Studiengebühren und mehr Geld vom Bund

31. Oktober 2009, 17:26
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Wie der Streit zwischen Studenten und Hahn zugunsten der Unis gelöst werden könnte

Ein Vorschlag, wie der Streit zwischen Studenten und Hahn zugunsten der Unis gelöst werden könnte

Der Kampf zwischen Studenten und Wissenschaftsminister Johannes Hahn um die Aufstockung der Uni-Budgets ist nicht nur Ausdruck jugendlicher Selbstfindung oder partiepolitisches Hickhack. Hier geht es um eine Schlüsselfrage für die wirtschaftliche Zukunft Österreichs. (Deshalb schreibe ich auch darüber).

Wenn wir nicht deutlich mehr Geld in die Universitäten stecken, wird uns das im Standortwettbewerb auf Jahrzehnte zurückwerfen. Denn ein Land wie Österreich kann in der globalisierten Wirtschaft nichts Wichtigeres bieten als eine besonders gute Ausbildung seiner jungen Menschen.

Deshalb hier ein Vorschlag, wie der Streit zu lösen wäre, sodass die Unis davon profitieren:

Die Studenten haben Recht, wenn sie Hahns Angebot von 34 Millionen Euro mehr für die Unis als lächerlich zurückweisen. Und sie setzen sich ins Unrecht, wenn sie die Wiederherstellung der Studiengebühren ablehnen und sogar die restlichen Gebühren abschaffen wollen.

Wie wäre es, wenn die Studenten die Wiedervereinführung der Studiengebühren akzeptieren würden, was 150 Millionen Euro bringen würde, und die Regierung diesen Betrag für das Uni-Budget verdoppeln würde?

300 Millionen mehr im Jahr sind zwar immer noch weniger als die eine Milliarde, die Rektorenchef Christoph Badelt zu Recht fordert (und selbst das ist bescheiden). Aber sie wären ein deutlicher Sprung vorwärts.

Wenn die Studenten sehen, dass sich an den Unis etwas ändert, dann wären sie hoffentlich auch eher bereit, zu ihrem Studium etwas dazu zu zahlen. Und die Regierung kann dieses Geld auch in budgetär schwierigen Zeiten aufbringen.

Natürlich kann Hahn bzw. dessen Nachfolger das nicht allein machen. Er braucht nicht nur seinen Parteichef Josef Pröll dazu, sondern auch die SPÖ.

Wäre Werner Faymann bereit, im Interesse des Landes über seinen Schatten zu springen und am Tabu kostenloses Studium zu rütteln? Wären die Studentenvertreter, die Grünen und alle anderen, die die Hochschulpolitik der ÖVP Tag für Tag kritisieren, dazu bereit?

Wahrscheinlich nicht. Dann lebt man lieber mit einer Bildungsmisere und sieht offenen Auges zu, wie die Zukunft verspielt wird.

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