Deutsche Kurzfilmpreise vergeben

30. Oktober 2009, 13:16
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Till Kleinerts "Kokon" und Michael Kochs "Polar" ausgezeichnet - auch Hofer Filmpreis verliehen

Ludwigsburg - Der Deutsche Kurzfilmpreis 2009 geht nach Berlin, Köln und Hamburg: Als beste kurze Spielfilme wurden am Donnerstagabend in Ludwigsburg der siebenminütige Film "Kokon" der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (Regie: Till Kleinert) und der etwas längere Film "Polar" von der Kunsthochschule für Medien Köln (Regie: Michael Koch) geehrt.

Der Preis für den besten kurzen Dokumentarfilm ging an die Filmgesellschaft Gasmia&Kamm in Hamburg für "Wagah" (Regie: Supriyo Sen). Den besten kurzen Animationsfilm "Please say something" schuf David O'Reilly aus Berlin. Alle Filme erhielten ein Preisgeld von je 30.000 Euro.

"Experimentierfeld für junge Filmschaffende"

Kunststaatssekretär Bernd Neumann bezeichnete den Kurzfilm anlässlich der Preisverleihung als "außerordentlich gutes Experimentierfeld für junge Filmschaffende". Ein Sonderpreis für Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 Minuten und 20.000 Euro Prämie gingen an den Dokumentarfilm "Die Haushaltshilfe" (Regie: Anna Hoffmann) des diesjährigen Gastgebers der Preisverleihung, der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg.

"Kokon" über einen Oberstufenschüler in der Pubertät entfalte "mit großem Gespür für menschliche Innenwelten" eine "bemerkenswerte Poesie", hieß es. Die Familiengeschichte "Polar" erzählt von einem Sohn, der sich nach längerer Trennung vom Vater unverhofft in dessen neuer Familie wiederfindet und verzweifelt um seine Anerkennung kämpft. "Herausgekommen ist ein Film von großer atmosphärischer Dichte, der tief berührt, ohne im Geringsten sentimental zu sein", urteilte die Jury.

Insgesamt wurde ein Preisgeld von 230.000 Euro vergeben. Die Jury hatte aus 253 Vorschlägen die zehn besten Filme in den vier Kategorien nominiert.

Hofer Filmpreis und Förderpreis verliehen

Der deutsche Regisseur Christian Petzold und die Produzenten Martin Richter und Florian Deyle sind neue Träger des Filmpreises der Stadt Hof und des Förderpreis Deutscher Film. Die Auszeichnungen wurden am Donnerstagabend bei den 43. Internationalen Hofer Filmtagen verliehen worden. Der Filmpreis ist undotiert. Den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis erhielten die Produzenten für ihren Film "Waffenstillstand", teilten die Organisatoren der Filmtage mit.

Der 1960 geborene Petzold sei im wahrsten Sinne des Wortes als Autorenfilmer zu bezeichnen, hieß es zur Begründung. Seismografisch einfühlsam entwickle er seine Geschichten. Die Filme wie etwa 2008 der Titel "Jerichow" oder im Jahr 2000 der Streifen "Die innere Sicherheit" beeindruckten durch genaue Beobachtung gesellschaftspolitischer Strukturen und menschlicher Beziehungen.

Der Förderpreis ist gedacht für "Talente, die ihre Kreativität und Professionalität mit ihren ersten Filmen beweisen". Richter und Deyle setzten mit ihrer zweiten Spielfilmproduktion "Waffenstillstand" ein brisantes Thema publikumswirksam um, hieß es. Sie überzeugten trotz schwierigster Bedingungen bei Dreharbeiten in Nordafrika durch Mut und außergewöhnliches Durchhaltevermögen, so die Begründung der Jury.(APA)

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