Thrombolyse-Zeitfenster größer als vermutet

30. Oktober 2009, 14:04
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Medikamente zum Auflösen von Blutgerinnseln nach Schlaganfällen bis zu 4,5 Stunden sinnvoll

London  - Nach einem Schlaganfall sollten Patienten möglichst schnell behandelt werden. Bei der häufigsten ischämischen Form, die durch einen Gefäßverschluss entsteht, sollen Medikamente das Blutgerinnsel lösen. Von diesen Thrombolytika können Patienten auch noch später profitieren als bisher vermutet, wie eine Studie des Uniklinikums Heidelberg zeigt.

Bisher soll das Enzym Alteplase in den ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall verabreicht werden, um die Gefäßblockade zu lösen. Die Heidelberger Neurologen zeigten jedoch, dass Patienten noch bis zu 4,5 Stunden lang von dem Wirkstoff profitieren - unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht oder der Schwere des Schlaganfalls.

Dies sei zwar ermutigend, betonen die Mediziner, aber der wichtigste Grundsatz der akuten Therapie müsse weiterhin eine möglichst rasche Thrombolyse sein. "Eine schnelle Behandlung bietet immer noch die größte Aussicht auf eine Genesung", schreiben sie in der Zeitschrift "The Lancet Neurology". (APA)

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