"Österreichische Politik zeigt kein Interesse an IKT"

1. November 2009, 19:02
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VÖSI-Generalsekretär Höfferer will öffentliches Bewusstsein schärfen

"Die Wertschöpfung der österreichischen IKT-Branche ist mittlerweile größer als die der Tourismus-Branche. Dennoch zeigt die österreichische Politik weiterhin kein Interesse an der Software-Industrie des Landes." Zu diesem Schluss kommt der neu bestellte Generalsekretär des Verbandes der österreichischen Software Industrie (VÖSI), Max Höfferer. Er folgt mit Anfang November seinem Vorgänger Kurt Dornheim nach.

Zuständiges Ministerium gefordert

Als langjähriger Branchenkenner - Höfferer war zuletzt Leiter Presse, Marketing und Investor Relations bei Beko  - vermisst der neue VÖSI-Generalsekretär den fehlenden Umsetzungs- und Gestaltungswillen der Politik beim Thema IKT: "Es gibt leider immer noch keinen Minister, der das Thema zur Chefsache erklärt hat. Von der Umsetzung des österreichischen IKT-Masterplans, der gerade einmal auf dem Papier existiert, war bisher leider nichts zu spüren. Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass es auch anders geht."

Lobbying und Networking

Angesichts der wenig zufriedenstellenden Situation will der VÖSI sein Lobbying und Networking verstärken und für mehr öffentliches Bewusstsein sorgen. So soll auch die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Interessensvertretungen wie dem ADV  , der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG)  sowie dem Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie in der Wirtschaftskammer (UBIT)  weiter ausgebaut und die gegenseitige Vernetzung der VÖSI-Mitglieder intensiviert werden.

Mangel an Fachkräften

Dass Handlungsbedarf bestehe, beweise auch der zunehmende Mangel an Fachkräften und Studierenden in den technischen Berufen, ist Höfferer überzeugt. "Es ist paradox. Die jungen Leute sind durchwegs technik- und internetbegeistert bzw. haben auch überhaupt keine Berührungsängste mit neuen Technologien und Geräten. Gleichzeitig mündet diese Affinität nicht in einem tiefergehenden beruflichen Interesse", so Höfferer. Hier gelte es schon im Ausbildungsweg die Weichen zu stellen und viel mehr Mädchen für die technischen Berufe zu begeistern. Der VÖSI wurde 1986 gegründet und vereint derzeit 40 große und mittlere Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen. Eigenen Angaben zufolge beträgt das jährliche Umsatzvolumen der VÖSI-Mitglieder mehr als drei Mrd. Euro. Rund 15.000 Arbeitnehmer werden von den im VÖSI vertretenen Unternehmen beschäftigt.(pte)

  • Max Höfferer wird VÖSI-Generalsekretär
    foto: voesi.or.at

    Max Höfferer wird VÖSI-Generalsekretär

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