Behinderung ist queere Kultur

30. Oktober 2009, 19:15
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Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der an.schläge wurde in Zusammenarbeit mit den "Queers on Wheels" konzipiert

Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe wurde in Zusammenarbeit mit den "Queers on Wheels" konzipiert und macht die politische Selbstorganisierung von Menschen mit Behinderung bzw. Lernschwierigkeiten und deren Forderungen sichtbar.

Seit dem 26. Oktober ist in Österreich die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein Jahr in Kraft. Mit der Ratifizierung dieses Dokuments hat sich der Staat dazu verpflichtet, die Inhalte der UN-Konvention umzusetzen und die österreichischen Bundes- und Landesgesetze in Einklang zu bringen. Dies betrifft zahlreiche Bereiche wie etwa den barrierefreien Zugang zum Recht, den Bildungssektor oder die Wahl- und Entscheidungsfreiheit für Wohn- und Arbeitsformen. An der schleppenden Umsetzung der Konvention wird hier wie anderswo - das internationale, völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen wurde von achtzig Staaten unterschrieben - jedoch zunehmend Kritik laut.

Die UN-Konvention definiert Behinderung ganz im Sinne des Leitspruchs "Behindert ist, wer behindert wird" - nämlich an der wirksamen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Etablierung dieser Perspektive sowie die Tatsache, dass es überhaupt eine Konvention gibt, ist vor allem den emanzipatorischen "Behinderten"bewegungen zu verdanken, die seit Jahrzehnten für das Recht auf politische Selbstvertretung und Selbstbestimmung, für Gleichstellung und Antidiskriminierung kämpfen. (red)

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    foto: cover an.schläge
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