Kampfansagen bei Verhandlungen über Beamten-Gehälter

2. November 2009, 19:15
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    apa-foto: georg hochmuth

    Die erste Verhandlungsrunde hat am Montag am frühen Abend begonnen.

Ministerin Heinisch-Hosek kündigt magere Zeiten an: "Es wird dramatisch weniger sein als letztes Jahr" - GÖD-Chef Neugebauer: "Unter unserem Wert werden wir uns nicht schlagen lassen"

Wien - Die Gehaltsverhandlungen für rund 350.000 Beamte haben am Montagabend in Wien begonnen. Schon in der ersten Runde entdeckten die Vertreter der Regierung und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) erste Differenzen: Über die Höhe des Wirtschaftswachstums, das traditionell für die Verhandlungen herangezogen wird, ist man nicht einig.

Den Wert der Inflation, ebenfalls ein wichtiger Parameter für die Verhandlungen, wurde mit einem Wert von 0,9 Prozent außer Streit gestellt, bestätigten sowohl Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek als auch GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer. Beim Wirtschaftswachstum allerdings "scheiden sich die Geister", sagte Neugebauer. Normalerweise ergebe sich der Wert aus den zwei letzten Quartalen des Vorjahres und den zwei ersten Quartalen des laufenden Jahres. Er sei verwundert, dass dies diesmal nicht der Fall sei. Der GÖD-Chef selbst geht von einem Wirtschaftswachstum von 1,13 Prozent aus, während das WIFO den Wert mit minus 3,4 Prozent angab.

"Kleiner Spielraum"

Neugebauer stößt sich auch daran, dass die Regierung in Aussicht gestellt hätte, dass das Verhandlungsergebnis nicht mit 1. Jänner 2010 wirksam werde. Weiters habe es seitens der Regierung keine Aussagen über etwaige Nulllohnrunden gegeben. Heinisch-Hosek räumte ein, dass die Bandbreite angesichts der wirtschaftlichen Lage "sehr, sehr gering" sei. Von einer Nulllohnrunde wollte sie aber nicht sprechen. Es gebe einen kleinen Spielraum.

Beide Seiten rechnen mit zähen Verhandlungen. So erklärte etwa ÖVP-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka, es werde schwierig, für alle Beteiligten ein gerechtes Ergebnis zu erzielen. Auch Neugebauer meinte, die Differenzen in der ersten Runde ließen auf schwierige Gespräche schließen. Von konkreten Zahlen wollte am Montag noch keiner der Verhandlungspartner sprechen. Am 11. November treffen sie zur nächsten Runde zusammen.

Kampfansagen

Heinisch-Hosek von der SPÖ hatte schon im Vorfeld mitgeteilt, dass sich die Bematen auf harte Verhandlungen einstellen können.

Die Ministerin nannte zwar - noch - keine konkreten Prozentzahlen, aber im Ö1-Morgenjournal zog sie einen Vergleich gegenüber dem Vorjahresabschluss von 3,55 Prozent: "Da muss ich eher an magerere Zeiten denken. Wenn Sie Voll- mit Magermilch vergleichen, können Sie sich's vorstellen." (Magermilch hat einen Fettgehalt von weniger als 0,5 Prozent.)

Eigentlich müsste, so Heinisch-Hosek, angesichts der schwierigen Wirtschaftslage "ein Minus herauskommen. Kurz gesagt, es wird heuer dramatisch weniger sein als letztes Jahr." 

Neugebauer will nicht

Fritz Neugebauer, Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), ließ sich von den Aussagen der Ministerin nicht entmutigen. Das Umfeld der am Montagabend startenden Verhandlungen sei zwar schwierig, "aber unter unserem Wert werden wir uns nicht schlagen lassen", so Neugebauer im Ö1-"Mittagsjournal". Konkrete Forderungen ließ er sich nicht entlocken. Auf die Frage, ob ihm ein Plus von 0,5 Prozent zu wenig wäre, erklärte Neugebauer aber: "Über das brauchen wir nicht einmal reden."

Österreich sei "nach wie vor ein reiches Land", auch wenn es von der Wirtschaftskrise nicht verschont worden sei, so der Beamten-Gewerkschafter. Man dürfe die Folgen der Krise nicht an einer Gruppe auslassen, die "nix dafürkann". Heinisch-Hoseks Vergleich, statt Vollmilch wie im vergangenen Jahr (Gehaltszuwachs 3,55 Prozent) werde es heuer eher Magermilch geben, findet Neugebauer "lieb". "Vollmilch ist gesünder", richtete er der Ministerin aus. (red, APA, derStandard.at, 2.11.2009)

Kommentar posten
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kater bruno
00
9.11.2009, 10:44
Veräppeln

Die Politiker, Bürgermeister, wollen Lohnererhöhung. Für die Beamten, Vertragsbediensteten und Pensionisten ist kein Geld da. Sprüche wie Null-Lohnrunde ..... Die oberen ÖBB Bonzen bereichern sich ungeniert. Wie lange wollen die Poltiker uns noch veräppeln ?

135
 
00
4.11.2009, 10:57
Und wieder einmal wird nicht differenziert !

Es gibt gravierende Unterbelohnung, und die wird durch prozentuelle Erhöhungen gefestigt.
Es geht nicht an, daß die, die die stärkste Lobby haben
die Solidarität mit den Kollegen, die über eine unangemessene Bezahlung verfügen, vergessen.

GeeCee
16
3.11.2009, 20:36

also ich bin feuerwehrbeamter der stadt wien und kann kaum beschreiben was ich mir denke wenn ich die meisten der postings hier lese.alle beamten verdienen zu viel..alle beamten sollen eine nullrunde in kauf nehmen usw.usw.
und wenn ich das posting unter meinem durchlese, wo steht wir müssten noch was einzahlen dann kommt mir das kotzen.
nicht bös sein leute aber nicht alle beamten sitzen fürstlich entlohnt hinter einem schreibtisch und beobachten die wolken.
mfg

mikromalist
 
52
4.11.2009, 09:57
Haben Sie schon einmal dagegen aufbegehrt,

mit den Hof-, Ministerial-, Magistrats-, Justiz- und sonstigen Räten, in einem GÖD Topf zu sein? So richtig? Haben die Krankenschwestern? Die Strassenkehrer?
Nein, weil in guten Zeiten war es dort immer mollig warm? Und jetzt .....?
Es hilft nix, Sie gehören dem überfütterten Sektor öffentlicher Dienst an, der sich eine höchst einträgliche Nische geschaffen hat.

GeeCee
01
6.11.2009, 14:50

mollig warm?? also mollig warm ist mir maximal bei einem zimmerbrand oder der gleichen!ich meinte lediglich das ihr nicht immer über alle beamten herziehen sollt.nur mal kurz nachdenken und sich daran erinnern das es unzählige krankenschwestern,feuerwehrleute udg gibt die eventuell sogar unterbezahlt sind für das was sie tag für tag leisten.und das sind auch beamte!und das es nunmal eine beamtengewerkschaft gibt daran werde ich genausowenig wie sie ändern können.eigentlich finde ich mich nicht überfüttert und in einer höchst ertragreichen nische.und schon gar nicht weil irgendwelche räte in unserem topf sein solln.

mikromalist
 
00
8.11.2009, 10:00
Wenn Sie gerne im Topf mit

jenen bleiben, die mit einem Drittel doppelt so viel leisten (dazu gibt es schubladisierte Studien) könnten, dann müssen Sie wohl weiter Postings ertragen, die Sie zum k. finden?

Dr.in Luitpold Bäringer
00
6.11.2009, 13:12
Vollkommen richtig!

dulieeh
00
5.11.2009, 12:54
Lieber Mikromalist!

Was pudeln Sie sich so auf? Schließlich sitzen Sie als Mensch im selben Topf wie Bill Gates oder Warren Buffet, also ist auch Ihnen warm, weil Sie sicher genau so reich sind.

Logik ist was Feines, gell?

btw: tiefrotes Stricherl!

mikromalist
 
00
8.11.2009, 09:57
Ich werde nicht aufhören zu pudeln,

solange ein Teil meines reichlichen Steuergeldes sich im Gestrüpp sinnloser Massnahmen verhängt.
Übrigens, ich weiss nicht was Sie unter Logik verstehen, aber Logik sist die lehre von den Schlussfolgerungen, etwas was bei ihnen ziemlich daneben zu gehen scheint.
Typisch für "gell" Poster.

Takeshi Kovacs
31
3.11.2009, 17:04
"Unter unserem Wert werden wir uns nicht schlagen lassen"

unter diesen voraussetzungen müssten sie noch was einzahlen...

zusatzprotokoll
00
3.11.2009, 17:59

Lassen Sie sich Ihren stack für einige Zeit in einen Beamtenkörper stecken! Dann werden Sie draufkommen, dass Sie einem größtenteils veraltetem Beamtenbild aufsitzen!

Comedian
01
3.11.2009, 16:53
Wenn ich den Pensionisten zumindest 1,5% geben will, ...

... glaubt dann irgendein Verhandlungsgenie, dass sich eine Berufsgruppe ohne Gegenwehr eine Nulllohnrunde verordnen lässt?

Die Hacklerregelung und das Ausklinken der Pensionisten aus der Haushaltssanierung beseitigen, dann kann man auch von denen, die diese Frechheit finanzieren, Verständnis für Einsparungen erwarten. Ansonsten nicht.

http://www.zpa.at
00
3.11.2009, 14:55
Grundsatzfrage : Ist es sinnvoll für das Gesamtwohl eines Staates, dass sich der öffentliche Sektor gewerkschaftlich organisieren kann ?

zusatzprotokoll
00
3.11.2009, 16:01
ja

http://www.zpa.at
00
3.11.2009, 18:48

Ihr klares JA in Ehren, aber dann tragen Sie auch mit der selben Selbstverständlichkeit die Folgen:
10 gesetzgebende Körperschaften, 4 Verwaltungsebenen, ein halbes Dutzend größere Sozvers- Anstalten, die Zwangsmitgliedschaft in den Kammern im Verfassungsrang, - aus all diesem resultierend eine Staatsquote von 43 %, bald 90 % des BIP Staatsverschuldung ( wenn man die ausgegliederten Bereiche mit berücksichtigt ), zwangsläufig hohe Lohnkosten und daraus resultieren eine halbe Million Menschen unter 65 a, die vom Erwerbsleben ausgegliedert sind ( in dieser Zahl inbegriffen sind ein Drittel der 470 000 Erwerbsunfähigkeitspensionisten, die die Arbeitslosenstatistik etwas behübschen )

PS: Ich staune selbst immer wieder über meinen Langmut.

zusatzprotokoll
00
3.11.2009, 19:29

Nicht auf alles ist eine Antwort notwendig.

Fleisch
00
3.11.2009, 19:14

und das alles hat die gewerkschaft so gemacht? und nicht die politik? und was sollen die öffentlichen bediensteten davon haben (abgesehen von den "hohen lohnkosten")?

Naomh Dent
13
3.11.2009, 14:04
es muss sich was ändern...

aber was?
ich habe auf oe1 das Interview gehört.."Man dürfe die Folgen der Krise nicht an einer Gruppe auslassen, die "nix dafürkann". "
Ist ja wohl die grösste Frechheit,.. ich trau mich behaupten dass 90% der Personen für die im Moment die Gehälter verhandelt haben nichts mit der "Krise" zu tun haben und diese auf keinem Fall verursacht haben...
Aber wenn ich sowas schon höre,.. wundert mich die Hatz auf Beamte nicht wirklich. Vielleicht mal beim GÖD etwas symphatischere Vertretter nominieren. Dann klappts auch mit dem Image.

Herr Nationalratspräsident, überlegen sie sich etwas..
Gezeichnet:
Ein Angestellter der Industrie der nichts für die Krise kann und trotzdem dafür bezahlt...

Seth Gecko
03
3.11.2009, 14:31
neiddebatte hoch 3

ein guter öffentlicher dienst (und den hat österreich im vergleich, bitte informieren) schafft erst die rahmenbedingungen, in welcher eine hohe produktivität möglich ist. ich bin der meinung der öffentliche dienst sollte einmal streiken (hätte er früher schon machen sollen, nicht erst jetzt wo viele wirklich den gürtel enger schnallen müssen). in der öffentlichkeit existeriert sowieso nur das bild vom ärmelschoner. polizei, krankenhauspersonal, etc. an die denkt niemand. ein anderes problem ist die göd selbst. keine fixbeträge bei den gehaltserhöhungen sondern fast immer nur %, dh die schere selbst geht immer weiter auseinander. die "hohen" beamten cashen ab, die kleinen haben die schlechte nachrede und mikrige gehälter.pension detto.

Jakob der Schwitzer
10
4.11.2009, 16:58
Bitte streikt

ich warte ja nur drauf

135
 
12
3.11.2009, 13:42
Die GÖD kennt nicht einmal den Begriff der

Solidarität in den eigenen Reihen und schon garnicht in Bezug auf die nicht im geschützten Bereich Tätigen.
Beamte sind nicht von Arbeitslosigkeit bedroht, von Zulagen in den höheren Rängen zu schweigen.

Krise und kommende Massenarbeitslosigkeit sind kein Thema, wie damals in der Weltwirtschaftskrise in den Dreißiger Jahren.
Sie sind eine feste Stütze der Regierenden und bestens behandelt.

Und damit sind die, die für die Erhaltung des Systems mit kleinen Bezügen sorgen sicher nicht gemeint...
Erhöhung der Bezüge in der Zeit, wo Familien aufgebaut werden und kein steiler Zuwachs der Bezüge. Man soll endlich die Versprechungen wahr machen.

Die Marslady
02
3.11.2009, 16:43
Werter @135....

Das Gehaltsschema der Beamtenschaft in Bund und Land nimmt durch die starren Regelungen wenig Rücksicht auf die Niedriggehälter der jungen Nachwuchsbeamten bzw. Staatsbediensteten.
Für die Familiengründung wären bessere Gehälter von Vorteil, während in späteren Jahren in Richtung Pension die Gehaltskurve langsam ausläuft, in Summe aber der Pensionsanspruch- bzw.Höhe erhalten bleibt.

http://www.zpa.at
00
3.11.2009, 13:32

das WIFO wird nach Abschlusss der Beamtenrunde erst mit den tatsächlichen Zahlen des BIP- Rückganges aufwarten

fritzk2005
13
3.11.2009, 12:37
Solidarität mit den tausenden Arbeitslosen

Liebe Staatsdiener.
Über 300000 Menschen sind im Moment arbeitslos und müssen grosse Einkommensabstriche in Kauf nehmen. Zusätzlich gibt es noch viele die durch Kurzarbeit bis zu 25% Lohneinbuße hinnehmen müssen.
Wie wärs da mit gelebter Solidarität und überhaupt auf eine Erhöhung verzichten.
In besseren Jahren gibts dafür wieder mehr.
Euro Jobs sind ja sicher, so könntet ihr euch wirklich solidarisch mit der übrigen Bevölkerung zeigen.

Lünz
11
3.11.2009, 13:09

Stimmt, Beamte haben einen sicheren Job.
Dafür vergleichbar weniger Gehalt.

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