Run auf Brot und Hilfe

30. Oktober 2009, 19:10
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Hochbetrieb in Caritas-Stellen, Sammlung im November

Wien - Wenn es die Regierung ernst meine mit der Armutsbekämpfung, sagt Caritas-Präsident Franz Küberl, müsse sie in Sachen Mindestsicherung "Gas geben". "Denn die kleinen Leute spüren schon, für wen der Staat da sein will, für die Hypo Alpe Adria oder für sie." Seit dem Ministerrat im Sommer, bei dem man sich auf einen diesbezüglichen Gesetzesentwurf geeinigt habe, herrsche allerdings Stillstand.

Rund eine Million Menschen sind in Österreich derzeit arm oder in Gefahr, in die Armut abzurutschen. Für viele seien Caritas-Einrichtungen der letzte Zufluchtsort, sagt Küberl. "Und wir spüren deutlich, dass es mehr Menschen schlechter geht." In der Wohnungslosen-Ausspeisung Marienstüberl in Graz etwa sei lange nicht mehr so viel Brot verteilt worden wie in den letzten Monaten. Auch in den 33 Sozialberatungsstellen und den 25 Wohnheimen der Caritas herrscht laut Küberl derzeit Hochbetrieb.

Die römisch-katholische Hilfsorganisation sammelt im November traditionell für notleidende Menschen in Österreich. "Deine Spende kann Wunder wirken" lautet heuer das Motto (Kontonummer: 7.700.004, PSK).

Trotz Krise spendabel

Im vergangen Jahr kamen bei der November-Sammlung 2,2 Millionen Euro zusammen. Trotz beginnender Wirtschaftskrise blieben die Österreicher damit gleich spendabel wie in den Jahren davor - was man bei der Caritas vor allem auf die Einführung der Spendenabsetzbarkeit für sogenannte mildtätige Organisationen zurückführt. "Ich hoffe, es kommt auch heuer wieder so viel - oder noch mehr zusammen. Wir brauchen's nämlich dringend", sagt Küberl.

Finanziert werden mit den Spendengeldern unterschiedlichste Einrichtungen: vom Wohnheim für junge Erwachsene Juca in Wien-Ottakring über das Haus Elisabeth für wohnungslose Frauen und ihre Kinder in Graz bis zur Männer-WG Hartlauerhof in Asten bei Linz. (stem, DER STANDARD Printausgabe, 31.10./01.11.2009)

 

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