Bananen im Container überwacht

31. Oktober 2009, 16:50
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    foto: apa/epa/zhou chao

    Ingenieure der Universität Bremen entwickeln ein Konzept für die Containerüberwachung. In zwei bis drei Jahren könnte ein kommerzielles System zur automatisierten Überwachung von Lebensmitteltransporten vorliegen.

Ingenieure der Universität Bremen entwickeln intelligentes System - erster erfolgreicher Praxistest

Bremen - Ein System, das die Qualität von Lebensmitteln, die in Containern transportiert werden, überwacht, wurde an der Universität Bremen entwickelt und nun erfolgreich getestet: Beim Feldversuch wurden zwei Container mit Bananen auf dem Weg von der Plantage in Costa Rica nach Hamburg überwacht. Mehrmals täglich wurden dabei Temperatur und Luftfeuchtigkeit einzelner Paletten gemessen.

"Mit diesen Daten können wir die Lagerhaltung zukünftig besser planen", so Axel Moehrke, Geschäftsführer und Qualitätsbeauftragter bei Agrarmulti Dole. So lässt sich vorausberechnen, in welchem Zustand die Lebensmittel das Zielland erreichen, um den Verkauf entsprechend zu organisieren. Die größte technische Herausforderung war die Kommunikation zwischen den Sensoren, um Daten erfolgreich sammeln zu können.

Rund 20 Sensoren pro Container beim Feldtest

Um die Bananen zu überwachen, die im Container auf Transporttemperatur heruntergekühlt werden, kamen beim Feldtest rund 20 Sensoren pro Container zum Einsatz. "Der Kühlvorgang kann je nach Position und Luftumströmung einer Palette unterschiedlich lange dauern", erklärt Reiner Jedermann, Entwickler am Microsystems Center Bremen. Die präzise Überwachung einzelner Paletten ist wichtig, da sich langsam abgekühlte Bananen nicht so gut halten und daher nach der Ankunft zuerst verkauft werden sollten. Langfristig sollte aber rund ein Dutzend Sensoren pro Container ausreichen, so Jedermann.

Die Daten der Sensoren werden über ein Kommunikations-Gateway nach außen zu einem WLAN-Access-Point auf dem Schiff übertragen. Von diesem gelangen die Daten weiter über eine Satellitenverbindung an einen Server der Universität Bremen. Eine Herausforderung war aber die Datensammlung selbst, da die Umweltbedingungen im Container die Übertragung durch die Sensoren behindern. "Nur mit Weiterleitung der Daten über mehrere Sensoren im Container konnten die Daten gesammelt werden", Markus Becker, Mitarbeiter in der Bremer Arbeitsgruppe Kommunikationsnetze.

Hinweis auf mögliche Probleme

Die genaue Überwachung mit intelligenten Sensor eröffnet neue Möglichkeiten für die Qualitätssicherung. Wenn etwa eine Palette nicht abkühlt, könnte das beispielsweise auf Schimmelbefall hindeuten. Darüber oder über andere auftretende Probleme könnte die Plantage umgehend informiert werden, damit möglichst nur eine Ladung betroffen bleibt. "Wenn wir den Fehler erst beim Entladen in Europa bemerken, sind schon zwei oder drei weitere Schiffe mit einer ähnlich problematischen Ware unterwegs", betont Moehrke.

Im Feldtest wurden Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen, doch im Prinzip könnten auch geeignete Sensoren für andere Parameter genutzt werden. Bei Bananen sei beispielsweise Ethylen interessant, so Jedermann. Dieses Gas steht in Verbindung mit dem Reifeprozess der Früchte.

Der Pilotversuch hat gezeigt, dass es beim intelligenten Container nicht ausreicht, Standardkomponenten zusammenzufügen. Das System muss mit Störungen selbstständig umgehen können und beispielsweise bei Bedarf neue Verbindungen aufbauen. Trotz nötiger Weiterentwicklungen hofft man an der Universität, in zwei bis drei Jahren ein kommerzielles System zur automatisierten Überwachung von Lebensmitteltransporten vorstellen zu können. (pte/red)

tramezzino
00
5.11.2009, 14:58
ich seh das noch kommen

die container werden die weltherrschaft übernehmen...

toolbox
00
5.11.2009, 12:44
... die gläserne Banane

da Bananen aber nichts zu verbergen haben, gibt es auch keine Rückmeldungen wie bspw. "Hilfe ich werde überwacht"...

Waschbären in der Trockenreinigung
00
1.11.2009, 18:02
Überwacht die Bananen!

Sind von Natur aus rebellische Kreaturen, die sich partout nicht gerade biegen lassen!

Eine Kreatur
00
1.11.2009, 17:30
wie bitte?

das ist doch schon seit vielen jahren in anderen bereichen standard (pharmaindustrie usw.) .. da werden auch an mehreren sensoren die temperaturen gemessen um die qualität der GESAMTEN lieferung garantieren zu können ..

meine güte, wollen die das rad neu erfinden? nur weil die es auf lebensmittel umlegen so ein großes tamtam?

und echtzeit-temperaturüberwachung an 1-2 messpunkten gibts auch schon seit "ewigkeiten" .. das know-how und die umsetzungsmöglichkeiten sind auch schon lange vorhanden ..

aber das ist auch eine möglichkeit sich wieder ins gespräch zu bringen ..

FlXII
 
00
3.11.2009, 08:41

Es ist genaugenommen schon ein neues system.

Bisher war es nicht möglich, in einem Kühlcontainer Bananen zu befödern, weil der Bananentransport viel zu hohe Ansprüche an das Raumklima stellt.

Die transporttemperatur beträgt 11.7°. Ein paar zehntel +- und die Ware wird abgelehnt. Dies war bis jetzt mit den normalen Kühlcontainern nicht möglich.

Aber, dass dies eine Meldung wert wäre, ist etwas anderes.

Lauschangriff
01
1.11.2009, 00:56
Container lernen denken


So etwas ähnliches wird auch von anderer Seite schon betrieben:

http://www.schenker.at/deutsch/n... rtbox.html

Eine Kreatur
00
1.11.2009, 17:31
das ganze ist wirklich "ein alter hut" ..

neu ist bestenfalls, dass sie eine temperatur usw. überwachung an mehreren punkten im container machen - wobei es so etwas ähnliches in anderen branchen auch schon lange gibt .. in echt-zeit ..

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