Zwei Tote und hundert Verletzte bei Arbeiter-Protesten

31. Oktober 2009, 18:31
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Demonstration gegen Schließung von Kleider-Fabrik eskaliert

Dhaka - Beim gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegen demonstrierende Fabrikarbeiter in Bangladesch sind am Samstag mindestens zwei Menschen getötet und etwa hundert weitere verletzt worden. Nachdem die Beamten mit Steinen und Ziegeln beworfen worden seien, hätten sie Gummigeschosse abgefeuert, um die Menge auseinanderzutreiben, sagte ein Polizeisprecher. Dabei seien zwei Menschen gestorben.

Außerdem seien mindestens hundert Demonstranten und ein paar Polizisten verletzt worden. An den Protesten im Industriegebiet von Tongi, rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka, hatten nach Polizeiangaben rund 15.000 Arbeiter aus der Bekleidungsindustrie teilgenommen.

Drei ausstehende Monatsgehälter

Die Polizei warf den Demonstranten vor, Barrikaden errichtet und Fahrzeuge beschädigt oder abgebrannt zu haben. Die Arbeiter forderten die Zahlung von drei ausstehenden Monatsgehältern. Ihr Arbeitgeber Nippon Garment hatte zuvor das Werk in Tongi geschlossen und dies mit ausbleibenden Bestellungen aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise begründet.

Die Textilindustrie in Bangladesch und anderen südostasiatischen Ländern ist besonders betroffen von der Krise. Dies führte dazu, dass die Löhne der Arbeiter weiter gekürzt wurden. In Bangladesch macht Bekleidung 80 Prozent des Exports aus, 40 Prozent der Industriearbeiter sind in dieser Branche beschäftigt. (APA)

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    Ein Polizist einer Spezialeinheit im Einsatz gegen protestierende Arbeiter

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