Uni-Budget

Rektorenchef: "Den Unis fehlt eine Milliarde Euro"

30. Oktober 2009 17:52
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    apa-Foto: benedikt loebell

    Christoph Badelt, Präsident der Universitätenkonferenz: Den österreichischen Universitäten "fehlt eine Milliarde Euro im Jahr, um Europareife zu haben".

Minister Hahn stellt 34 Millionen "aufgesparte" Euro mehr für die Universitäten zur Verfügung - Welche Uni wieviel bekommt, müssen sich die Rektoren ausmachen - Rektorenchef Badelt fordert langfristige Investitionen

Wissenschaftsminister Johannes Hahn macht anlässlich der Studentenproteste Teile der im Uni-Budget vorgesehenen Notfalls-Reserve in der Höhe von 34 Millionen Euro locker. Das verkündete Hahn im Ö1-"Mittagsjournal". Diese Notreserve wurde mit der letzten Novelle des Universitätsgesetzes 2002 geschaffen, um eine Reserve für unerwartete und unvorhersehbare Ausgaben zu ermöglichen. In den Erläuterungen zum UG 2002 heißt es, durch die Einbehaltung von Mitteln werde der zuständige Bundesminister in die Lage versetzt, während einer Leistungsvereinbarungsperiode in "unerwartet auftretenden Fällen Universitäten die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen". 

Diese Notfallskasse setzt sich wie folgt zusammen: Für die Jahre 2010 bis 2012 beträgt sie insgesamt 132 Millionen Euro. Die eine Hälfte davon, also 66 Millionen, ist dem Wissenschaftsfonds FWF gewidmet. Von den übrigen 66 Millionen, die für universitäre "Notfälle vorgesehen sind, werden jetzt 34 freigemacht.

Geld muss in Lehre fließen

Über die Vergabe des Notgroschens sollen die Uni-Leitungen gemeinsam mit den lokalen Hochschülerschaften entscheiden. Wenn diese bald zu Ergebnissen kommen, könne das Geld noch heuer fließen, kündigte Hahn an. Es gibt also keine Vorgaben des Ministeriums, welche Uni wieviel vom Extrageld bekommt. Einzige Vorgabe des Ministeriums: Das Geld muss mit dem Mascherl "Lehre" gekennzeichnet sein und tatsächlich "in den Hörsälen ankommen". Das könnte, konkretisierte Hahns Sprecher auf Anfrage von derStandard.at, auf verschiedene Weise passieren: Das Geld könnten die einzelnen Unis etwa für zusätzliche Lektoren, E-Learning-Initiativen oder die Anmietung von Hörsälen ausgeben.

Außerdem will sich Hahn gemeinsam mit allen, die an der Weiterentwicklung der Unis ein Interesse haben, an einen Runden Tisch setzen. Er hofft auf eine erste Sitzung in zwei bis drei Wochen.

"Den Unis fehlt eine Milliarde Euro"

Die Einmalzahlung wird nicht reichen. Denn den österreichischen Universitäten "fehlt eine Milliarde Euro im Jahr, um Europareife zu haben", sagt der Präsident der Universitätenkonferenz, Christoph Badelt, im Gespräch mit dem Standard. In Europa seien zwei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) Zielgröße für Unibudgets. Mit einer Milliarde Euro mehr, also insgesamt 3,5 Millarden, "wäre eine grundsätzlich vernünftige Geldsumme da, um die bestehende Unterfinanzierung zu lösen", so der Rektor der WU Wien.

Aber das würde die Politik "auch nicht davor bewahren, harte gesellschaftspolitische Entscheidungen zu treffen, wofür das Geld verwendet wird" - für welche Fächer und wie viel für Forschung und Lehre. (az, derStandard.at, 30.10.2009/nim, DER STANDARD, Printausgabe, 31.10.2009)

Der betreffende Paragraf im Wortlaut:

§12 Abs (5) UG 2002

"Die Bundesministerin oder der Bundesminister kann 2 vH des jährlichen Betrags gemäß Abs. 2 und 3 für besondere Finanzierungserfordernisse, zur Ergänzung von Leistungsvereinbarungen gemäß § 13 sowie für Gestaltungsvereinbarungen gemäß Abs. 12 einbehalten. Die zurückbehaltenen Mittel müssen den Universitäten in voller Höhe zur Verfügung gestellt werden. (BGBl. I Nr. 81/2009)"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 383
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Herr Karl3
02.11.2009 16:17
Großes Problem wird sichtbar...

Wenn man sich die Forderungen "der Studenten" (wer das auch in diesem Fall sein soll - der/die, die am lautesten waren?) bekommt eines bestätigt:
Die mangelnde Realitätsnähe und Praxisferne der österreichischen Uni-Absolventen.
Im berulichen Umfeld frägt man sich oft (mit einem Lächeln) "wie hat der/die den Abschluss geschafft", weil sie völlig unselbständig und realtätsfremd arbeiten. Aber wer fordert, alles soll immer für jeden und ohne Zeiteinschränkgung gratis und in toller Qualität zur Verfügung stehen - weil das Geld dafür ja immer frisch gedruckt wird - der ist auch als fertiger Akademiker unbrauchbar...

immer am Stand(ard)
02.11.2009 13:26

Wenn die blöden Studenten in ihren Vorlesungen sitzen und nicht alle von der Arbeit bzw. vom Lernen abhalten würden dann könnten sie die 34 Mio. € auch anderweitig verwenden.
So sind die Millionen leider schon durch die Verlegungen der Vorlesungen und Reparaturen verbraucht bevor das Geld überhaupt so richtig aufgeteilt ist!

FMGD
02.11.2009 14:57

Eine Mrd = 1000 Mio
Rektoren fordern eine Mrd./Jahr zusätzlich
Hahn gibt 3% als Einmalzahlung . . . .

Wenn Sie 10€ pro Jahr mehr brauchen um vernünftig Leben zu können - ich geben Ihnen einmal 3 Cent und will dafür gefeiert werden - würden Sie sich ver**scht vorkommen?

immer am Stand(ard)
02.11.2009 15:00

Wen das der Vorsitzende der Rektoren fordert ist das eine Sache, aber von unfähigen möchtegernbesserwisserischen Studenten die zusätzlich mutwillig Steuergeld verprassen und auf den Buckeln der Steuerzahler Parties feiern würd ich an Hahn´s Stelle auch nicht mehr rausrücken!

.oO
03.11.2009 05:55
Sie würden für´s Partyfeiern 34 Millionen € rausrücken?

super, DANKE!

4321
02.11.2009 15:48

die protestierenden studentinnen sparen langfristig sogar geld, denn wer rechtzeitig ein überholtes system ändert, bewahrt vor ineffizienz und langzeitkosten. übrigens sind es nicht nur die studentInnen die protestieren - auch die rektoren, in wissenschaft und forschung beschäftigten weisen seit jahren auf handlungsbedarf hin. allein die zuständigen politiker kommen ihren aufgaben nicht nach. ob solch handlungsunfähiges vorgehen wie das von hahn auf internationaler ebene als empfehlung für höhere ämter aufgefasst werden wird? nach dem motto: sie haben in ö bereits katastrophal versagt, deshalb befördern wir sie zu ... ? wäre doch seltsam. und würde niemand verstehen.

immer am Stand(ard)
02.11.2009 16:15

Ich bin nicht prinzipiell gegen die Erhöhung von Geldmitteln zur Unterstützung der Unis, jedoch versucht hier der Schmiedl noch lauter zu schrein als der Schmied.
Das wär ähnlich dem wenn der einfacher Arbeiter zum Konzernchef bettln geht. Sogar der weiß das er zu seinem Vorarbeiter gehn muss. Wenn der unfähig ist sollte man überlegen ob nicht vielleicht da der Hund begraben liegt, vorallem wenn er seine Forderungen nach mehrjährigen Verhandlungen nicht durchbringt.

FMGD
02.11.2009 15:16

hui - aha - auf dieser ebene - na da bin ich dann mal weg

immer am Stand(ard)
02.11.2009 16:27

typischer Studentenspruch - "auf dieser Ebene" - auf welcher Welle schwimmst du?

wolken kratzer
31.10.2009 20:41

den unis fehlt viel geld, der ach so vernetzten getwitterten gesellschaft das humane gesicht und die wahrheit. wenn ich im online-standard immer wieder zensuriert werde, verstehe ich die unterstützung der bewegung im audimax als fast-farce.

die jungen leute im audimax haben schon SEHR recht damit, dass man an allem vorbei muß, dennoch haben selbst sie den mechanismus der zensur schon begriffen...

Andreas Exner
31.10.2009 18:38
Proteste ohne Kontrolle. Horizont Audimax am "Runden Tisch"

Nein, sie sei nicht gewählt, sie vertrete nicht die Besetzenden. Es gäbe da eine Liste, wo sich alle, die für Medienkontakte da sein wollten und sich das zutrauten, eintragen könnten. Und so sei sie auch dazu gekommen, nun im ORF zu sitzen.

Sagt Isabella Weiss. Die wirkt, wie von einem andern Stern.

http://www.social-innovation.org/?p=1296

zidita
01.11.2009 16:18

Danke! Der Artikel ist wirklich interessant!

Aufreger
31.10.2009 16:00
Die Studenten vermitteln den Eindruck das Ihnen der Staat einfach alles zahlen soll weil sie es vielleicht wieder einmal zurückzahlen, das regt mich auf....

keine Studieneingangsphase, keine Gebühren, keine Kosten (zahlen soll wer anderer), kein Beitrag, keine Höchstdauer etc. werden gefordert obwohl es in ALLEN anderen Ländern die eine oder andere Maßnahme gibt. Unsere Studenten sind genauso Realitätsverweigerer wie die Pensionistenvertreter, die Beamtenlobby und die IV.

Unterzeichnet: ein Absolvent.

Momotombo
 
31.10.2009 19:06
wenigstens haben Sie alles im Auge!

und sehen daher vor lauter Baeume den Wald nimmer.

Aufreger
01.11.2009 19:07
Na wenigstens haben ja die Studenten im Audimax alles im Griff, für die gibt es im Wald nämlich gar keine Bäume.....

riddler2008
 
31.10.2009 17:36
Der Staat soll

ihnen nicht alles zahlen.. oder was glauben sie kostet ein Zimmer in der Uni Stadt, Verpflegung, usw.? Allerdings braucht der Staat Akademiker die es ohne Studenten wohl nicht gibt. Und daher hat der Staat verdammt noch einmal dafür zu sorgen damit er bekommt was er braucht. Aber das geht nur indem man Studenten auch entsprechende Bedingungen bietet

Aufreger
31.10.2009 17:57
Das der Staat Akademiker vorfinanzieren muss ist außer Streit...

aber der Staat muss NICHT jedem Studenten eine unbegrenzte Zeit an den Unis ermöglichen und jeder Uni zumuten theoretisch die Kapazitäten für alle Maturanten eines Jahrgangs bereitzustellen.

Der Drop out in manchen Studien ist > 50 % und ich glaube nicht das alle diese Studenten nur wegen fehlender Rahmenbedingungen das Studium aufkündigen sondern weil sie wegen fehlender Entscheidungsgrundlagen den falschen Lebensweg wählen. Parole: "1 Semester kost' ja nix."

Sogar in Schweden gibt es Finanzierungsmodelle und Selektionsmaßnahmen weil die dortigen Sozialdemokraten erkannt haben das es so etwas wie beschränkte Mittel gibt und es zur Verteilung dieser Mittel Mechanismen braucht.

zidita
01.11.2009 16:22

Und woher soll man wissen, welches Studium das richtige für einen ist?
3 Semester hat man momentan Zeit, sich zu entscheiden und dass ist auch gut so.

freeye
02.11.2009 13:02
das

Aufreger
01.11.2009 19:09
Die Antwort ist recht einfach: informieren BEVOR man ein Studium aufnimmt, im Idealfall arbeitet man in den Bereichen für die man sich interessiert ein bißchen...

alle Kommilitonen mit Berufserfahrung welche ich kennenlernen durfte hatten einen viel zielgerichteteren Zugang zum Studium

Dozehnt des Jahres 2009
31.10.2009 15:57
Liebe Bildungsnehmer,liebe Bildungsgeber ! Teil: 1

(Mein Text ist nicht für Effen und BZÖ - rotgeben und nichtlesen)

Es gibt StudentInnen welche studieren wollen, statt zu blockieren. Das sind die anständigen StudentInnen.
Dann gibt es die andere Gruppe welche unanständig ist und trotzdem für die ANSTÄNDIGEN mitdemonstriert.

Eine weitere Gruppe, die Studenten aus Deutschland (wie wir wissen laut Krone die Hauptschuldigen und Drahtzieher) studierte auch lieber (ein kleiner Teil - das sind die zu 50 % anständigen) und die Demodeutschen - die sind das Böse überhaupt.

Noch eine Gruppe, der ich angehöre (wir kommen morgen um 15 Uhr zum Arbeitersoli vor die Hauptuni)
wir sind irgendwie im Zwischenbereich "was geht die das an" und den "Piefke".

Im Teil 2 gehts weiter,irgendwann.

freeye
02.11.2009 13:03
sexist

du hast nicht durchgehend korrekt gegendert.

Peitschenknaller
31.10.2009 16:28
Teil 2: "Unanständige und anständige Menschen !"

Diese Woche irgendwo in Wien.
Ein Amtsrat sagte zu mir:
"Unanständige Menschen haben kein Recht auf eine Gemeindewohnung !"
(Anm: Mich hat er nicht gemeint aber das anständige was mit mir mitwar.

So.
Wer entscheidet wer anständig oder unanständig ist.
In Österreich tut sich sogar die Justiz nicht leicht damit. (Falter,Klenk,Bespitzelung)

Ich meine das sich auch die mit Verbesserungsvorschlägen einbringen mögen die lieber studieren würden, da sind sicher auch Leute mit tollen Ideen dabei.

Das die StudentInnen die Bildungspolitik für Österreich übernehmen mussten, ich finde ihr leistet gute (natürlich unbezahlte) Arbeit.

Cash,Ehre,Ruhm werden sicher die Sparbuchpolitiker einheimsen, also BÖSE StudentInnen macht weiter.

Tompkins, Mr. Tompkins
 
31.10.2009 15:30
Die Rechnung ist ja eigentlich ...

... ganz einfach. Den Unis wurden 2006 1 Milliarde gestrichen, das Geld fehlt jetzt. Eigentlich müßte man das noch inflationsbereinigen und es waren fast 1,3 Milliarden - aber man wird ja genügsam.

dr.no3
31.10.2009 14:44
so einfach lässt sich die ganze bewegung korrumpieren

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