Trotz Einigung weiter Ungewissheit

01. November 2009 15:00

Gestürzter Präsident Zelaya fordert schnelle Einsetzung von Einheitsregierung

Tegucigalpa - Trotz des Durchbruchs bei den Vermittlungsgesprächen in Honduras herrscht in dem zerrissenen mittelamerikanischen Land weiter Ungewissheit. Wenige Stunden nach Bekanntgabe eines Kompromissvorschlags zur Lösung der politischen Krise erklärten die Putschisten, der gestürzte Staatschef Manuel Zelaya werde frühestens in einem Monat in den Präsidentenpalast zurückkehren dürfen. Zelaya forderte seinerseits das Parlament auf, bereits am Montag über seine Wiedereinsetzung abzustimmen.

Er rief die Bevölkerung am Samstag (Ortszeit) in einer im Rundfunk übertragenen Rede auf, "an die Haustüren der Abgeordneten zu klopfen oder sie anzurufen, um sie zu einer Zusammenkunft am Montag aufzufordern". Bis Donnerstag kommender Woche müsse eine Einheitsregierung im Amt sein, fügte er hinzu. Der gestürzte Präsident war am 21. September heimlich nach Honduras zurückgekehrt und hält sich seitdem in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa auf.

Ein Unterhändler des international isolierten Übergangspräsidenten Roberto Micheletti verwies am Freitagabend (Ortszeit) auf den Inhalt der von den USA vermittelten Einigung, wonach der Kongress über eine Wiedereinsetzung Zelayas entscheiden müsse. Die Abgeordneten würden aber nicht mehr vor der Wahl am 29. November zusammenkommen. Zuvor müsse außerdem noch der Oberste Gerichtshof dem Prozedere zustimmen, betonte Michelettis Unterhändler Armando Aguilar.

"Historisches Abkommen"

Am 29. November sollen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abgehalten werden, bei denen Zelaya nicht mehr für das Amt des Staatschefs kandidieren darf. Er soll bis Ende Jänner im Amt bleiben. Neben der vorübergehenden Wiedereinsetzung Zelayas ins Präsidentenamt sieht die Einigung die Bildung einer Regierung der Versöhnung vor. Zelaya machte das Zugeständnis, nicht mehr auf eine Verfassungsänderung für eine erneute Präsidentschaftskandidatur hinzuarbeiten. Zudem wurde festgelegt, dass es keine politische Amnestie geben soll.

Micheletti hatte nach Vermittlung der USA der Vereinbarung zwar zugestimmt, stellte jedoch die darin vorgesehene vorübergehende Rückkehr Zelayas ins Amt infrage. Dies bleibe der heikelste Punkt, sagte der Lateinamerika-Beauftragte der USA, Tom Shannon, vor seinem Abflug aus Tegucigalpa.

Micheletti hatte erklärt, er unterstütze den Vorschlag für ein Parlamentsvotum über Zelayas Wiedereinsetzung. Zuvor solle aber das Oberste Gericht konsultiert werden. Das hatte Ende Juni angeordnet, Zelaya des Amtes zu entheben und ihn außer Landes zu bringen. Der Präsident hatte sich vorher dem Verbot des Gerichts widersetzt, eine Volksabstimmung anzusetzen, durch die er die Möglichkeit zu einer weiteren Amtszeit erhalten wollte.

US-Außenministerin Hillary Clinton würdigte die Vereinbarung als "historisches Abkommen". EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner erklärte in Brüssel, beide Seiten müssten alle Punkte der Vereinbarung akzeptieren und diese schnellstmöglich umsetzen.

Die Organisation Amerikanischer Staaten lobte die "außergewöhnlichen Bemühungen" der Verhandlungspartner. Costa Ricas Präsident, Oscar Arias, der in dem Konflikt vermittelt hatte, äußerte sich zuversichtlich, dass das Parlament in Tegucigalpa der Wiedereinsetzung Zelayas zustimmen werde. (APA/AFP/AP/Reuters)

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Viper001
02.11.2009 18:57
Hillary's Honduran Exit


Strategy...

für die, die sich ein bissel genauer mit der Sache beschäftigt haben..

http://online.wsj.com/article/S... 83168.html

Konrad Chreeb
01.11.2009 07:26
Macht endlich Schluß mit Micheletti und seiner Bande!!!

Die Armeen Brasiliens und Venezuelas, dürften ausreichen um in nur wenigen Tagen in Honduras wieder geregelte Verhältnisse zu schaffen und die Putschistenbande zu verhaften bzw. zu neutralisieren. Verhandlungen bringen überhaupt nichts.. Und die USA würden sich in diesem Fall, trotz der US-Militär-Basis, wohl kaum vor das Putschregime stellen, schon um den Anschein zu wahren.

Horst Holger
03.11.2009 23:46
klar, wenn etwas einem nicht passt,

dann sofort die Armee einmaschieren lassen und den Wiedersacher überrollen. Noch so ein hirngewaschener Chavez-Stiefellecker? Die USA mischt sich sicherlich nicht ein, ebensowenig der Lula, der ist zu clever für sowas. Hugo hat im eigenen Land genug Probleme, dort kann er aber sicherlich bald die Armee gegen das Volk auflaufen lassen, wenn es so weiter läuft...

Querschädl
01.11.2009 09:35
genau

Militärinterventionen fremder Staaten haben sich ja in jüngster Zeit überall auf der Welt als besonders effektiv und hilfreich erwiesen.

Peterk K
01.11.2009 09:13
Hinter dieser "Bande" stehen mehrere Entscheide

des Obersten Gerichts von Honduras und es war Präsident Zelaya, der diesen nicht gefolgt ist und damit hat er der "Bande" erst das Tor zur ihren Handlungen geöffnet. Die Sachlage ist daher etwas komplexer und diesbezüglich Chavez anzurufen, bedeutet einen Bock zum Gärtner machen.

GG22
04.11.2009 22:48
Die UNO erkennt die Junta nicht an.

Die UNO hat einstimmig den Putsch verurteilt und die neue Obrigkeit nicht anerkannt.

Sämtliche Entscheidungen der Junta sind genau so bedeutend wie Beschlüsse, die Sie auf dem WC zu Lateinamerika oder dem Nahen Osten fällen.

edson arantes do nascimento
03.11.2009 16:33
auch an Sie die frage:

sind Sie auch dafür, dass der kärntner LH dörfler, der ja in der ortstafelfrage bekanntlich gegen die österr. verfassung verstößt, vom österreichischen bundesheer in ausland geschafft und durch einen vom bundesheer ernannten "interims-LH" ersetzt wird?

Horst Holger
03.11.2009 23:47
alles klar Pelé- schöner Vergleich!

Bist Du auch aus Brasilien ausgewiesen worden?

dr. kokos
 
01.11.2009 12:24

sämtliche entscheide von ogh, parlament und was auch immer waren, so wie der amerikaner das nennt, "unconstitutional" und somit nichtig. in honduras herrscht ein usurpatorisches und illegales regime. dabei spielt es keine rolle, was zelaya angeblich gemacht haben soll. was auch immer ihm vorgeworfen wird, dagegen hätte es juristische mittel und wege gegeben, aber sicher keine verschleppung.

Cello Swiss
01.11.2009 02:18
gut so

Zelaya gehoert ins Pfefferland aber sicher nicht mehr zurueck in sein Amt als Praesident. Ab Februar 2010 wird er sowieso in Vergessenheit geraten. Ein moechtegern Cowboy, ohne Inhalt, ohne Vision, ohne Stil.

dr. kokos
 
03.11.2009 17:57

zelaya ist tatsächlich sowas wie ein cowboy, immerhin hat er eine ranch.

aber du, was bist du eigentlich für ein möchtegern? bist du nach costa rica geflohen, weil man hinter dir her ist oder bloß, weil du es hier nicht geschafft hast?

karim massoul
02.11.2009 18:32

Ein "Möchtegern" seinen Sie zu sein,aber das das ist halt so bei den "Verteidigern" der grossen Freiheit in LA.

Doktor Leid
01.11.2009 14:23
Ohne Stil.

Jacques Vergès 2
01.11.2009 01:20

Wiso muss man eigentlich jedes mal abwarten bis die USA ihren Senf zu etwas abgibt ?
Darf man überhaupt noch irgend was machen ohne das es die Yankees absegen müssen ?

Joschi100
31.10.2009 19:50

Bei aller Sympathie für Zelaya, aber eine Frage muss hier erlaubt sein: Wie kann man ein solches Abkommen unterschreiben, ohne sich vorher auf einen Zeitplan zu verständigen?
Da begibt man sich in äußerst unsichere Hände, indem man sich quasi jenen Kräften ausliefert, die einem vor 4 Monaten in die Wüste geschickt haben und andererseits begnügt man sich mit einer Wischiwaschi-Formulierung.
Das peinliche daran ist, dass man den Putschisten jetzt nicht mal mehr einen Vorwurf machen kann, denn alles läuft nach Plan und unter dem prangert die Unterschrift von Zelaya.
Das wird also so ablaufen, dass irgendwann im Jänner endlich der CN die Wiedereinsetzung beschließt, Herr Zelaya gerade mal das Klo seines Amtssitzes benützen kann und das war es.

uebel
02.11.2009 13:30

Im Abkommen wurde die Bildung einer "Regierung der Nationalen Versöhnung" bis Donnerstag festgeschrieben.

NONE
01.11.2009 00:15

Wieso - es mag ja hinter den Kulissen Zusagen gegeben haben z.Bsp auf Druck der USA hinaus.

Und der Rest der zivilisierten Welt schaut auch genau hin wie die USA reagieren. Man kann doch nicht ein Abkommen an einem Tag loben, und nach 1 Monat ist genau der selbe Putschzustand vorhanden - nicht einmal die USA können derart stümperhafte Diplomatie machen.

Joschi100
01.11.2009 01:00

Und was ist, wenn es keine Zusagen gegeben hat und sich auch niemand an Zusagen erinnern kann? Gilt dann ihr "derart stümperhaft" für Zelaya, der ja seine Unterschrift unter dieses Dokument setzte, egal, ob von den USA ausgehandelt, mitverhandelt oder sonst was. Oder wollen sie behaupten, dass ihn da jemand zur Unterschrift gezwungen hat?

Jacques Vergès 2
31.10.2009 17:47

"Ihr falle kein anderes lateinamerikanisches Land ein, das einen Bruch in seiner demokratischen und institutionellen Ordnung durch "Verhandlung und Dialog" überwunden habe, sagte Clinton in Pakistan. "

Leidet diese Frau unter Gehirnschwund ?

Es war doch die USA die Anit Demokratie Bewegungen in Lateinamerika unterstützt hat und Dikatatoren einsetzte ! Natürlich vor der Clintoehra aber man sollte glauben in den Amerikanischen Geschichtsbüchern steht die Wahrheit !

Linke Länder Lateinamerikas vereinigt euch !

Querschädl
01.11.2009 09:41
sehr lustig

Vereinigungen linker Länder haben sich ja historisch bestens bewährt und den Bewohnen immer gewaltige Fortschritte gebracht ...

Wieso immer diese Stereotype und Rezepte aus dem letzten Jahrtausend, die nichts als noch mehr Leid über die dort lebenden Menschen gebracht haben?

Jacques Vergès 2
01.11.2009 10:31
Wann hat Chavez jemals leid über die eigene Bevölkerung gebracht ?

Seit er an der Macht ist haben die Ärmeren Bürger im Land auch mal was von den Öl und Gas Einnahmen ! (Das gilt auch für Morales)
Und wenn er ständig gegen die USA protestiert dann find ich das vollkommen Ok er lasst sich wenigstens nicht zum Sklaven machen sowie die Rechte Regierung in Kolumbien.
Und wenn er Angst vor US-Interventionen hat dann ist diese ebenfalls durch aus berechtigt wenn man bedenkt das z.B. der Irak der USA NIE ein Haar gekrümmt hat. Im gegenteil zuerst Rüstet die USA den Iran und Irak mit Waffen auf damit sich beide gegenseitig abnutzen. Und dann wundern die sich das sie hinterher nicht mehr so beliebt sind. Und trotzdem hat Saddam den Amerikanern nie mit Gewalt gedroht. Ich finde Leute wie Chavez haben das gut erkannt

Horst Holger
03.11.2009 23:55
Sie waren noch nie im Land, richtig?!

warum tun Sie es sich nicht mal an und überzeugen Sie sich vor Ort von den "Erungenschaften" unter Chavez:
- Armut wie noch nie (wo sind die Einnahmen aus dem Öl?)
- Mangel an allem (v.a. Lebensmittel)
- Korruption wie noch nie dagewesen
- Kriminalität wie noch nie dagewesen
- Misswirtschaft und darniederliegende Wirtschaft
- Inflation jährlich über 30% (Rekord in LA!)
Wahrlich viel hat er geleistet, der kleine Hugo! Alles was er geschafft hat, ist tatsächlich (noch mehr) leid über die Bev. zu bringen, das haben seine Vorgänger nicht geschafft.
Wikipedia allein bildet nun mal nicht, Herr Verges2! Fahren´s mal hin, ist nicht mal so teuer, ist besser wie jede Webseite!

karim massoul
04.11.2009 10:38

....fahren sie mal hin.....und Sie Horst-Holger????

Querschädl
01.11.2009 11:09
naja

... über Chavez läßt sich einmal ganz grundsätzlich demokratiepolitisch streiten, egal ob er nun "rechts", "links" oder was weiß ich wo steht.

Soviel positives er für einige armen Bevölkerungsschichten getan haben mag, so negatives hat er z.B. mit der Pressefreiheit, seinem Dauerherrschaftsanspruch oder auch seiner grundsätzlichen Wirtschaftspolitik angerichtet. Aus Enteignungen hat sich unter dem Strich noch nie was gutes ergeben ...

Jacques Vergès 2
01.11.2009 16:33

naja über die Verfassungsänderung hat er wenigstens abstimmen lassen.
Schau an nicht mal in Österreich darf man abstimmen wenn es zu einer Verfassungsändrung kommt Stichwort Eu-Vertrag.

Und das mit der Pressefreiheit naja :) der ORF ist da glaub ich mittlerweile hinter Venezuela angelangt hihi
sovie dazu!

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