Italien

Psychiatrische Behandlung gegen Facebook-Sucht

2. November 2009, 13:02

Mediziner: "Internet ist eine neue Droge, die von der Realität entfremdet"

Rom - Das römische Krankenhaus "Agostino Gemelli" bietet psychiatrische Behandlung für Personen, die unter Computer-Abhängigkeit leiden. "Wir behandeln Patienten, die sogar im Urlaub keine zwei Stunden verbringen können, ohne zu kontrollieren, ob sie in Facebook kontaktiert worden sind. Es handelt sich um Menschen, die wie Drogensüchtige vom Computer komplett abhängig sind und die ganze Nacht im Internet surfen", sagte der Psychiater Federico Tonioni, nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Montag.

Realitäts-Entfremdung

Viele Patienten leiden an tiefer Eifersucht und kontrollieren heimlich E-Mails und Facebook-Kontakte ihrer Ehefrau oder Freundin. "Internet ist eine neue Droge, die von der Realität entfremdet. Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren entwickeln eine neue Art zu denken und zu kommunizieren. Die sozialen Kontakte reduzieren sich und viele junge Menschen sperren sich in ihrer Wohnung mit dem Computer ein", meinte der Psychiater. Die Gefahr sei die Schaffung einer autistischen Welt, in der jeder vollkommen isoliert ist.

Handy-Syndrom

Auch Mobiltelefone können zu einer Manie werden. Italienische Psychiater haben bereits das sogenannte Handy-Syndrom in die Liste obsessiver Verhaltensstörungen eingetragen. Betroffene leiden unter einer zwangshafte Abhängigkeit von ihren Telefone. Wenn das Gerät zu wenig Ladung hat oder nicht funktioniert, geraten die Menschen in Panik. "Handy-Syndrom"-Patienten verzichten auf das Kino, weil das Mobilfunktelefon dort nicht eingeschaltet werden darf, sie benutzen die Geräte zur Überwachung des Partners und kontrollieren ihr Handy sogar in der Nacht auf neue SMS.

Das "Handy-Syndrom" wurde von der italienischen Gesellschaft zur Behandlung von Zwangsverhalten als neue Störung eingestuft und damit Shopping-Manie oder der Abhängigkeit von Glücksspielen gleichgesetzt. Hinter dem Handy-Syndrom stecke große Unsicherheit und ein zwanghaftes Kontrollbedürfnis, betonte Massimo Biondi, Psychiater an der römischen Universität "La Sapienza". (APA)

Kommentar posten
19 Postings
Dagmar Rehak
 
00
14.4.2010, 14:39
Ich brauche Nachbarn für CountryLife, FarmVille und Island Paradise.

Please add me.

Mathilde.D.G.
00
11.1.2011, 14:35

16258 postings, sie haben also ganz andere probleme..

Fremdwort
00
6.11.2009, 08:28

Einerseits warnen manche Medien vor dem Suchtpotential, dass Social Network-Plattformen mit sich bringen, andererseits wird in anderen Artikeln wiederum über die aktuelle Notwendigkeit solcher Plattformen berichtet, vor allem im Berufsleben. Auf standard.at gab schon einige solche Artikel und auch in der letzten Medianet gab es nun einen Artikel darüber, dass Facebook und co als moderne Managementkanäle immer mehr herhalten müssen.

Fremdwort
00
8.11.2009, 19:14

Rechtschreibfehler sind menschlich!

Eure Heiligkeit
00
5.11.2009, 10:23
Na endlich!

Wenn Menschen glauben, jede banale Kleinigkeit - wie "Ich war heute schon gross am Klo" oder "ich esse grade" - teilen zu müssen, und sich dadurch auch noch gut vorkommen, haben eben diese definitiv eine Geistesstörung!

Husch Husch ab zum Vogeldoktor!

todays empires tomorrows ashes!
00
4.11.2009, 10:44
haha handysyndrom...

der nächste mist, der sich wahrscheinlich bald in den icd codes, vielleicht sogar unter der borderline-persönlichkeits-störung finden wird... KONTROLLE ist Angst ist KRANKheit und muss behandelt werden...tja und da die Mehrheit der Menschen mitlerweile neurotische Persönlichketiszüge aufweisen wird frau/mann durch dies leicht zum geistigen-gesundheits-hypochonder...

todays empires tomorrows ashes!
00
4.11.2009, 10:41
pfff.... diese psychiater und psychologen

die techniker des geistes! Wieder eine neue Erkrankung die Geld in ihre Praxen bringt.
In einer Welt die ohnehin nur von Geldgier gelenkt ist, braucht man nicht erst facebook haben um sich fremd zu fühlen...

Kleinesnussbäumchen
00
3.11.2009, 13:14

Ich habe WIRKLICH schon einmal mit dem GEDANKEN gespielt, ich besuch die Baumgartnerhöhe VOLL ungepflegt und spiel auf VERWIRRT, nur um zusehen, welche Fragen, Fragebögen man da ausfüllen muss und was dann rauskommt, aber ich vermute, die würden mich dann nicht mehr gehen lassen und dies wär dann doch nicht mehr so lustig für meinen weiteren Lebenslauf....

Kleinesnussbäumchen
00
3.11.2009, 13:08

Was ist die Realität bitte?

Elisabeth Jarok
00
19.11.2009, 10:27
ausloggen

und rausgehen.

Peter Widzky
03
2.11.2009, 23:45
gibts dazu schon eine facebook gruppe der man beitreten kann?

;-)

Ein Quantum Most
00
12.11.2009, 13:56

Ein Quantum Most gefällt das!

her wig
02
2.11.2009, 20:54

Genauer müsste man wohl sagen: die eine alternative Realität entwickeln. Wer weis wozu man die im 21. Jhdt. noch alles gebrauchen können wird...

flowolf
01
2.11.2009, 19:46
Spiegel der Gesellschaft

Der - kommerziell meist zweckfreie - digitale Lebensraum ist vielleicht als Gegenentwurf zu einer wirtschaftswachtumskaufkraftkrisenbewältigungsbestimmten Offline-Welt zu verstehen.
Da geht was: Durch Wälder streifen, der Natur auf der Spur, auch der eigenen.

yoghurtinator
 
00
3.11.2009, 13:34
Mag sein

aber irgendwie auch traurig, wenn die oben angesprochenen 14-25jährigen statt gegen die trostlose Offline-welt zu rebellieren in die Online-welt flüchten.

cottonmouth123
00
2.11.2009, 19:27

nein, sowas neues! Computerspiele sollen auch süchtig machen, hab ich mal gehört...

hagane
00
3.11.2009, 10:10

Soziale Netzwerke und Computerspiele in einen Topf zu werfen ist etwas sehr oberflächlich. Du hast mit beidem kaum Erfahrung, oder?

Heilige Hostie
00
2.11.2009, 18:47
Der Mensch neigt dazu

auf irgendwas "reinzukippen". Manchmal kann das gut sein, und ist gesellschaftlich anerkannt (oder es haben alle einen Nutzen davon) oder es endet in einem Dilemma + Therapie. Manche teilen ihre Sucht auch auf sozial verträgliche Brocken auf - so fällt es kaum auf. Dass facebook drogenähnliche Wirkungen zeigt bei manchen Personen, ist allein von dessen Konzept her keinesfalls verwunderlich.

mörður ægisson
00
2.11.2009, 18:21
"Betroffene leiden unter einer zwangshafte Abhängigkeit von ihren Telefone."

Diese frase iste provare bene per niente di buono Deitsch...

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