Kontingent wartet auf kostenlosen US-Transport
Ljubljana - Ein Kontingent slowenischer Friedenssoldaten
muss wegen Sparmaßnahmen des slowenischen Verteidigungsministeriums
seit zwei Wochen auf seine Rückkehr aus Afghanistan warten. Mit
gepackten Koffern haben 62 Soldaten am Sonntag vergeblich auf ein
amerikanisches Militärflugzeug gehofft, das sie kostenlos in ihre
Heimat zurückbringen sollte. Andere Transportmöglichkeiten seien für
das Ministerium zu teuer gewesen, wie slowenische Medien berichten.
Die slowenische Armee verfügt selbst über keine eigenen
Transportflugzeuge.
Die Rückkehr der slowenischen Soldaten von der Militärbasis in
Herat im Westen Afghanistans wurde bereits dreimal vertagt. Am
heutigen Montag sollen die Soldaten doch nach Hause fliegen und am
Dienstag am Flughafen von Maribor landen, wie ein Sprecher der
slowenischen Armee erklärte. Die Gründe für den verzögerten Flug
seien nicht bekannt.
Suche nach Alternative
Sollte der Flug wieder abgesagt werden, wird Slowenien eine
Alternative für die Rückkehr seiner Soldaten finden müssen. Weitere
Möglichkeiten gab es laut Medienberichten schon bisher, doch
angeblich waren sie für das slowenische Verteidigungsministerium zu
teuer. Der Transport mit einem Zivilflugzeug würde 125.000 bzw.
150.000 Euro zuzüglich der Frachtkosten kosten.
Das Verteidigungsministerium hat sich aber für ein kostenloses
US-Angebot entschieden, was in Slowenien für viel Aufsehen sorgt. Das
Ministerium argumentiert, dass ein Militärtransport nicht nur
günstiger, sondern vor allem die sicherste Option sei. Einem
Zivilflugzeug könne man im Afghanistan nämlich nicht die gleiche
Sicherheit gewährleisten, wie einem Militärflugzeug, hieß es.
Neben dem 11. Kontingent, das auf seine Rückkehr nach Slowenien
wartet, befinden sich derzeit noch 83 slowenische Soldaten in
Afghanistan. (APA)