Als Umweltexperte im Chemiepark

Maria Kapeller, 3. November 2009, 17:40
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    Michael Prochaska an seinem Arbeitsplatz: "Ich wollte im Bezug auf Umwelt schon immer mitgestalten."

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    Der 33-Jährige vor der in Bau befindlichen neuen Abgasbehandlungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung.

Nach dem Studium "Industrieller Umweltschutz, Entsorgungstechnik und Recycling" für Umweltbelange in der Industrie einsetzen

Ich wollte im Bezug auf Umwelt schon immer mitgestalten", erklärt Michael Prochaska. Der 33-jährige Linzer ist als Umweltexperte am österreichischen Standtort des niederländischen Chemiekonzerns DSM im Linzer Chempiepark tätig. Das Unternehmen liefert Zwischenprodukte und Wirkstoffe für die Pharmaindustrie und den Pflanzenschutz, aber auch für Kosmetik, Farben und Aromastoffe. Prochaska ist als Umweltexperte für das Umweltmanagement verantwortlich, zum Beispiel für die Energieeffizienz der Anlagen oder die CO2-Rechte. Umwelt und Chemie - wie passt das zusammen? "Für mich ist genau das die größte Herausforderung", erklärt Prochaska, "hier kann ich am meisten verbessern."

Diplom und Doktorat

Prochaska hat an der Montanuniversität Leoben "Industrieller Umweltschutz, Entsorgungstechnik und Recycling" studiert. Als er im Jahr 2001 mit dem (damals noch) Diplomstudium fertig war, verschickte er "ein paar" Bewerbungen. Für die Hälfte erhielt er positive Rückmeldungen, schließlich entschied er sich für einen Job in der Innovationsförderung. Nach einiger Zeit zog es ihn aber zurück an die Uni, um das Doktorat zu machen. "Weil selbst forschen viel mehr Spaß macht" erklärt Prochaska. Nebenbei arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni.

Erneute Jobsuche

Nach dem Doktorat im Studienzweig "Ver- und Entsorgungstechnik" am Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft machte er sich 2006 erneut auf die Jobsuche. Wieder gab es einige vielversprechende Rückmeldungen und entschied sich für seinen heutigen Arbeitgeber DSM in Linz. Bei der Suche nach dem Arbeitsplatz schneidet die Montanuni Leoben dem "European Student Barometer" zufolge, einer Online-Umfrage des Hamburger Instituts Trendence, übrigens am besten ab: Die befragten Studierenden gaben an, nach rund 2,1 Monaten eine Stelle zu haben - im europäischen Durchschnitt sind es 4,2 Monate. Zudem schreiben die AbsolventInnen der Montanuni durchschnittlich 9,3 Bewerbungen, der europäische Durchschnitt beträgt 18,7. Laut dem Barometer liegt die Montanuni auch bei den Anfangsgehältern im Spitzenfeld.

Persönliche Atmosphäre

Über das Studium sagt Prochaska rückblickend: "Es war nicht nur sehr interessant, sondern auch breit angelegt und interdisziplinär, außerdem gab es viele Vertiefungsmöglichkeiten." Das persönliche Umfeld, die Vorlesungen in kleinen Gruppen und dass sich die Studenten untereinander gut gekannt hätten, seien weitere Vorzüge. "Nach dem ersten Jahr wurde man auch von den Vortragenden mit Namen begrüßt, es herrschte ein gutes Klima", erinnert sich der 33-Jährige.

Besonders die ersten beiden Jahre seien "interessant aber anstrengend" gewesen, ein gewisses Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern helfe aber. Am järhlich stattfindenden Absolvententreffen nimmt Prochaska regelmäßig teil.

Schweiz und Schweden

Auch Auslandserfahrungen sammelte er während des Studiums: Während er auf die Korrektur der Diplomarbeit wartete, arbeite er ein halbes Jahr lang als Praktikant im Bereich der chemischen Industrie in Basel. Ein Studiensemester lang verbrachte Prochaska in Schweden, wo ihn vor allem die Studienbedingungen und die Vorreiterrolle des Landes in der Umweltpolitik beeindruckten. Auch Schwedisch lernte er, "ich lese auch jetzt noch gerne schwedische Krimis in Originalsprache." Ins Ausland zu gehen, könne er nur weiter empfehlen - vor allem für die Persönlichkeitsentwicklung sei eine solche Erfahrung sehr prägend.

Umweltsituation kontinuierlich verbesser

Neben dem Netzwerken im Betrieb ("Ich habe mit rund 100 Menschen zu tun") habe Prochaska vor allem auch ein Faible für juristische Fragestellungen. Dazu gehöre etwa die Information und Umsetzung neuer Umweltgesetze im Betrieb. Des Weiteren ist Prochaska dafür zuständig, der Geschäftsleitung über die Umweltleistung des Unternehmens zu berichten, Vorgaben umzusetzen und eine "kontinuierliche Verbesserung" der Umweltsituation zu realisieren. (mak, derStandard.at, 3. 11.2009)

Kommentar posten
12 Postings
luchmhor
10
4.11.2009, 17:31

Lol. Die Zahnlosen Tiger. Wenns wirklich brisante Dinge zu lösen gibt, verschwinden die Berichte in der Schublade.

Seria
10
4.11.2009, 08:05

Und bei Lorber studieren zu können ist natürlich ne tolle Sache

dr.ban cok
01
4.11.2009, 04:28

rückblickend auf die vergangenen wochen kann man diesmal tatsächlich den zukunftsgedanken erkennen. die rubrik wurde ja schon mit allerhand dubiosem humbug aufgeweicht...

scheint aber ein ausgiebiges und sinnvolles studium mit perspektive zu sein.

Lost In Contemplation
60
4.11.2009, 10:57
Ich hab das Zeug ein bissi studiert

und bin bald nach Wien geflüchtet.
Wenn man dort Verfahrenstechnik macht lernt man _mindestens_ genauso viel.
Hat außerdem den Vorteil der großen Stadt und der großen Uni -> man lernt auch mehr über den eigenen Telelrrand zu schauen. Man hat den Vorteil dass man auch andere Leute kennelernt und auch mal Professoren hat die in ihrem Leben auch woanders waren als nur in Leoben -> man lernt besser laterales Denken.
Und gleichzeitig vergammelt man nicht in Kaffstanien, ähm Leoben. Somit ist die Wahrscheinlichkeit dass man einer Verbindung beitritt und zum Allololiker wird auch geringer.

lustreich
00
6.11.2009, 12:09
til

hitchhiker
01
4.11.2009, 18:26
Über den Tellerrand ....

ähhhm, gerade in Leoben ists besonders leicht an Auslandssemester, -praktika etc. ranzukommen. Und von den "alteingesessenen" Professoren, die eine rein Leoben-interne Karriere gemacht haben, gibts auch immer weniger.
Also von wegen, dass man nicht aus diesem "Kaff" (ok, das stimmt - LE ist eine Provinzstadt) rauskommt.
Gerade mal, dass es weniger Kontakt zu Studierenden anderer, nicht-technischer Fachrichtungen gibt, kann man ev. als Manko sehen. Aber mal ehrlich, wie viele Wiener Studenten blicken über ihren fachlichen Tellerrand und verkehren mit Kollegen andrer Fachrichtungen?
Ach ja, bin Wiener und hab an beiden Standorten studiert - kein Vergleich.

hoggy
00
4.11.2009, 11:46

naja - wenn sie ein bissi studiert haben, also wahrscheinlich nur die ersten paar semester, haben sie ja vom studium in leoben nicht wirklich viel mitbekommen. denn mathe, chemie, physik... - also die grundlagen - sind ja eigentlich überall gleich ;)

interessant wird das studim aber erst so ab dem 5. semester wenn die fachspezifischen lehrveranstalungen anfangen.

btw. am wochenende kann man ja nach wien oder sonst wohin fahren - ist ja nix dabei. dann hat man ein tolles studim und ein aufregendes privatleben.

holy genstadt
00
5.11.2009, 14:20
ich glaube nicht, daß das spannende privatleben

alleine aus wien kommt...wenn ich mir die kleinkarierte lokalszene so anschau...

Felix Da Housecat
01
3.11.2009, 19:59
1. Foto

Was hat der da am Kopf? Schaut aus wie ein Octopuss...

Joshua Parton
 
01
3.11.2009, 20:17
Machen Sie sich keine Sorgen...

... das ist nur die Jacke, die im Hintergrund auf einem haken hängt.

Hoffentlich!

Management Quatscher
01
3.11.2009, 20:21

es ist ein Toupet in Form eines Knödels.

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