Wahrer Genuss ist im Kopf

31. Oktober 2009, 17:00
  • Ein wesentlicher Ansatz im Hollmann Salon: "Nose to tail eating"
    foto: hollmann salon

    Ein wesentlicher Ansatz im Hollmann Salon: "Nose to tail eating"

Nose to tail eating": Der Geschmack ist in den Füßen, in den Eingeweiden, im Schwanz

Dass sich Robert Hollmanns wunderbares Wirtshaus im Heiligenkreuzerhof einem nachhaltigen Verständnis von gutem Essen verpflichtet fühlt, hat sich herumgesprochen. Ein wesentlicher Ansatz ist "Nose to tail eating": Der begabte und engagierte Küchenchef Stefan Schartner verarbeitet das Tier im Ganzen, mit Butz und Stängel, vom Rüssel bis zum Ringelschwanz. Dass nicht nur die angeblich edlen Teile Genuss versprechen, dass echter Geschmack viel mehr in dem verborgen ist, was zur Genießbarmachung echte Arbeit vom Koch verlangt, schleicht sich nur langsam ins kulinarische Bewusstsein zurück.

Der Geschmack ist in den Füßen, in den Eingeweiden, im Schwanz natürlich. Bei Hollmann ist er dieser Tage (noch bis 23.11.) ganz speziell im Kopf zu finden, konkret im Sauschädel. Vier virtuose Gänge lang, von Rüssel und Zunge als hochelegant präsentierter Sulz über eine ganz und gar grandiose Einmachsuppe mit Wurzeln und pochiertem Hirn bis zu warmem Salat aus Schweinsohren und Pilzen (viel zu gut fürs Hundi!) und schließlich geschmorten Wangen mit Wurzelgemüse, Kren und Kapern, kann man sich an dem erfreuen, was der Kopf des Schweins so hergibt. Und das ist in diesem Fall von solcher Finesse und Eleganz, dass sich auch ganz Heikle drübertrauen können. Keine Ausreden! (corti, DER STANDARD, Printausgabe, 31.10.2009)

Hollmann Salon im Heiligenkreuzerhof
Tel.: 01/961 196 07-0
Sauschädel-Spezialitäten bis 23.11
www.hollmann-salon.at

Die ultimative Resteverwertung beim Schwein ist für mich immer noch das Selchen der Klea, also der Klauen plus dem kurzen Stück Bein darüber.

Mitgekocht mit einem anständigen Ritschert ergibt das himmlischen Geschmack und Schlazigkeit.

Schweinskopfsuelze, gepresst, wie ihn meine Mutter zu machen pflegte...booaaah...wat geil...

wer das alles nicht eh schon weiß und auch schätzt, für den ist der zug schon abgefahren...

Ocsenschlepp(-schwanz) ist dafuer ein sehr gutes beispiel. In Korea kostet ein ganzer Schlepp manchmal bis zu 200 Euro. Und in Oesterreich beim Zielpunkt bekommt man solchen fuer ca.10 Euro. A Wahnsinn...

sollten ihn viell. auch um 200 euro anbieten, dann würden ihn die leut schon kaufen ...

Pssscht! Bringen's niemanden auf blöde Ideen!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.