Nach dem Studium "Industrieller Umweltschutz, Entsorgungstechnik und Recycling" für Umweltbelange in der Industrie einsetzen
Ich wollte im Bezug auf Umwelt schon immer mitgestalten", erklärt Michael Prochaska. Der 33-jährige Linzer ist als Umweltexperte am österreichischen Standtort des niederländischen Chemiekonzerns DSM im Linzer Chempiepark tätig. Das Unternehmen liefert Zwischenprodukte und Wirkstoffe für die Pharmaindustrie und den Pflanzenschutz, aber auch für Kosmetik, Farben und Aromastoffe. Prochaska ist als Umweltexperte für das Umweltmanagement verantwortlich, zum Beispiel für die Energieeffizienz der Anlagen oder die CO2-Rechte. Umwelt und Chemie - wie passt das zusammen? "Für mich ist genau das die größte Herausforderung", erklärt Prochaska, "hier kann ich am meisten verbessern."
Diplom und Doktorat
Prochaska hat an der Montanuniversität Leoben "Industrieller Umweltschutz, Entsorgungstechnik und Recycling" studiert. Als er im Jahr 2001 mit dem (damals noch) Diplomstudium fertig war, verschickte er "ein paar" Bewerbungen. Für die Hälfte erhielt er positive Rückmeldungen, schließlich entschied er sich für einen Job in der Innovationsförderung. Nach einiger Zeit zog es ihn aber zurück an die Uni, um das Doktorat zu machen. "Weil selbst forschen viel mehr Spaß macht" erklärt Prochaska. Nebenbei arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni.
Erneute Jobsuche
Nach dem Doktorat im Studienzweig "Ver- und Entsorgungstechnik" am Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft machte er sich 2006 erneut auf die Jobsuche. Wieder gab es einige vielversprechende Rückmeldungen und entschied sich für seinen heutigen Arbeitgeber DSM in Linz. Bei der Suche nach dem Arbeitsplatz schneidet die Montanuni Leoben dem "European Student Barometer" zufolge, einer Online-Umfrage des Hamburger Instituts Trendence, übrigens am besten ab: Die befragten Studierenden gaben an, nach rund 2,1 Monaten eine Stelle zu haben - im europäischen Durchschnitt sind es 4,2 Monate. Zudem schreiben die AbsolventInnen der Montanuni durchschnittlich 9,3 Bewerbungen, der europäische Durchschnitt beträgt 18,7. Laut dem Barometer liegt die Montanuni auch bei den Anfangsgehältern im Spitzenfeld.
Persönliche Atmosphäre
Über das Studium sagt Prochaska rückblickend: "Es war nicht nur sehr interessant, sondern auch breit angelegt und interdisziplinär, außerdem gab es viele Vertiefungsmöglichkeiten." Das persönliche Umfeld, die Vorlesungen in kleinen Gruppen und dass sich die Studenten untereinander gut gekannt hätten, seien weitere Vorzüge. "Nach dem ersten Jahr wurde man auch von den Vortragenden mit Namen begrüßt, es herrschte ein gutes Klima", erinnert sich der 33-Jährige.
Besonders die ersten beiden Jahre seien "interessant aber anstrengend" gewesen, ein gewisses Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern helfe aber. Am järhlich stattfindenden Absolvententreffen nimmt Prochaska regelmäßig teil.
Schweiz und Schweden
Auch Auslandserfahrungen sammelte er während des Studiums: Während er auf die Korrektur der Diplomarbeit wartete, arbeite er ein halbes Jahr lang als Praktikant im Bereich der chemischen Industrie in Basel. Ein Studiensemester lang verbrachte Prochaska in Schweden, wo ihn vor allem die Studienbedingungen und die Vorreiterrolle des Landes in der Umweltpolitik beeindruckten. Auch Schwedisch lernte er, "ich lese auch jetzt noch gerne schwedische Krimis in Originalsprache." Ins Ausland zu gehen, könne er nur weiter empfehlen - vor allem für die Persönlichkeitsentwicklung sei eine solche Erfahrung sehr prägend.
Umweltsituation kontinuierlich verbesser
Neben dem Netzwerken im Betrieb ("Ich habe mit rund 100 Menschen zu tun") habe Prochaska vor allem auch ein Faible für juristische Fragestellungen. Dazu gehöre etwa die Information und Umsetzung neuer Umweltgesetze im Betrieb. Des Weiteren ist Prochaska dafür zuständig, der Geschäftsleitung über die Umweltleistung des Unternehmens zu berichten, Vorgaben umzusetzen und eine "kontinuierliche Verbesserung" der Umweltsituation zu realisieren. (mak, derStandard.at, 3. 11.2009)