UN-Sonderberichterstatter wollte "diplomatischen Zwischenfall auslösen"
Harare - Der Außenminister Simbabwes, Simbarashe
Mumbengegwi, hat die versuchte Einreise des Sonderberichterstatters
der Vereinten Nationen im Kampf gegen Folter als "Provokation
höchster Rangordnung" bezeichnet. Die Einladung, die
Ministerpräsident Morgan Tsvangirai gegenüber dem österreichischen
Juristen Manfred Nowak ausgesprochen habe, sei ungültig gewesen,
sagte Mumbengegwi am Freitag bei einer Pressekonferenz in Harare.
Nach Angaben der Vereinten Nationen wollte Nowak Berichte über
Angriffe gegen Anhänger Tsvangirais prüfen, für die Kämpfer mit
Verbindungen zur ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe verantwortlich
gemacht werden. Nach seiner Landung in der Hauptstadt Harare hatte
Nowak die Nacht auf dem Flughafen verbringen müssen und wurde dann
nach Südafrika zurückgeschickt. Nowak erklärte, für Donnerstag sei
ein Treffen mit Tsvangirai vereinbart gewesen. Außenminister
Mumbengegwi, ranghohes Mitglied der ZANU-PF, sagte, Nowak habe sich
dem Land aufgedrängt. Dies sei in der Geschichte der UN beispiellos.
"Sie wollten einen diplomatischen Zwischenfall schaffen."
"Ernster diplomatischer Zwischenfall"
Nowak hatte nach seiner Rückkehr nach Südafrika von einem "ernsten
diplomatischen Zwischenfall" gesprochen. Er werde den Vereinten
Nationen empfehlen, darauf zu reagieren.
In Simbabwe gibt es seit Februar eine Einheitsregierung von
Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) mit der ZANU-PF
von Mugabe. Vorangegangen waren eine umstrittene Präsidentenwahl, ein
erbitterter Machtkampf und langwierige internationale
Vermittlungsbemühungen. Mitte Oktober erklärte Tsvangirai jedoch, die
Zusammenarbeit mit der ZANU-PF sei vorläufig beendet. Als Grund gab
er fehlende Kooperation und Menschenrechtsverletzungen an. (APA/AP)