren (an Fachhochschulen) meinte Pröll: „FH-Absolventen werden bald konkurrenzfähiger sein als ihre Kollegen von der Universität wenn die Entwicklung so weiter geht."

UPDATE 12:35: Bundeskanzler Werner Faymann hat die Forderungen nach Zugangsbeschränkungen bekräftigt. Um welche Beschränkungen es sich handeln solle, solle Wissenschaftsminister Johannes Hahn im Dialog mit Studenten herausfinden, so Faymann nach dem Ministerrat.Im Ministerrat wurde beschlossen, das Budget für die Universitäten bis 2020 auf zwei Prozent des BIP aufzustocken. Um kurzfristig mehr Geld zu lukrieren, solle Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner evaluieren, welche Investitionen in Gebäuden vorgezogen werden können. In Bezug auf die hohe Anzahl ausländischer Studenten in Österreich erklärte Faymann, nicht jeder solle zu uns kommen, "das wäre nicht leistbar". Die Wiedereinführung der Studiengebühren schloss Faymann aus. Vizekanzler Josef Pröll bekräftigte dagegen, dass in dieser Frage in der Regierung Dissens bestehe. Er sei aber dankbar, dass die Regierung nun eine "Linie ziehen" werde, so Pröll.

UPDATE 12:20: Der Präsident der österreichische Universitätenkonferenz und Rektor der WU Wien, Christoph Badelt, hat einen offiziellen Zeitplan für die Verwirklichung des im Regierungsprogramm verankerten Ziels, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für den tertiären Bildungsbereich auszugeben, gefordert. Es müsse nun ein konkretes Szenario entwickelt werden, wie es weitergehe. "Das müsste dann kombiniert werden mit dem Bekenntnis zu Zugangsregelungen in jenen Fächern, wo die Kapazitäten nicht reichen", betonte Badelt, der bewusst von Zugangsregelungen spricht, "weil die Beschränktheit der Kapazitäten ergibt sich ohnehin aus den vorhandenen Ressourcen wie Räume, Personalausstattung, etc.". Die jüngste Wortmeldung von Bundeskanzler Werner Faymann, der sich für Zugangsregelungen ausgesprochen hat, wertet Badelt als "enorm wichtig, weil sie die konventionellen Fronten durchbrochen hat".

UPDATE 12:00: Der seit vergangenen Donnerstag andauernden Besetzung der Aula in der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Sowi) Innsbruck wollen Gegner am Dienstag ein Ende setzen. Die Facebook-Gruppe "Gebt die Sowi-Aula frei!" sowie die Gruppe "Studieren statt blockieren" haben inzwischen mehr als hundert "Fans" lukriert und wollen um 18.00 Uhr die "Blockade" beende. Gefordert wird, den Studierenden endlich wieder den Vorlesungsbetrieb zu ermöglichen. Auch die Besetzer wollen die Vorlesungen ermöglichen und haben sich in einem Offenen Brief an den Rektor der Universität Innsbruck, Karlheinz Töchterle, mit der Bitte gewandt, "alternative Hörsäle zur Verfügung zu stellen".

UPDATE 11:30: Von 9. bis 14. November findet das Studenten-Filmfestival "film:riss" statt. Doch die Hörsäle, in denen die 60 Filmbeiträge aus ganz Österreich gezeigt werden sollen, sind derzeit besetzt. Die Organisatoren des Festivals erklärten sich nun solidarisch mit den Protestierende und hoffen auf deren Mithilfe. "Den Studierenden ist es wichtig, das Festival wie geplant durchführen zu lassen", so die Organisatoren. "Um deren Anliegen aber auch im Rahmen des Festivals unterzubringen, sind eigene Programmpunkte geplant." Zusätzlich werde derzeit abgeklärt, ob Teile des Programms auch in anderen besetzten Hörsälen Österreichs zu sehen sein werden.

UPDATE 11:00: Wissenschaftsminister Johannes Hahn darf anscheinend nicht auf Geld aus anderen Ressorts für die Universitäten hoffen. Sowohl Innenministerin Fekter als auch Außenminister Spindelegger und Umweltminister Berlakovich erklärten vor dem Ministerrat, dass sie keine finanziellen Mittel zur Verfügung hätten. Ob andere Ressorts Geld für die Universitäten locker machen, werde im heutigen Ministerrat diskutiert, so Hahn. Hahn betonte, dass er 34 Mio. Euro mehr für die Unis zur Verfügung stelle. Er habe sich bewegt, "nicht alles ist machbar". Zusätzliches Geld für die Unis ist dabei durchaus nötig, wenn man den von Hahn vorgelegten Ministerrats-Vortrag betrachtet: In diesem bekennt sich die Regierung zum "längerfristigen Ziel", den "Budgetwert von 2 Prozent des BIPs durch öffentliche und private Investitionen für den tertiären Bildungssektor anzustreben".

UPDATE 10:45: Auch heute finden im Audimax wieder eine Reihe von Vorträgen und kulturelle Veranstaltungen statt. Um 15 Uhr zeigt die Filmemacherin Ruth Beckermann ihren Film "Arena besetzt" und diskutiert mit den Studierenden. Auf Grundlage eines Kommentars im Standard ist der Philosophie-Professor Konrad Paul Liessmann schon um 14 Uhr zu Gast. Am Abend besuchen der Schauspieler und Regisseur Hubsi Kramar mit seinem Ensemble (23 Uhr) sowie die Musikerin Gustav (24 Uhr) den besetzten Hörsaal.

UPDATE 9:45: Mit einem offenen Brief an den Senat, das Rektorat, die Dekanate, Curricula-Kommissionen und Studienprogrammleitungen sowie Studienpräses wenden sich die Studierenden der Audimax-Besetzung an die Organisationseinheiten der Uni Wien. Darin übermitteln die Studierenden ihren Forderungskatalog und forderten die in den Gremien vertretenen Personen auf, sich für ihre Forderungen einzusetzen. „Jede Einzelperson, die sich in den jeweiligen Gremien der Universität Wien für die Durchsetzung dieser Forderungen einsetzt, besitzt dafür die Unterstützung des Audimax-Plenums", wird ein Beschluss des Plenums in dem Brief zitiert.

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Am Tag 13 der Audimax-Besetzung und zwei Wochen nachdem die Akademie der bildenden Künste besetzt wurde, will Bundeskanzler Werner Faymann heute die Universitäten im Ministerrat zur Sprache bringen. Der Montag war geprägt von politischen Diskussionen, nachzulesen hier und hier. Zur Stunde ist die Situtation an den Universitäten unverändert, die Universität Wien verlegt ihre im Audimax und im Hörsaal C1 am Uni-Campus geplanten Hörveranstaltungen ins Austria Center und in die Messe Wien. derStandard.at wird auch am Dienstag laufend von den Erreignissen rund um die Uni-Proteste berichten.

Studierende nicht im traditionellen Sinn "politisch"

Eine neue Studie untersucht die Beweggründe und Organisationsstrukturen der Studierenden. So sind dreiviertel der Studierenden, die an den Protesten an der Uni Wien der letzten Tage beteiligt sind, weder hochschul- noch parteipolitischen organisiert. Zu diesem Ergebnis ist eine Blitz-Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung, bei der 213 Studierende der Uni Wien befragt wurden, gekommen. "Es ist offensichtlich, dass die ÖH und die StudentInnenorganisationen kaum einen Einfluss auf das Geschehen im Audimax der Universität Wien haben", heißt es von Seiten des Instituts. Die "Enttäuschung durch die Institutionenpolitik" und die neuen Kommunikationsmöglichkeiten machen die StudentInnen zunehmend unabhängig von den traditionellen Vertretungsorganen der Studentenschaft.

"Bildung statt Ausbildung" am wichtigsten

Bei den Forderungen, die die befragten StudentInnen unterstützen, wurde "Bildung statt Ausbildung" am öftesten genannt. 69 Prozent sprachen sich gegen eine "bloße Ausbildung nach wirtschaftlicher Verwertbarkeit" aus. Am zweithäufigsten (55,4 Prozent) wurde der Wunsch geäußert, dass die Universitäten mehr Geld vom Staat bekommen sollen um weniger auf Mittel aus der Wirtschaft angewiesen zu sein. Weiters werden mit hohen Zustimmungsraten Zugangsbeschränkungen (52,6 Prozent) und Studiengebühren abgelehnt (46 Prozent).

Laut der Studie sind die Studierenden nicht im traditionellen Sinn "politisch", da allgemeine gesellschaftspolitische Forderungen kaum eine Rolle spielen. Am Meisten missfällt den Studierenden, dass sie in „manche Lehrveranstaltungen nicht hineinkommen" (69 Prozent), überfüllte Hörsäle vorfinden (68,1 Prozent) und den Studierenden zu wenige Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen (65,7 Prozent). Weitere Kritikpunkte sind das schlechte Betreuungsverhältnis (64 Prozent) und zu teure Skripten (47,9 Prozent).

Parteien können nicht überzeugen

Wenig überzeugt zeigen sich die protestierenden StudentInnen von der Universitätspolitik der etablierten politischen Parteien. Laut dem Institut für Jugendkulturforschung sind ungefähr Zweidrittel der Auffassung, dass gegenwärtig keine guten universitätspolitischen Konzepte angeboten werden. (Sebastian Pumberger, APA, derStandard.at, 3.11.2009)

Kommentar posten
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Gert Bachmann
 
02
4.11.2009, 21:11
Ich meine: es braucht kein Feindbild. Der Verhandlungspartner ist weder die Uniko noch ein Minister, sondern die Regierung,

und das einzig mögliche Ausstiegsszenario kann nicht eine in M€ bezifferte Summe Geldes sein, sondern das zufriedenstellende Verhandlungsergebnis das zu einem Aussetzen der Proteste hinreichte kann nicht weniger als eine bindend paraphierte NEUE GESETZESNOVELLE sein, und zwar mit
1.materiell: in 2% BIP festgelegter Dotation der Universitäten und sofort zu planenden baulichen Erweiterungen, - all dies mit einem Zeithorizont von 2015 - sowie
2. ideell: Liberalisierung der Lehre (Aufweichung der Studienpläne für selbst bestimmtes Lernen ohne Sanktionen bei Zeitüberschreitung durch zusätzliche Lehrveranstaltung auch anderer Fakultäten oder Universitäten), Redemokratisierung aller Organisationsebenen mit einer Faculty (alle mit Doktorat).

soki3456
01
4.11.2009, 07:57
Solidarische Ökonomie als Ziel des Protestes?

Andreas Exner hat diesen Gedanken mal duchgedacht:
http://www.streifzuege.org/2009/prot... iversitaet

Lesenswert, wenn man über den Rahmen und die Bedingungen der Besetzung weiter nachdenken will.

*Fuzzy Logic*
07
3.11.2009, 23:34

Hier mal meine Forderungen:

- Hauptstudium von mir aus in Mindestzeit mit 2 Toleranzsemestern (ist schon ok und zu schaffen)
- Zweitstudium von Mindestzeitregelung aussetzen (ist mMn. die vertrotteltste Regel, dass die Beihilfen wegfallen, wenn man im Nebenstudium nicht in Mindestzeit bleibt!)
- Stillstand im Studium minimieren (warum schafft es die WU 6 Prüfungstermine/Jahr anzubieten und die Hauptuni meist nur 3!?)

Ihr könnt sagen was ihr wollt, aber die 3 Punkte sind auf jeden Fall konkreter, als "Bildung für alle umsonst".

der politiker ohne eigenschaften
05
4.11.2009, 01:58

die zweitstudiumsregel ist wirklich bestes beispiel für die bildungsfeindlichkeit aktueller hochschulpolitik...

mkt
04
4.11.2009, 00:41
zu Stillstand minimieren:

Das ist nicht bloß eine Geldfrage.

Viele Unis sind einfach schlecht organisiert und unflexibel. Ich hab in 5 Jahren an der WU (die Uni mit dem viel zu kleinen Gebäude und dem nominell schlechtesten Betreuungsverhältnis) in jedem Kurs einen Sitzplatz bekommen, weil eben bei Bedarf zusätzliche Kurse angeboten wurden oder kurzfristig in einen größeren Hörsaal übersiedelt wurde.

In meiner deutlich kürzeren Zeit an der TU bin ich öfter mal kaum bei der Hörsaal-Tür reingekommen, und dann bei der nächsten LV 3h später in einem doppelt so großen, zu 5% besetzten Hörsaal gesessen. Bedarfsorientierung: Fehlanzeige.

dryeti
03
3.11.2009, 23:42
ist nicht konkreter,

nur grundlegend anders.

Ich sehe überhaupt keinen Grund warum ein längeres Studium unerwünscht sein sollte. Das ist oft sehr nützlich (zB. wenn ichs nebenbei mach, oder viel auf einmal studiere) und kostet der Gesellschaft um keinen cent mehr.

*Fuzzy Logic*
03
3.11.2009, 23:47

Wär dafür den Punkt aufzunehmen. Warum man nicht länger studieren darf ist mir unverständlich, wenn man nebenbei zw. 20-40 Stunden arbeitet und somit auch Steuern zahlt.. Soviel zum lebenslangen Lernen, dass von allen Politikern betont wird, aber Anreize dafür schaffen will keiner, solange man nicht Arbeitslos ist und durch einen AMS-Kurs über MS Word Basic aus der Statistik fällt..

1010001010001010010
01
3.11.2009, 23:02

josef pröll freut sich sicher über ein paar bewerber aus dem studentischen umfeld:
http://www.superpraktikant.at/

euch fällt schon was ein. ein paar hübsche videos ausm präkariat... :-)

broadpeak
102
3.11.2009, 22:59
Ich korrigiere Herr Pröll...

...FH Studierende sind schon jetzt konkurrenzfähiger als ihre Kollegen von der Uni. Aufnahmeverfahren, wie sie an den FH's vorzufinden sind, führen dazu, das die Streu vom Weizen getrennt wird. Als Ergebnis findet man großteils hoch motivierte, talentierte Studierende vor. Unternehmen sind sich dieser Tatsache durchaus bewusst und wissen, dass wenn sie sich für einen FH-Studenten entscheiden, das Risiko grundsätzlich geringer ist, sich irgendeinen "Blindgänger" ins Unternehmen zu holen. Wer sich ein Leben lang der Pseudo-Forschung und Dingen widmen will, die schlussendlich in einer Schublade landen, der sollte auf die Uni gehen. Die zukünftigen Führungskräfte für die Wirtschaft werden aber aus den FH's hervortreten...

3ch0
00
5.11.2009, 12:55

Führungskräfte für die Wirtschaft könnens eh aus der FH haben..
es gibt aber auch noch den Rest der Gesellschaft, der sich für Profaneres begeistert als für Wirtschaft ;)

Wer noch nicht verstanden hat, dass die Erpressung durch die übliche Nutzenrechnung nicht mehr aufgeht, sollte sich der Debatte enthalten.

di.se.
 
00
4.11.2009, 18:41
FH oder UNI

Ich bin so ein Unternehmer. Beides ausprobiert und eingesetzt. FH-Absolventen arbeiten gut sind aber bei der Entwicklung von Neuem, das alternatives, unkonventionelles und breites Denken voraussetzt entschieden hilfloser als UNI-Absolventen. Das ist auch nahe liegend, denn, abgesehen von Ausnahmepersönlichkeiten, verstehen Ökonomen und damit auch "die Wirtschaft" Zukunft vorwiegend als Fortschreibung bestehender Entwicklungen. Bis der Krug bricht.

iphigenie1
00
4.11.2009, 14:52
Kann man

dieses kuenstliche FH vs. Uni Gezeter bitte sein lassen? Lasst euch doch nicht missbrauchen von unserem lustigen Vizekanzler der versucht vom Protest abzulenken indem er die Gruppierungen gegeneinander ausspielt.

Ein Detail am Rande noch. Abgesehen von dem huebschen Streu vs. Spreu Fauxpas, wie bereits unten treffend angemerkt, tut auch der Deppenapostroph hier seinen Beitrag zur Sache. "FH's" gibts keine. Fachhochschulen schon, meinetwegen auch noch FHs wenns denn sein muss.

Fuer die freie Bildung. Auch fuer Fachhochschueler.

Member3
 
02
4.11.2009, 09:19

Schwachsinn! Ich habe eigentlich dieses "Was ist besser? Uni oder FH" Gerede satt. Ich bin selbst FH Student und bin nicht auf die FH gegangen weil sie besser ist als die UNI sondern weil mich das Angebot auf der FH ansprach. Hätte ich die Aufnahmsprüfung nicht bestanden würde ich jetzt Technische Mathematik auf der TU studieren. Genau so motiviert wie jetzt auf der FH!

Jedem das seine... die Aufnahmeprüfungen dienen sicher nicht dazu Spreu vom Weizen zu trennen! Es muss irgendeine möglichkeit geben die begrenzten Studienplätze zu vergeben. DAS ist der einzige Grund. Auf der FH gibt es sicher auch demotivierte & faule Studenten trotz "Aufnahmeprüfung".

Anita Bergmann
00
4.11.2009, 16:21

Ihr Posting enthält gute Punkte. Aber auch Widersprüche. Eine Eignungsprüfung hilft den Spreu von Weizen zu trennen. Im realen Wirtschaftsleben wird dies auch so praktiziert. Sie werden doch keinen Gehörlosen in der Musikhochschule als Pianisten ausbilden wollen? Dieser hat in anderen Fächern viel grössere Changen.

Elessar
00
4.11.2009, 08:23

also grundsätzlich kann man fh ausbildung nicht mit tu abschluss vergleichen!

vergleicht z.b. mal maschinenbau. an der fh hat man nicht soviele mb fächer und bei weitem nicht so genau! an der TU wird viel mehr ins detail gegangen.

viele fh absolventen können zwar standardprobleme lösen, aber bei sonderfällen... schauts schon um einiges schlechter aus!

pseudo forschung???? sie haben wohl keine ahnung was da abläuft!

Eva N
00
4.11.2009, 10:56

Wie soll er auch als FH-Student?

Pingu
01
4.11.2009, 08:07

Also meines Wissens nach freuen sich FH-Professoren, wenn sie eine Abschlussarbeit auf UNI-Niveau lesen dürfen. Das scheint nämlich häufig nicht der Fall zu sein.


Aber Pröll hat damit recht, dass die Unis schlechter werden als die FHs, wenn die Entwicklung in der österreichischen Bildungspolitik so weiter gehen. (Als negativen Hochpunkt sehe ich hier die Umsetzung des Bologna-Systems)

deelight
06
4.11.2009, 00:50

fachhochschulabsolventen sagen (malen nach zahlen - nicht nach dem sinn fragen): "streu von weizen"

universitätsabsolventen sagen (kreative produktion - kontext verstehen wollen): "sPreu von weizen"

trennen

danke für die schöne metapher!

dryeti
03
3.11.2009, 23:44
;)

Dann sei konkurrenzfähig, glücklich damit und begehr hier nicht auf, das darfst schließlích in deinem Unternehmen auch ned.

neozoe
00
3.11.2009, 23:38

Ein äußerst objektives Posting...

Steverino
00
3.11.2009, 23:11

Lasst tausend kleine Äffchen sein,
die machen was wir wollen!

Das MGT

Gert Bachmann
 
05
3.11.2009, 22:27
mir scheint unsere Regierungsspitze weist selbst ein Bildungsdefizit auf

denn das Zitat " Pröll: FH-Studierende bald konkurrenzfähiger" zeigt doch deutlich wie die Herren die Uni sehen: nämlich nur als Berufsausbildung. Der Rest übersteigt offenbar ihren Horizont, sonst würde nicht laufen nur davon gesprochen werden, was die Wirtschaft braucht. Wir müssen uns aber HEUTE dem Problem stellen wie eine mitteleuropäiche Gesellschaft in den nun angekommenen Zeiten des "jobless economy growth" mit Aussiedelung der Produktion, bald auch der Programmierung und Konstruktion in Billiglohnländer weiterhin funktionieren soll und wie sich Östereich da positioniert. Da ist wieder Allgemeinbildung und die Fähigkeit zur Gestaltung neuer Beschäftigungsformen gefragt, keine ready to work, Schnellsiede- oder low level Absolventen

deelight
02
3.11.2009, 22:07
faymanns bekenntnis zur willkür

großartig!
nun nicht nur zugangsbeschränkungen sondern auch willkürliche auswahlverfahren

"Ist das der Fall, ist es den einzelnen Fachhochschulen freigestellt, welche Art von Aufnahmeverfahren sie anwenden"

genau wie es in vielen studienfächern den einzelnen lehrkräften obliegt wie sie bewerten.
bei einem braucht man 40%, beim anderen im selben fach 70% zur positiven absolvierung. das führt mitunter auch dazu, dass kapazitäten fehlen, da niemand einen kurs bei einem "unfairen" lehrveranstaltungsleiter belegt und dieser dann 10 (statt 50) studentInnen unterrichtet.

wann gibt es endlich standardisierte bewertungssysteme, dass die studentInnen nicht mehr der willkkür einzelner Lehrveranstaltungsselbstinszenierer ausgesetzt sind?

mkt
00
4.11.2009, 00:13
Am besten alles standardisieren

Nur noch Multiple Choice, für alles, ist schließlich am fairsten...

Ich habe lieber 100 verschiedene, bessere und schlechtere, Aufnahmeverfahren als ein einheitliches, das alles entscheidet. Siehe NC in Deutschland: Das Abitur ist Kriterium für (fast) jedes einzelne Studium im ganzen Land. Bei einem schlechten Abitur sind viele Studienrichtungen automatisch für dich gestorben.
Kein Aufnahmeverfahren kann je perfekt sein: Mehr Vielfalt bedeutet auch mehr Chancen.

Napalm Death
32
3.11.2009, 21:38

ich würde mal gerne wissen, wer von den "geisteswissenschaft-bashern" freiwillig seinen/ihren job, der ihm/ihr, so hoffe ich doch, gut gefällt, aufgeben würde, mit dem argument "die leute brauchen wir nicht"

schon klar, dass die nachfrage nach absolvent_innen der technischen physik, beispielsweise, größer ist als die der politikwissenschaften. aber im endeffekt ist das ein problem, dass der/die studierende selbst auszubaden hat.
ich aus meiner sicht würd ich lieber straßenkehrer oder arbeitsloser werden, als physik zu studieren. nicht weils mir zu schwer wäre, sondern weils mich einfach nicht interessiert. jetzt stellt sich die frage was der staat nun wirklich mehr braucht: straßenkehrer oder geisteswissenschafter?

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