STANDARD-Interview

"Da denkt man nicht nach"

30. Oktober 2009 19:04
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    Foto: apa/fohringer

    Gunnar Prokop: "Wer sich selbst bewegt, interessiert sich später oft auch für Spitzensport."

Handball-Trainer Gunnar Prokop sorgte für Eklat und sieht Sport hierzulande auf Fußball und Ski reduziert. Schuld daran seien Politik und Medien

Standard: Sie laufen gegen Metz bei 27:27 auf das Feld, rempeln eine französische Spielerin um und sagen nachher, Ihr Verhalten sei okay gewesen. Geht's Ihnen noch gut?

Prokop: Jetzt hab ich drüber geschlafen. Es war eine Kurzschlussaktion. Aber vom taktischen Gesichtspunkt her richtig, wir hätten schließlich sonst verloren. Die Sperre nehm ich in Kauf. Ob's mir leidtut? Der Spielerin ist ja nichts passiert. Wär ihr etwas passiert, würd's mir sehr leidtun.

Standard: Sind Sie, ist Handball in Österreich auf solche Aktionen angewiesen, um beachtet zu werden?

Prokop: Noch einmal, ich hab die Entscheidung in einem Bruchteil einer Sekunde getroffen. Da denkt man nicht nach. Stimmt schon, unser Handball hat international kaum einen Stellenwert - mit Ausnahme von Hypo. Bregenz etabliert sich im Europacup nicht wirklich. Beim Frauen-Team geht's bergab. Die Männer haben mit der Heim-EM eine große Chance. Die Frage ist, ob der Handballbund diesmal etwas daraus macht.

Standard: Wieso "diesmal" ?

Prokop: Es gab 1992 eine Männer-B-WM und 1995 eine Frauen-WM in Österreich, da wie dort herrschte große Euphorie, da wie dort hat man genau gar keinen Nutzen daraus gezogen. Es ist nichts passiert.

Standard: Was hätte passieren sollen oder können?

Prokop: Wir wollten mit dem Frauen-Team auf Österreich-Tournee gehen. Hätten am Vormittag zwei, drei Schulen besucht, am Abend Exhibitions gespielt. Aber vom ÖHB ist keine Unterstützung gekommen. Man muss Ideen haben. Warum sollen die Ideen immer von mir kommen? Zugegeben, anderen Sportarten geht's ähnlich. In der Leichtathletik waren wir sehr erfolgreich, die Leichtathletik ist jetzt auch am Boden.

Standard: Ist Handball in Österreich eine Randsportart?

Prokop: Wenn ich Hypo wegnehme, sicher. Hypo war achtmal Champions-League-Sieger, war noch vorvorige Saison im Finale.

Standard: Hypo ist doch ein lokales Phänomen, das österreichweit nicht wahrgenommen wird.

Prokop: Jein. Uns geht's punkto TV-Übertragungen relativ gut, wir sind oft live zu sehen. Natürlich kann man sagen, wenn man Fußball und Skisport ausnimmt, dass Sport in Österreich fast nicht existent ist. Es ist auch wurscht, welche Zeitung du hernimmst - fast jede müsste ihre Sportseiten eigentlich Fußball- oder Ski-Seiten nennen.

Standard: Anderswo spielt sich halt auch in anderen Sportarten mehr ab. In deutschen Dörfern kommen Tausende zu Handballspielen.

Prokop: Dort hat Handball so viele Zuseher wie bei uns Rapid. Aber wenn zu Rapid 8000 oder, von mir aus, 17.000 kommen - sollen das für eine Stadt wie Wien vielleicht viele sein?

Standard: Aber wie viele Österreicher sehen sich Handball an?

Prokop: Der Österreicher ist ein Sportmuffel. In Deutschland sind auch beim Judo oder Turnen die Hallen voll. Dabei ist der Spitzensport gar nicht das Wichtigste.

Standard: Was ist wichtiger?

Prokop: Dass im Kindergarten und in der Schule das Interesse an Bewegung geweckt wird. Wer sich selbst bewegt, interessiert sich später oft auch für Spitzensport.

Standard: Gusenbauer setzte Arbeitsgruppen ein, um herausfinden, wie der Sport zu fördern wäre. Auch Sie haben mitgewirkt. Was blieb davon, was wurde umgesetzt?

Prokop: Das sind sehr anständige Unterlagen geworden. Einige dieser Ansätze würden nicht einmal etwas kosten, die wären ganz leicht umzusetzen. Aber dann kommt der nächste Minister, legt das alte Papier weg und bildet eine neue Strukturkommission.

Standard: Also wurde, Ihrer Meinung nach, nichts umgesetzt?

Prokop: Unsere Politiker stehen am Flughafen, wenn jemand etwas gewonnen hat. Aber wie viel Platz hat Sport in den politischen Programmen? Ob Darabos etwas weiterbringt? Ich weiß es nicht. Ich bin in keiner Arbeitsgruppe mehr.

Standard: Sie bringen sich auch im Handballbund nicht mehr ein. Eine Zeitlang war Hypo praktisch identisch mit dem Nationalteam, da gab's auch Erfolge auf Team-Ebene.

Prokop: Wir haben WM- und EM-Medaillen geholt. Hypo hat halt auch über vieles hinweggetäuscht. Seit 1999 ist es beim Team ein Dahinvegetieren. ÖHB-Präsident Gerhard Hofbauer wollte mich nicht mehr, hat gesagt, meine Zeit sei abgelaufen. Damit war die Geschichte für mich erledigt.

Standard: Würden Sie sagen, dass Sie als, wie Sie von vielen genannt werden, Handball-Zampano Ihre Mission erfüllt haben?

Prokop: Was heißt schon "Mission erfüllt" ? Ich habe im Sport keine Mission zu erfüllen, mir macht der Sport einfach Spaß. Man ist im Sport nie am Ziel oder fertig, das Gewinnen bleibt immer schön. Klar will ich noch einmal die Champions League gewinnen.

Standard: Bedauern Sie ab und zu, Ihre Erfolge nicht im Männersport erzielt zu haben? Die Aufmerksamkeit wäre wohl größer gewesen.

Prokop: Das ist mir wurscht. Was ich tue, tue ich nicht, um aufzufallen, sondern, wie gesagt, weil es mir Spaß macht. Ich arbeite gerne mit Frauen. Sie lassen sich vielleicht nicht so leicht auf ein Ziel fokussieren wie Männer, aber wenn man sie einmal überzeugt hat, kann man mit Frauen leichter arbeiten. Dann lassen sie sich nicht mehr ablenken.

Standard: Und die Konkurrenz ist bei den Frauen wohl kleiner.

Prokop: Das war einmal. Heute ist auch Frauen-Handball in vielen Ländern athletisch und schnell.

Standard: Was trauen Sie Österreichs Männern bei der Heim-EM im Jänner zu?

Prokop: Ich glaube, dass Teamchef Dagur Sigurdsson ein guter Mann ist, der Handball versteht. Aber er ist falsch eingesetzt. Er trainiert in Deutschland einen Klub und nebenbei unser Nationalteam. Das ist problematisch. Fürs Team spricht, dass es etliche Legionäre gibt, die in wirklich starken Ligen spielen. Wenn eine ähnliche Euphorie wie 1992 entsteht, kann vielleicht eine Sensation gelingen. Und das Überstehen der Vorrunde wäre schon sensationell. (Mit Gunnar Prokop sprach Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE 31.10. 2009)

Zur Person:
Gunnar Prokop (geb. am 11. 7. 1940 in St. Pölten), war Trainer der Fünfkämpferin Liese Sykora, die 1965 seine Frau, 1968 Olympia-Zweite, 1969 Weltrekordlerin und 2004 Innenministerin wurde. Ab 1972 baute er Hypo Südstadt (später Hypo Niederösterreich) auf (seit 1977 stets Meister, acht Champions-League-Titel). Seit Juli ist er wieder Chefcoach.

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Helel ben shachar
10.11.2009 13:05
bin ich der Einizige dem schlecht wird...

wenn der Prokop über die Arbeit mit Frauen redet?

das soll jetzt überhaupt net lustig sein sondern bezieht sich einfach nur auf die Situation und auf Gerüchte und Sprüche die man mitbekommt wenn man in der Südstadt lebt...

Rondocor
02.11.2009 14:20
Hätte er meiner Tochter diesen CHECK gegeben würde der Sensenseppl ARBEIT haben. WETTEN! Ein widerlicher Schweißsack!

GS1100 R
02.11.2009 14:11
geisteskrank

bei dem guten mann ist sicher eine schraube locker. ich glaube nicht, dass er das aus reflex gemacht hat, das war sicher wohl durchdacht. der sollte mal zum "vogeldoktor" gehen und sich untersuchen lassen. die sollen in seinem tiefsten inneren herumstöbern. nach dem gutachten kann er den trainerjob an den nagel hängen und die "nichtraucherjacke" überstreifen.

bewusstsein
02.11.2009 11:02

wer nicht verlieren kann, hat den sieg nicht verdient.

justaguy
02.11.2009 10:42
was für ein irrer

Der typ ist gemeingefährlich. reiner Zufall dass nichts passiert ist. Lebenslange Sperre.

grog
 
01.11.2009 19:48
Wenn der Handball

in Ö solche Typen hervorbringt, dann ist es eh gescheiter, wenn dieser Sport keine Zuschauer hat.

§83SPG
01.11.2009 16:37

Dieser Mensch hat keine Ahnung, um was es beim Sport geht. Nur "Gewinnen" ist zu wenig, da kann man auch Karten spielen.

Michael B
01.11.2009 14:00
Wäre die gefoulte Spielerin nicht so perplex gewesen,

und wäre zu ihm hingegangen, als er grinsend am Spielfeldrand stand, und hätte ihn fest in die Eier getreten - wäre sie leider auch ausgeschlossen worden. Das ist das ungerechte an der Sache...

Dante Alighieri
01.11.2009 13:25

"Da denkt man nicht nach" (bzw. da hetzt man lieber -- aufs Spielfeld / gegen Menschen) dürfte das Motto der Prokops sein.

mitrovic dejan
01.11.2009 13:20
Gunnar Prokop

Ist der Gate von Ex-Innenministerin Lise Prokop.Und macht fiser Atacke gegen Weibliche geschlecht.In dem Fall eine Yugo Frau Ognjenovic nummer 21.Dabei grins so blüd und lacht uns alle in gesicht.Keine reue weit und breit.Man habe gefül er ist soga stolz drauf.So ein Psycho.Von Tageszeitung in heutige ausgabe von "Österreich" soga als Österreicher der woche ??? tituliert ist.Das sollte alles Sport sein.Jetzt weist ich warum Yugos mögen keine Polizisten mehr.Danke hern Prokop ihre gestorbene Frau würde sich jetzt am Allerheiligen in eigenen Grab umtrehen,bei so vill feirness und Vorbild.

knievel
03.11.2009 13:10

meine güte, wann hören sie eigentlich endlich mit ihren absichtlichen rechtschreibfehlern auf?
glaubt ihnen doch kein mensch dass sie österreich, tageszeitung, tituliert und allerheilgen richtig schreiben und dann zu 'blüd' für 'blöd' sind...

addicted
01.11.2009 14:12
klar

war eine rein rassistisch motivierte tat und somit alle Yugos Opfer...

Gehts noch?

Gerade der Sport (Agesehen von den "Fans") ist eine halbwegs Rassistenfreie Zone. (weil eben der Dialog mit anderen besteht)

Gerda Soros
01.11.2009 11:12
Prokop hat enorme Verdienste um den öst. Handballsport, dennoch extrem lange Sperre wünschenswert

Falls Prokop mit einer kurzen Sperre davonkommt, wäre dies eine enorme Einladung zu Rowdietum in den Stadien und Sporthallen. Was spräche dann dagegen, dass die eigenen Betreuer einen durchbrechenden gegnerischen Stürmer mit einem Lasso einfangen, einen Hund auf ihn hetzen, den Ball mit einem Luftdruckgewehr untauglich schießen usw.
Ich schätze Prokop wegen seines unbedingten Erfolgwillens. Es ist unglaublich, was er dadurch im Handball erreichen konnte. Hier hat er den Bogen überspannt. Alles andere als eine vielleicht sogar lebenslängliche Strafe wäre unverständlich.

*Fuzzy Logic*
01.11.2009 10:11

Aso, es tut ihm also nicht einmal leid, weil ja nichts passiert ist!? D.h. er hätte Verständnis dafür, wenn das die Regel wäre und nicht die Ausnahme, wenn das einfach alle machen würden und bei jedem Spiel der Trainer als Rambo auftritt?!

Solche Ehrgeizler trifft man mMn. nur, wenn man ihnen wegnimmt woran sie am meisten hängen: und das ist der sportliche Erfolg. Daher sofortige, lebenslange Sperre (Hypo kann von mir aus weiter mitspielen, weil die Spielerinnen ja für den Trottel nichts können).

Absolut kein Verständnis. Das kann er von mir aus beim Schnapsen im Wirtshaus probieren - da bekommt er dann wenigstens ordentlich eine in die Goschen!

Killbill2
31.10.2009 19:29
Prokop muss wie Briatore bestraft werden ...

... lebenslänglich soll er nie wieder ein Sportteam trainieren/managen dürfen ...

oxy
oxyauranus
31.10.2009 19:14
leider trainiert er damenmannschaften,

was wäre wohl passiert, wenn er das mit dem karabatic gemacht hätte?

andi wu
01.11.2009 11:57

Oder er wird Boxtrainer und macht das mit Nikolai Valuev ;-)

i sog da wos:
31.10.2009 18:24
Herr Prokop, was sag ich meinem Sohn?

Hr. Prokop, was bitte soll ich meinem Handball-begeisterten 8-jährigen jetzt erzählen, der das gesehen hat??! Und Sie grinsen dabei auch noch die ganze Zeit! Dass Entscheidungen in einem Bruchteil einer Sekunde fallen, da denkt man nicht nach???! Na, super Antwort! Und Sie wundern sich, daß Handball Nachwuchs-Sorgen und keinen Stellenwert in Österreich hat? Bei solchen Vorbildern KEIN WUNDER!!! Sie sollten sich lautstark entschuldigen, das Match gehört annuliert und Sie lebenslang von der Bank gesperrt. Alles andere wäre gegenüber dieser und den nächsten Handball-Generationen nicht im geringsten vertretbar!

Hellex
31.10.2009 23:08
Haben Sie das nicht auch über

den Kohl geschrieben? Mal was neues, bitte!

rapidfans.at
01.11.2009 11:06
warum?

wenn`s wahr ist!

Wasmichstört
31.10.2009 19:36
Halten Sie sicherheitshalbe...

...auch alles zu Radsport und Biathlon und so im Giftschrank... Spitzensport ist mittlerweile jugendgefährdend unterwegs!

addicted
31.10.2009 19:18
drama groß

sagen sie ihm einfach das der mann einen fehler gemcaht hat und er deswegen bestraft wird!
wenn er handball spielt wird er häufig mit solchen situationen konfrontiert werden....

Standarddurchschnittsposter
31.10.2009 21:42

Ich bin kein Handballspezialist aber mit auf das Spielfeld laufenden Trainern muss man glab ich eher nicht rechnen.

addicted
31.10.2009 22:48
trainer

ja natürlich nicht täglich,
hab ich aber auch shcon min. 2 mal gesehen.

derHirschi
01.11.2009 09:31

...scheint ja eine großartige und faire Sportart zu sein, dieses Handball, wenns von einigen hier auch legitimiert wird.

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