FACC im Halbjahr operativ im Minus

30. Oktober 2009, 19:06
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Der kürzlich nach China verkaufte Flugzeug-Zulieferer will die Auslagerung in Niedriglohnländer forcieren

Wien - Der kürzlich von der chinesischen XAC übernommene oberösterreichische Flugzeugzulieferer Fischer Advanced Composite Components (FACC) ist zwar im ersten Halbjahr 2009/10 operativ (Ebit) noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht, nach Einrechnung des Finanzergebnisses aber wieder im Plus. Das Ergebnis vor Steuern hat sich von -13,0 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2008/09 auf 21,7 Mio. Euro verbessert. Auch im zweiten Quartal drehte das Ergebnis vor Steuern wieder ins Positive. Der Umsatz ist im Halbjahr um 7,3 Prozent auf 119,0 Mio. (128,5 Mio.) Euro zurückgegangen, geht aus dem am Freitag veröffentlichten Halbjahresbericht hervor. Künftig soll die Auslagerung von Produktionsprogrammen in Niedriglohnländer forciert werden.

Im zweiten Quartal hat die FACC mit 66,1 Mio. um 1,6 Prozent mehr umgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (65,1 Mio.). Das Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) hat sich von -4,7 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008/09 auf -5,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009/10 verschlechtert. Im zweiten Quartal drehte das EBIT dann ins Positive (+4,4 Mio. Euro nach -354.000).

Nach Steuern blieben der FACC im ersten Halbjahr 13,6 Mio. Euro (-12,9 Mio.). Im zweiten Quartal verbesserte sich das Ergebnis nach Steuern auf 6,7 Mio. (-5,8 Mio.) Euro. Der schwächere Dollar habe u. a. Kosteneinsparungen und Preiserhöhungen teilweise aufgezehrt, hieß es im Halbjahresfinanzbericht.

Programmverzögerungen bei Boeing

Das Eigenkapital belief sich zum 31.8.2009 auf 115,3 Mio. (109,9 Mio.) Euro. Die Nettoverschuldung bei Banken hat sich dank Einmalerlösen und geringerer Investitionstätigkeit um 32,2 Prozent auf 59,5 Mio. (87,9 Mio.) Euro reduziert. Per Ende August beschäftigte die FACC 1.593 (1.601) Mitarbeiter.

In den vergangenen Monaten hat die FACC die Luftfahrtkrise massiv zu spüren bekommen. Bei der Boeing 787 gebe es Programmverzögerungen, der Verkaufseinbruch am Business Jet Markt ließen die Umsätze im Bereich Engines um 35 Prozent zurückgehen. Die Umsätze entwickelten sich in den beiden Geschäftsfeldern Structures und Interiors gegenläufig. Während der Bereich Structures im zweiten Quartal einen Anstieg von 40,9 Mio. auf 50,1 Mio. Euro aufwies und im Halbjahr von 78,2 auf 83,0 Mio. Euro gewachsen ist, kam es im Feld Interiors zu deutlichen Einbrüchen von 24,1 Mio. auf 16,0 Mio. Euro (Q2) bzw. von 50,3 Mio. auf 36,1 Mio. Euro (Halbjahr).

Die Werke der FACC, die ursprünglich für Neuprogramme (Boeing 787, A380) geplant gewesen waren, sollen nun mit Forschung und Entwicklung ausgelastet werden. Außerdem erhöht die FACC AG ihre Anstrengungen, Produktionsprogramme in Niedriglohnländer auszulagern, um sich gegen den Dollarverfall abzusichern. Die Übernahme durch die XAC sowie die Zusammenarbeit mit Mubadala (Naher Osten), Tata (Indien) und UAC/Aerocomposite (Russland) würden diesen Schwerpunkt verstärken. (APA)

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