Finito bei Ferrari - Den Iceman lässt's kalt

31. Oktober 2009, 12:58
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Räikkönen zum letzten Mal im roten Renner - 2010 im McLaren oder in der Rallye-WM im Einsatz

Abu Dhabi - Finito! Nach 52 Rennen, dem Weltmeister-Titel 2007 und 9 Grand-Prix-Siegen im Ferrari ist für Kimi Räikkönen am Sonntag nach dem Grand Prix in Abu Dhabi Schluss beim italienischen Traditionsteam. Einen neuen Arbeitgeber hat der Finne noch nicht. Nur eine Rückkehr zu McLaren-Mercedes sei eine Option in der Formel 1. Ansonsten kommen für den Ex-Weltmeister nur ein Wechsel in die Rallye-WM oder eine Auszeit infrage.

Leisten könnte sich der aktuelle Bestverdiener der Königsklasse eine solche Pause locker. Da sein Vertrag eigentlich auch noch für die kommende Saison galt, drückt ihm Ferrari angeblich 17 Millionen Euro Abfindung in die Hand, wenn er kein neues Team findet, ansonsten immer noch stolze zehn Millionen.

Während die Formel 1 der Entscheidung Räikkönens entgegenfiebert, weil sie das Fahrerkarussell mächtig in Schwung bringen dürfte, lassen den "Iceman" die Diskussion und Spekulationen offensichtlich kalt. Es war auch nicht anders zu erwarten. "Ich kann machen, was ich will", gab der gern wortkarge Finne mit gewohnt gelangweiltem Gesichtsausdruck in Sachen Zukunft zu Protokoll.

Hinterm Steuer fühlt sich Räikkönen sichtlich wohler als hinterm Mikrofon. "Privat, wenn die Kameras nicht da sind, dann redet er auch", sagte sein deutscher Formel-1-Rivale Sebastian Vettel Anfang dieses Jahres bei einem Fernsehauftritt über Räikkönen und fügte schmunzelnd hinzu: "Unter dem Einfluss von dem ein oder anderen Getränk redet er auch gerne mehr."

Sportliche Gründe zum Feiern hatte Räikkönen in dieser Saison nicht viele. In Spa-Francorchamps, wo Draufgänger im Cockpit gefragt sind, fuhr der Finne seinen einzigen Sieg bis zum Finale in den Emiraten ein. Nach einer völlig verpatzten ersten Saisonhälfte mit nur zehn Punkten aus neun Rennen startete Räikkönen mit dem Ferrari dann aber noch so gut durch, wie es sein Dienstwagen zuließ. Das Ergebnis: 28 Punkte in den bisher letzten sieben Läufen. Zum Vergleich: Weltmeister Jenson Button kam im selben Zeitraum nur auf 21 Zähler. Und doch gab es in den Planungen bei Ferrari keinen Platz mehr für den Finnen.

Mit einer spanischen Großbank als Sponsor war vielmehr der Weg für den zweifachen Ex-Weltmeister Fernando Alonso bei der Scuderia frei. Der Brasilianer Felipe Massa, im Vorjahr Vizeweltmeister, ist nach seinem schweren Unfall in Ungarn Ende Juli für die kommende Saison gesetzt. Ein Angebot von Toyota schmettere Räikkönen ab, in der Formel 1 komme für ihn nur im McLaren-Mercedes infrage: Für die Silberpfeile fuhr er bereits von 2002 bis 2006. Sein Debüt in in der Formel 1 hatte Räikkönen für das damalige Sauber-Petronas-Team 2001 gegeben. Wohin es nun geht, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen. "Wir werden sehen, was geschieht", meinte der Finne - ohne große Regung. (APA)

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    Räikkönen nimmt den Abschied cool wie ein Eisberg

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