Experte befürchtet Massenexodus

31. Oktober 2009, 20:33
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Bis zu 30.000 könnten angesichts der Wirtschaftskrise Baltenrepublik heuer verlassen

Riga - Rund 30.000 Menschen - das sind fast 1,4 Prozent der Gesamtbevölkerung Lettlands - könnten in diesem Jahr aus der baltischen Republik angesichts der herrschenden Wirtschaftskrise ausgewandert sein. Diese Schätzung stellte der Bevölkerungsexperte Mihails Hazans in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der baltischen Nachrichtenagentur BNS an.

Hazans gründete diese Zahl auf britische Zahlen, wo die Statistiker einen kräftigen Anstieg der Einwanderung aus Lettland im Vergleich zu den vergangenen Jahren verzeichneten. Als besonders bezeichnete der Migrationsforscher, dass unter den lettische Immigranten viele Familienmitglieder von bereits in Großbritannien arbeitenden Letten seien.

"Zweite Emigrationswelle"

Auch in Irland, das zweite bei Letten besonders beliebte Zielland für Auswanderung gehe die Zahl der lettischen Einwanderer nicht zurück. Laut Hazans kann man ohne weiteres von einer "Zweiten Emigrationswelle" aus Lettland sprechen.

Die Bevölkerung Lettlands geht seit dem Zusammenbruch Sowjetunion relativ kontinuierlich zurück - ebenso wie jene der beiden baltischen Nachbarrepubliken Estland und Litauen. 1990 hatte Lettland über 2,6 Millionen Einwohner. Derzeit sind es laut Statistikamt in Riga 2,2 Mio. Nach der Unabhängigkeit der baltischen Staaten 1991 kam es zu einer ersten Auswanderungswelle, damals vorwiegend von nicht-lettischsprachigen, ehemaligen Sowjetbürgern. (APA)

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