Conwert beherrschte Eco

30. Oktober 2009, 17:29
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Die Übernahmekommission sah in einem noch unveröffentlichten Bescheid eine Beherrschung

Die Übernahmekommission sah in einem noch unveröffentlichten Bescheid eine Beherrschung der Eco Business Immobilien durch die Conwert-Gruppe. Ein Teil der Aktien ging nun an einen Treuhänder.

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Wien - Ein noch nicht veröffentlichter Bescheid der Übernahmekommission sah Handlungsbedarf der Conwert bei der Eco Business Immobilien. Aufgrund des Stimmverhaltens bei einer Hauptversammlung schloss die Behörde auf eine Beherrschung der Eco durch Conwert, Wiener Privatbank sowie deren Organe Günter Kerbler, Johann Kowar und Ex-Eco-Chef Friedrich Scheck. Zusammen hätten sie mit 32,5 Prozent die Kontrollschwelle von 30 Prozent überschritten.

Um kein Übernahmeangebot machen zu müssen, wurde ein Teil der Eco-Aktien (4,5 Prozent) an einen Treuhänder übertragen. Scheck verkaufte zudem seine 832.731 Eco-Aktien, was ihm etwa 3,2 Mio. Euro brachte, weit weniger, als er ursprünglich bezahlt hatte. Die auf die Revitalisierung von Zinshäusern spezialisierte Conwert sowie die Privatbank Kerbler und Kowar halten nunmehr 28,08 Prozent an der Eco. Die vom Treuhänder gehaltenen Aktien sind solange nicht stimmberechtigt, bis der Conwert-Anteil auf 26 Prozent sinkt.

Die 30 Prozent wurden deshalb überschritten, weil Eco-Aktien, die in Publikumsfonds der Wiener Privatbank waren, sowie die Handelsbestände der Wiener Privatbank aus dem Market-Making der Conwert-Gruppe zugezählt wurden.

Ob es am Ende nicht doch zu einer Fusion von Conwert und Eco kommt, könne derzeit niemand sagen, behaupten Involvierte. Nach dem überraschenden Abgang von Scheck in der Vorwoche müsse nun an einer neuen Strategie für das auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Unternehmen gearbeitet werden. In Osteuropa, wo zuletzt expandiert wurde, sei der Markt jedenfalls tot. Aber auch in Graz und Wien sollen Gebäude halbleer stehen, das Bauprojekt in der Ukraine verzögert sich. Geleitet wird Eco nun von Vorstand Wolfgang Gössweiner und Aufsichtsratschef Alexander Schöller. Scheck ist nicht der einzige Abgang: Auch Andreas Nittel, Chef der Hausverwaltungstochter Resag und Eco-Aufsichtsrat, verlässt die Gruppe. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.10./1.11.2009)

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