Gasaustritt bei Probebohrungen

30. Oktober 2009, 14:07

Kurzfristig bestand Explosionsgefahr - Keine Verletzten

Wien - Eine unterirdische Gasblase unter der Favoritenstraße hat in der Nacht auf Freitag für Aufregung gesorgt: Nach Bohrungen in 38,5 Metern Tiefe strömte kurz vor 17.00 Uhr Methan aus den Boden und fing Feuer, teilte die Feuerwehr mit. Kurzfristig bestand laut Polizei Explosionsgefahr. Das Verschließen des Bohrloches bereitete den Einsatzkräften Schwierigkeiten: Rund acht Stunden mühten sie sich wegen des zu hohen Gasdrucks vergeblich ab. Knapp vor 2.00 Uhr wurde schließlich ein provisorisches Ableitungsrohr installiert.

Zu dem unerwarteten Gasaustritt kam es bei Sondierungsbohrungen für die geplante Verlängerung der U-Bahn-Linie U1 in Wien-Favoriten. Ziel der Magistratsabteilung für Brücken- und Grundbau (MA 29) war es, dafür die Beschaffenheit des Bodenmaterials zu testen. Dabei trat an der Kreuzung mit der Franz-Koci-Straße Gas aus einem Bohrloch mit 32 Zentimeter Durchmesser aus, durch einen Flämmbrenner fing dies sofort Feuer. Der Brand konnte rasch gelöscht werden, die Feuerwehr stellte unmittelbar am Boden allerdings eine Methankonzentration über der Explosionsgrenze fest.

Aus Sicherheitsgründen sperrten die Einsatzkräfte die Favoritenstraße bis zum Alten Landgut (Verteilerkreis). Auch der Verkehr der Straßenbahnlinie 67 wurde eingestellt, da der Strom des Fahrdrahtes wegen verfrachteter Gasschwaden abgedreht werden musste. Gebäude wurde nicht evakuiert.

Mehrere Versuche das Bohrloch zu verschließen, schlugen wegen des hohen Gasdrucks fehl: Eine schwere Metallplatte wurde wieder hochgehoben und ein Rohrdichtkissen aus der Öffnung katapultiert. Auch die Abdichtung mit Tongranulat oder schwerem Bentonit gelang nicht. Ein Deckel mit Ablassventil brachte ebenfalls nicht den gewünschten Effekt. Nach rund acht Stunden brachten die Einsatzkräfte eine acht Meter hohe Rohrleitung an, durch die das Gas noch am Freitag in die Luft abgeleitet wurde. Erst wenn der Druck sinkt, soll das Rohr verschlossen werden.

Kein Personenschaden

Im Bodenbereich gab es laut Feuerwehr nach dieser Maßnahme keine Gaskonzentration mehr. Personen kamen nicht zu schaden und waren nicht in Gefahr, so die Polizei. Die Totalsperre für den Verkehr wurde um 19.40 Uhr aufgehoben. Die Fahrbahn zwischen Franz-Koci-Straße und Alaudagasse war stadteinwärts bis 3.00 Uhr nicht benutzbar. Laut ÖAMTC kam es zu Verzögerungen und Staus im Bereich des Verteilerkreises Favoriten.

Laut Kurt Wurscher von der MA 29 war der Gasdruck Freitagmittag noch zu groß für eine Abdichtung. Die provisorische Ableitung könnte noch das ganze Wochenende im Einsatz bleiben, meinte er. Wie groß die unterirdische Gasblase sei, sollen weitere Bohrungen ab kommender Woche zeigen. Das Vorkommen von hohen Methangas-Konzentrationen stelle man bei Bauarbeiten immer wieder fest, so Wurscher. "Es kann vorkommen, ist aber kein Standardfall."

Im Bereich der Favoritenstraße befinde sich die geologische Zone aus der die Thermen Oberlaa und Baden ihre heißen Quellen beziehen würden. Es sei daher nicht ungewöhnlich und möglich, dass aus der Tiefe durchgesickertes Gas sich unter eine undurchlässigen Gesteinsschicht gesammelt habe, so Wurscher. (APA)

anemie68
 
01
31.10.2009, 12:31
Hier war früher Sumpf! Kein Wunder ...

... dass hier Methangas zu finden ist. Dieser Vorfall bei den Probebohrungen führt zu der Frage: Um welchen Preis wird die U1 hier verlängert? In den letzten beiden Jahren sind jedes Mal noch höhere Beträge genannt worden. Öffentlicher Verkehr, für den erst der Bedarf geschaffen werden muss! http://rothneusiedl.wordpress.com/
http://www.stoppmegacity.at/

Gerhard Schwarz
 
01
31.10.2009, 20:39

Ein zusätzliches Argument, statt des U-Bahn-Baues in diesem Bereich die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs durch Ausbau des Straßenbahnnetzes sicherzustellen und zu erweitern.

evamacon
02
31.10.2009, 22:28
Johannes Hahn auf ÖVP Wien-Poster

In der ÖVP Wien, 1010 Wien, Lichtenfelsgasse, hängt ein Poster mit Johannes Hahn und dem Spruch "Die U-Bahn soll fahren, wenn man sie braucht" - das ist einfach genial! Mit dem Zusatz "in ganz Europa" hätte man schon eine Zukunftsvision, die eines EU-Kommissars würdig ist!
Und der Fasching hat noch nicht einmal begonnen ...

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