Elektronik- und Chipkonzerne signalisieren Erholung

30. Oktober 2009, 15:33
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Branchenführer Samsung verbuchte bereits im abgelaufenen Quartal einen Rekordüberschuss

Die führenden asiatischen Technologiekonzerne haben mit robusten Zahlen und optimistischem Ausblick die Hoffnung auf eine Erholung der krisengeschüttelten Branche geschürt. Die weltgrößten Elektronikkonzerne Sony und Panasonic hoben am Freitag dank Kosteneinsparungen ihre Prognosen für das Gesamtjahr an und signalisierten damit, dass das Schlimmste hinter ihnen liegen dürfte.

Der weltweit führende Speicherchiphersteller Samsung Electronics verbuchte dank der anziehenden Nachfrage im abgelaufenen Quartal einen Rekordgewinn und erfreute die Anleger mit einem optimistischen Ausblick für die Branche.

Zuversicht

Die taiwanesischen PC-Hersteller Acer und Quanta zeigten sich ebenfalls zuversichtlich. Am Donnerstag hatten bereits Sharp und Sanyo mit ihren Zahlen Optimismus verbreitet. "Die Nachfrage ist eindeutig wieder da", sagte Acer-Chef Gianfranco Lanci. Selbst Unternehmen begännen zunehmend wieder, neue Computer anzuschaffen. Nach Einschätzung von Analyst Lee Hak-Moo von Mirae Asset Securities werden im kommenden Jahr vor allem jene Sektoren im Aufwind sein, die in diesem Jahr am meisten unter der Krise gelitten haben, etwa die Computerbranche. Die stärkste Erholung sei dabei bei Speicherchips zu erwarten.

Branchenführer Samsung verbuchte bereits im abgelaufenen Quartal einen Rekordüberschuss von umgerechnet rund 2,1 Mrd. Euro. "Samsung hat während des gesamten Jahres 2009 einen großen Fortschritt bei der Stärkung seiner Position als Marktführer erzielt", sagte Investor Relations-Chef Robert Yi. "Wir glauben, dass der Ausblick für weiteres Wachstum positiv ist, da sich die weltweite Konjunkturerholung im kommenden Jahr fortsetzen wird." Das laufende Quartal beurteilte der Samsung-Manager hingegen pessimistischer. Trotz einer höheren Nachfrage nach Elektronikgütern in der Weihnachtszeit könnten die Abwertung des Won und hohe Werbekosten im Vergleich zum Vorquartal zu einem Gewinnrückgang führen, warnte Yi.

Regierungsinitiative zum Kauf von energieeffizienten Haushaltsgeräten

Panasonic schrieb nach drei Quartalsverlusten in Folge wieder schwarze Zahlen. Der operative Gewinn des weltgrößten Plasma-TV-Herstellers lag im zweiten Quartal bei umgerechnet rund 364 Mio. Euro nach 878 Mio. Euro vor einem Jahr. Dabei profitierte Panasonic vor allem von soliden Verkaufszahlen von hochwertigen DVD-Rekordern. Auf dem Heimatmarkt kam dem Hersteller von "Viera"-Fernsehern und "Lumix"-Digitalkameras eine Regierungsinitiative zum Kauf von energieeffizienten Haushaltsgeräten zugute. Für das Geschäftsjahr bis Ende März schraubte der Konzern seine Prognose um 60 Prozent nach oben und rechnet nun mit einem operativen Gewinn von knapp 890 Mio. Euro.

Der japanische Elektronikriese Sony verbuchte wegen einer schwachen Handy-Nachfrage und Preissenkungen für seine Spielekonsole "Playstation 3" zwar den vierten Quartalsverlust in Folge. Mit umgerechnet 242 Mio. Euro fiel der operative Fehlbetrag jedoch geringer aus als von Analysten erwartet. Zudem blickt der Konzern nun zuversichtlicher auf das bis Ende März 2010 dauernde Geschäftsjahr und rechnet nun nur noch mit einem operativen Verlust von 445 Mio. Euro statt 816 Mio. Euro.

Mit Blick auf das Jahresendquartal zeigte sich Finanzchef Nobuyuki Oneda jedoch vorsichtig. Zwar sei die Performance in den beiden zurückliegenden Quartalen besser als erwartet gewesen. Der wirkliche Kampf werde jedoch erst im Weihnachtsgeschäft ausgefochten, betonte Oneda. (APA/Reuters)

 

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