Transgene Kürbisse: Virenresistenz hat ihren Preis

31. Oktober 2009, 16:52
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US-Forschungsteam untersuchte die Konsequenzen: Pflanzen empfindlicher gegenüber bakteriellen Infektionen

Washington DC - Gentechnisch veränderte Pflanzen, die gegen virale Erkrankungen resistent sind, sind empfindlicher gegenüber bakteriellen Infektionen - zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von Forschern der Penn State University. "Kultivierte Kürbisse sind sehr häufig einer Reihe von viralen Erkrankungen ausgesetzt. Das ist auch ein großes Problem für die Bauern", so der Biologe Andrew Stephenson von der Penn State. "Infizierte Pflanzen wachsen langsamer und ihre Früchte sind missgestaltet." 

In den 90er Jahren hat das US-Landwirtschaftsministerium transgene Kürbisse zugelassen, die gegen die drei wichtigsten Viruserkrankungen resistent sind. Ob dieser Vorteil unbeabsichtigte Konsequenzen hat, fragte sich das Forschungsteam. Das Ergebnis: Während des Untersuchungszeitraums von drei Jahren war die Verbreitung von bakteriellem Welken, verursacht durch "Erwinia tracheiphila", bei den transgenen Pflanzen deutlich mehr verbreitet. Schuld daran sind Käfer, die sich bevorzugt von gesunden, transgenen Kürbissen ernähren - also jenen, die gegen virale Erkrankungen resistent sind. "Der Insektenfraß verursacht Verletzungen auf der Blattoberfläche, durch die Bakterien leicht in die Pflanze gelangen", so Studien-Co-Autorin Miruna Sasu. Für den Fitness-Vorteil zahlen virenresistente Pflanzen also einen Preis. (red)

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